निद्रा Nidra – Schlaf aus ayurvedischer Sicht

Yoga Nidra - Der Schlaf des Yogi

Schlaf wird im Ayurveda als Upsthambha, als Säule der Gesundheit bezeichnet, denn er spielt eine ganz wesentliche Rolle für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit – und das ein Leben lang. Guter Schlaf entspannt nicht nur Körper und Geist, sondern stärkt auch unsere Immunität, unsere Verdauung sowie unseren Kreislauf.

Viele für unser tägliches Leben sehr wichtige chemische Verbindungen und Hormone werden schlafend gebildet. Unser Gedächtnis, unsere Jugendlichkeit, Konzentration und Stärke hängen von einer hohen Schlafqualität ab. Dagegen verursacht unzureichender Schlaf, oft entstanden durch den Lebensstil, viele gesundheitliche Störungen.

Schlaf per Definition

Die Ärzte und Gelehrten Charaka, Sushruta und Vagbhatta definieren Schlaf als einen Zustand, in dem unser Geist erschöpft ist und sich die Sinnesorgane zurückziehen und verschließen, weil sie nach langer, ununterbrochener Arbeit ermüdet sind. Um ihre Energie wieder aufzuladen, müssen sie sich von der Außenwelt isolieren und das ist dann die Zeit, in der wir schlafen.

Die 6 Arten des Schlafes nach Charaka*

  1. Tamobhava- Schlaf, der sich wegen übermäßiger Tamas-Attribute einstellt.
  2. Sleshma samudbhava- hängt mit übermäßigem Kapha zusammen.
  3. Manah sharir sram sambhava – stellt sich ein, aufgrund übermäßiger körperlicher und geistiger Arbeit.
  4. Agantuki- hier sind äußere Faktoren wie Gift, Kräutern, Drogen oder Traumata Auslöser.
  5. Vyadhya anuvartini- Schlaf im Zusammenhang mit einer bestimmten Störung.
  6. Ratri svabhav prabha- Schlaf, der nachts natürlich kommt, zur gleichen Zeit. Dies ist normaler Schlaf, der unserem circadianen Rhythmus – unserer inneren Uhr – folgt.

*Ayurvedischer Arzt und Autor der Charaka Samhita, eines Kernstücks der traditionellen Literatur des Ayurveda. Charaka lebte vermutlich im 2. oder 3. vorchristlichen Jahrhundert.

Die 6 Arten des Schlafes nach Sushruta*

  1. Vaishanavi- Laut Sushruta ist diese Art von Schlaf sündhaft, weil er von Natur aus alle Lebewesen beeinträchtigt. Sündhafte Handlungen von Menschen sind die Hauptursache für diese Art von Schlaf
  2. Tamsi- Diese Art von Schlaf tritt zum Zeitpunkt des Todes auf, wenn sich der Empfindungskanal (Sanjnavahi) einer Person mit Sleshma füllt und von der Tamas-Qualität dominiert wird.
  3. Tamobhuyishtha- Menschen mit vorherrschender Tamas-Qualität haben diese Art von Schlaf, da sie Tag und Nacht schlafen.
  4. Satvabhuyishtha- Sie ist im Allgemeinen bei Menschen mit vorherrschender Sattva-Qualität vorhanden. Sie schlafen um Mitternacht.
  5. Rajobhuyishtha- Personen mit Rajas-Qualität können zu jeder Zeit ohne jeden Grund schlafen.
  6. Vaikariki- Anormaler Zustand aufgrund der mit Kapha und Vata verbundenen Störungen.

*Berühmter medizinischer Autor, der vermutlich im 6. Jahrhundert vor Christus lebte. Er gilt neben Charaka als wichtigster klassischer Ayurveda Autor. Sein bekanntestes Werk ist die Sushruta Samhita, worin auch die Chirurgie -Shastra Chikitsa- besonders behandelt wird.

Die 7 Arten des Schlafes nach Vagbhatta*

  1. Kaalsvabhava- Natürliche Form des Schlafes.
  2. Aamaya- eine der Auswirkungen von Störungen.
  3. Chitta kheda- entsteht aus der Erschöpfung des Geistes.
  4. Deha kheda- stellt sich ein wegen der Ermüdung des Körpers.
  5. Kaphaja- Schlaf wegen des überschüssigen Kapha im Körper.
  6. Agantuki- verursacht durch äußere Faktoren wie Gift, Kräutern, Drogen, Trauma usw.
  7. Tamobhava – wird durch die Dominanz von Tamo Guna verursacht. Er ist sündhaft und zerstört den Körper.

*Indischer Arzt, lebte vermutlich um 600 n. Chr. und gilt als der Autor der Schriften Ashtanga Hridaya /„Kern der Medizin“ und des Ashtanga Sangraha/ „Zusammenfassung der Medizin”).

Schlafmuster der 3 Doshas

Personen mit unterschiedlichen Konstitutionstypen haben unterschiedliche Schlafmuster:

  • Vata-dominante: brauchen mehr Schlaf, da der Schlaf leicht ist.
  • Pitta-dominante: tiefer Schlaf mit lebhaften, farbenfrohen Träumen.
  • Kapha-dominante: schlafen wie ein Stein.

Guter Schlaf – ein paar Tipps

Unzureichender Schlaf kann unter anderem Verdauungsstörungen, Schlaflosigkeit, Anorexie, Übelkeit, Schläfrigkeit, Husten, Gelbsucht, Rhinitis, Kopfschmerzen verursachen. So kannst du deine Schlafqualität verbessern:

  • Therapeutisch: Ayurvedische Abhyanga-Massage, Shirodhara, Shiroabhyanga, Droni Avagahan, Samvahan-Therapien sind sehr hilfreich, um den Schlaf zu regulieren.
  • Ernährung: Zur Schlafunterstützung sollten scharf schmeckende und würzige Speisen vermieden werden, statt dessen sind die Geschmacksrichtungen süß, sauer und salzig empfehlenswert.
  • Lebensführung: Durch eine angemessene Tagesroutine können wir unseren Schlafrhythmus regulieren, was letztlich unser allgemeines Wohlbefinden fördern kann. So wird im Ayurveda empfohlen, dass wir nachts schlafen sollten. Vom tagsüber Schlafen wird abgeraten, da dies Kapha und Tamas erhöht. Dies gilt aber nicht für Personen, die unter Schwäche, Erschöpfung oder Muskelschwund leiden. Auch wenn die letzte Nachtmahlzeit noch nicht verdaut ist, ist ein Tagschlaf angemessen. Außerdem stellen Menschen mit Ama (Toxin) in ihrem Körper eine Ausnahme dar.

Unsere Schlafqualität kann also und sollte nicht vernachlässigt werden. Wie du deine Lebensführung anpasst, um kräftiger und beschwingter durchs Leben zu gehen, kannst du beispielsweise mithilfe eines Seminars lernen:

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