Stark und präsent sein – Meditation für mehr Selbstbewusstsein

wie du mit Meditation dein selbstbewusstsein erhöhen kannst

Selbstbewusste Menschen leuchten geradezu mühelos, glänzen im Job und sind bei Freunden beliebt. Wer sich heute schon selbstsicherer fühlen möchte, kann sich mal an einer Meditation für Selbstbewusstsein versuchen.

Warum wir uns in der Meditation um Selbstbewusstsein bemühen sollten

Im Job untergebuttert, der Partner nörgelt, jemand drängelt sich vor – und wir sind sprachlos, werden patzig oder lassen alles sogar schweigend über uns ergehen. Sind wir hingegen unseres Selbst bewusst, dann kennen und respektieren wir unsere Grenzen.

In der Psychologie wird Selbstbewusstsein deswegen oft mit Selbstwertgefühl gleichgesetzt. Selbstbewusste Menschen sind sich ihres eigenen Wertes bewusst. Zu sehr brennen sie für ihre Ideen, als das sie sich auf der Arbeit übersehen lassen. Die Nörgelei des Partners nehmen sie als Anlass für ein offenes Gespräch und die Drängelei quittieren sie mit einem Achselzucken.

Echtes Selbstbewusstsein ist keine Arroganz

Das seines Wertes bewusste Selbst ruht im Pol seiner eigenen Existenz. Ein friedliches Dasein, das keinen unnötigen Schlagabtausch bedarf. Wer wirklich selbstbewusst auftritt, den erleben wir als souverän, entschieden und durchsetzungsstark. Selbstbewusstsein ermöglicht so einen Austausch auf Augenhöhe, da wir unser Gegenüber weder als überlegen, noch unterlegen einordnen.

Auch arrogante Menschen erleben wir als souverän, entschieden und durchsetzungsstark – allerdings auch als kalt, unnahbar oder aggressiv. Eine Person, die mit sich selbst im Reinen ist, verspürt gar nicht den Drang, sich selbst zu überhöhen und über andere zu stellen.

Ist das nicht egoistisch?

Manch ein spiritueller Mensch würde nun vielleicht behaupten, das eigene Selbst zu stärken ist doch egoistisch. Wollen wir im Yoga nicht das Ego überwinden? Selbst wenn das dein persönliches Ziel sein sollte, kann man kein Pferd von hinten aufzäumen. Echte Demut, wahre Selbstlosigkeit ist nicht nur eine Entscheidung, sondern tägliche Arbeit.

Um die ganzen Ecken und Kanten unserer Persönlichkeit abzuschleifen, braucht es einen langen Atem. Selbstbewusstsein macht uns handlungsmächtig für die tägliche spirituelle Praxis. Sie gibt den Mut unseren eigenen Weg zu gehen.

Und der wohl wichtigste Punkt: Selbstbewusstein lässt uns nicht vergessen, warum wir Yoga üben. Nicht um wieder zu leisten und zu funktionieren, um unseren fehlenden Selbstwert zu pushen, sondern um uns zu spüren, uns an die unerschöpfliche Ruhe und Kraft in uns zu erinnern.

Warum ist Selbstbewusstsein wichtig?

Selbstbewusstsein ist enorm wichtig. In nicht unüblichen Maße erlaubt es, das wir uns als handlungsmächtig und gestaltend in unseren eigenen Leben wahrnehmen. Damit ist es eine wichtige Grundlage, um unserem psychischen Grundbedürfnis nach Autonomie nachzukommen.

Fehlt uns hingegen die Wertschätzung für die eigene Person, verkaufen wir uns unter Wert, können wir nur ungenügend unsere Grenzen schützen, fühlen wir uns im schlimmsten Fall ohne Wert. Menschen mit niedrigen Selbstbewusstsein explodieren gerne mal aus Wut, schmollen passiv-aggressiv oder machen sich vor Angst ganz klein.

Sind wir hingegen ruhig und entschieden, können wir auch mal Fünfe gerade sein lassen bei unserer Arbeit, müssen uns nicht ewig anpassen und verbiegen, um es allen recht zu machen und sind nicht so besorgt darüber, was andere von uns denken.

Selbstbewusstsein mit Meditation erhöhen

Eine Möglichkeit, um an seine inneren Ressourcen anzuknüpfen, ist die Eigenschaftsmeditation. Diese besondere Meditationstechnik wurde gezielt kreiert, um Eigenschaften wie Freude, Mitgefühl, Mut oder eben auch Selbstbewusstsein zu stärken.

Dabei werden Achtsamkeit, Autosuggestionen, Entspannung und Visualisierung genutzt, um gezielt auf deine Wahrnehmung einzuwirken. In Hinblick auf die Autosuggestionen ist es wichtig, eine für dich passende Formulierung zu finden. Beachte also für die Meditation zum Thema Selbstbewusstsein folgende Regeln:

1. Finde ein Schlagwort, das zu dir passt

Das muss nicht “selbstbewusst” sein, du kannst auch Synonyme wie “selbstsicher”, “souverän”, “durchsetzungsfähig” nutzen. Oder finde alternativ dazu Wörter, die zum Thema Selbstwert passen, wie “wertvoll”, “wichtig”, “liebenswert”.

2. Werde dir deines Zieles bewusst

Du kannst natürlich eine allgemeine Autosuggestion formulieren. Alternativ ist es möglich, dich auf eine bestimmte Situation zu beziehen, wie z.B. der Arbeit: “Bei der Arbeit bleibe ich souverän”, oder wenn dich jemand kritisiert: “Bei Kritik bleibe ich cool”.

3. Lass es für dich glaubhaft klingen

Formuliere eine realistische Aussage. Wenn du dir “Ich bin selbstbewusst” sagst und dir das unaufrichtig vorkommt, nutze lieber “Jeden Tag fühle ich mich selbstbewusster”.

4. Nutze positive Formulierungen

Streiche negative Formulierungen und Verneinungen. Sage also “Ich bin wichtig”, anstelle von “Ich bin nicht unwichtig”.

Weitere Beispiele um mehr Selbstbewusstsein in der Meditation zu kreieren: “Tag für Tag fühle ich mich stärker”, “Ich bin liebenswert”, “Ich ruhe in mir”, “Bei mir bin ich sicher”, “Ich wachse selbstsicher”.

Meditation für mehr Selbstbewusstsein – Schritt für Schritt

Eine systematische Anleitung für die Eigenschaftsmeditation mit Sukadev

Nachdem du deine Autosuggestion gefunden hast, kannst du mit dieser simplen Anleitung arbeiten.

1. Meditationssitz einnehmen

Finde einen Meditationssitz, der gleichzeitig stabil und bequem ist. Dazu eigenen sich der Fersensitz oder der Kreuzbeinige Sitz. Polstere dich ggf. mit einem Kissen ab.

2. Körper ausrichten und spüren

Schau, das deine Beine geerdet sind, lass die Schultern über hinten oben nach unten kreisen und mache ein leichtes Doppelkinn. Spüre dann nochmal einzeln deine Körperteile von oben nach unten.

3. Verbinde dich mit deinem Atem

Um dich auch innerlich auszurichten, nimm hier gezielt deinen Atem wahr. Spüre die ruhige und gleichmäßige Ein- und Ausatmung.

4. Autosuggestion geistig wiederholen

Nun wiederhole deine Autosuggestion geistig einige Male für dich für ca. 1-2 Minuten. Es ist günstig, dabei durchgehend bei einer Autosuggestion zu bleiben. Diese gewinnt mit jedem Mal mehr an Kraft.

5. Motiviere dich!

Denke anschließend 1-2 min. über dein Ziel nach. Frage dich: “Wieso möchte ich selbstbewusster werden? Wie kann es dir in meiner derzeitigen Lebenslage helfen?”.

6. Spüre dich ganz selbstbewusst

Fühle, wie langsam Selbstsicherheit in dir aufsteigt und gehe ganz in diesem Gefühl auf. Spüre deinen Körper stabil und dennoch entspannt, deinen Geist in sich ruhend und gelassen.

7. Visualisiere dich selbstbewusst

Nimm den Schwung dieses Gefühls mit und stelle dir eine Situation vor, in der du genauso selbstbewusst handelst, wie du dich fühlst. Sehe dich beispielsweise dabei, wie du souverän auf einen kleinlichen Kommentar reagierst, oder selbstsicher eine Präsentation auf deiner Arbeit führst.

8. Schließe mit einer Autosuggestion ab

Gehe schließlich dazu über, die Meditation mit einigen Wiederholungen deiner Autosuggestion ausklingen zu lassen.


In schwierigen Lebenslagen, vielleicht sogar Krankheit, ist es sinnvoll, zunächst an seine inneren Ressourcen anzuknüpfen und diese zu stärken. Daneben sollte jedoch nicht versäumt werden, gezielt aufzuarbeiten, was den Energiemangel in uns in erster Linie verursacht hat. Dazu kann eine begleitende Beratung oder Psychotherapie sehr sinnvoll sein. Alles Liebe!

Eigenschaftsmeditation lernen und anleiten


Schritt-für-Schritt Anleitung für Anfänger

Am einfachsten lässt sich die Eigenschaftsmeditation mithilfe einer verständigen Meditationseinführung für Anfänger erlernen.Zu insgesamt 11 Yoga Meditationstechniken werden, neben den Ursprüngen, auch Varianten, Sitztechniken, Handhaltungen sowie Achtsamkeitsübungen eingeführt.

Eigenschaftsmeditation in der Yogatherapie

Die Eigenschaftsmeditation ist eine der einfachen Meditationstechniken aus der psychologischen Yogatherapie. Ihr Credo ist dabei Hilfe zur Selbsthilfe. Damit du Belastendes fühlen, umwandeln und schließlich integrieren kannst, begleiten psychologische Yogatherapeuten dich auf deiner eigenen, inneren Entdeckungsreise.

Die Basis der Therapie bilden dabei auf dich angepasste Asanas, Meditation, Atem-, Entspannungs- und ayurvedische Übungen. Mit Methoden vorrangig humanistischer Psychotherapieansätze vertiefen wir die Arbeit an deinen Themen. Wir nutzen z.B. die Gestalttherapie, Hypnose, systemische Therapie, Aufstellungsarbeit.

Basics wie die Eigenschaftsmeditation lernst du bereits in den Grundlagen der psychologischen Yogatherapie. Dabei lernst du, wie du in ein Erstgespräch gehst und eine Anamnese erstellst. Gezielte Wahrnehmungsübungen aus dem integralen Yoga und der Gestalttherapie lassen dich das „Ich-Du-Wir“ bewusster und intensiver erleben. Damit schaffst du die Grundlagen für vertrauensvolle Beziehungen: einfühlendes Verständnis, liebevoller und achtsamer Umgang sowie Echtheit.

3 Kommentare zu “Stark und präsent sein – Meditation für mehr Selbstbewusstsein

  1. Patricia Barakat

    Vielen Dank. Sehr schön geschrieben .

    Frohe Pfingsten

  2. Anonymous

    Sehr interessant vielen DANK und allen frohe Pfingsten mir den Gaben des hl. Geistes

  3. Sehr toll geschrieben. Klar und präzise formuliert. Wow🌺
    Vielen Dank/Namaste♥️
    Gruß Katrin

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