Meditation – Zitat des Tages

Inspirierende Geschichte: Die Seligkeit der Verherrlichung. In einem gewissen Dorf in Indien lebte eine alte Frau mit ihren Söhnen und Schwiegertöchtern. Da sie keinen Pfennig besaß, behandelte man sie nicht gut und auch ihre Schwiegertöchter stritten ständig mit ihr. Eines Tages war die alte Frau ihr unglückliches Leben leid und verließ still das Haus. Sie ging weiter und weiter und als sie an einen dunklen Wald kam, begegnete ihr der Sommer in der Gestalt einer schönen Frau. Die schöne Frau fragte: „Sag mir Mutter, wie gefalle ich dir?“ Die alte Frau antwortete lächelnd: „Ach du, du liebes Ding? Du bist die beste der Jahrszeiten. Nach der bitteren Kälte begrüßen wir dich mit offenen Armen. Ach wie lieben wir das Mondlicht in den Sommernächten und wie schön ist es, die kühle, frische, duftende Morgenbrise zu atmen! Wenn du kommst, bringt das Leben mir Freude. Eis und erfrischende kühle Getränke sind alles deine Geschenke. Du bist die Königin der Jahreszeiten. Ich liebe dich sehr.“ Als sie die Worte vernahm, war Sommer hoch erfreut.

Sie dankte der alten Frau und gab ihr zum Zeichen ihrer Liebe Gold im Wert von Tausendern. Als die Frau etwas weiter gegangen war traf sie die Regenzeit in der Gestalt eines lieblichen Mädchens in einem grünen Sari (indische Frauenkleidung). Sie grüßte die alte Frau und fragte sie, wie sie ihr gefalle. Die alte Frau lobte sie in höchsten Tönen; sagte sie sei die Schönheit des Lebens, ohne sie wäre das Leben fruchtlos, dumpf und düster. In der Regenzeit wird die ganze Natur neu belebt. Bäche rauschen und Gärten lächeln. Die Kinder singen und tanzen vor Freude. „Selbst alte Männer zwinkern und pfeifen. Du inspirierst die Dichter. Picknicks und Feste sind dein Geschenk, oh bezaubernde Prinzessin! Die Welt begrüßt dich mit Liebe und Dankbarkeit.“ Die Regenzeit war hoch erfreut. Sie gab der alten Frau eine Börse, voll mit wertvollen Juwelen.

Die alte Frau freute sich über ihr Glück. Als sie weiter ging, begegnete ihr der Winter feierlich in als schöne Frau in weiß gekleidet. Sie grüßte die alte Frau und fragte sie, wie sie ihr gefalle. Die alte Frau lobte sie ebenfalls so gut sie nur konnte und mit aller Aufrichtigkeit. Und so gab Winter ihr eine riesige Summe und ging zufrieden von dannen. Die alte Frau war nun guter Dinge und dachte daran nach Hause zurück zukehren. Als sie bei ihrer Familie angekommen war, erzählte sie ihren Kindern die ganze Geschichte. Und da sie nun reich war, wurde sie von allen geliebt und geachtet. Es gab nun in der Nachbarschaft eine andere alte Frau, die ebenfalls von ihren Kindern schlecht behandelt wurde. Sie hörte von dem Glück diese Frau und dachte gleiches zu tun. Sie verließ ebenfalls das Haus und ging ihrer Wege. Auch sie begegnete einer Jahreszeit nach der anderen. Aber die Frau machte sie in den unschicklichsten Tönen herab. Also verprügelten die drei Jahreszeiten sie. Die unglückliche alte Frau musste nun schmerz erfüllt und halb verhungert nach Hause zurückkehren und verbrachte ihre Tage in noch größerem Elend als zuvor.

Swami Sivananda

4 Kommentare zu “Meditation – Zitat des Tages

  1. ૐ Ja, die Schöpfung zeigte sofort der Frau ihre Herrlichkeit und behandelte sie gut. Durch diese Seligkeit Verherrlichte sie die Natur da sie Liebe erkennt. Und wo Liebe ist da fehlt es an nichts mehr. ૐ ૐ ૐ

  2. Om Om Om ,
    vielleicht auch eine Analogie, wie wir die Schöpfung (weibliche Erde, in Form der 4 Jahreszeiten) behandeln, behandeln wir die Schöpfung gut, geht es uns auch gut.

  3. Rafaela

    ૐ Nein Dörte! Es geht wohl um die Habgier der Menschen, auch in Familien. Die ältere Dame ist weise und klug, sie besitzt viel inneren Reichtum. Es geht in dieser Geschichte um den inneren Reichtum, der sich dann wenn es hilfreich ist für die Selbsterkenntnis, auch im äusseren zeigen kann.
    ℒℴνℯ & ૐ ૐ ૐ

  4. Zitat:
    Da sie keinen Pfennig besaß, behandelte man sie nicht gut und auch ihre Schwiegertöchter stritten ständig mit ihr.
    Zitat Ende

    Ist das ein Grund für schlechte Behandlung in Indien oder war die alte Dame irgendwie beteiligt an der Situation. Die obige Darstellung klingt wie eine Opfergeschichte.

    Kali Kali Kali

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