Meditation – Zitat des Tages

Inspirierende Geschichte: Der humorvolle Obstverkäufer. Einst veranstaltete ein Rajah (Herrschertitel) ein prunkvolles Fest. Er lud viele andere Rahjahs, Landbesitzer und Offiziere ein. Er bekam reichlich Trauben, Orangen, Äpfel und alle Arten von Gemüse und Süßigkeiten geliefert. Er konnte jedoch keine guten Mangos bekommen. Da kam gerade auf der Straße vor dem Palast ein Observerkäufer vorbei, der reichlich gute Mangos hatte. Der Torwächter rief ihn zu sich und sagte: „Heute wird Rajah Sahib alle deine Mangos kaufen, da ein großes Fest stattfindet. Du musst mir jedoch die Hälfte deines Gewinns geben, dann nur dann werde ich dich in den Palast lassen.“ Zuerst zögerte der Obstverkäufer ein wenig, aber schließlich willigte er ein. Er war ein sehr intelligenter und humorvoller Mann. Er betrat das Gelände des Palastes.

Der Rajah Sahib kaufte alle Mangos und fragte den Obstverkäufer: „Wie viel Geld möchtest du?“ Der Obstverkäufer antwortete: „Rajah Sahib, ich möchte kein Geld. Bitte schlag mich einhundert Mal mit einem Stock.“ Der Rajah war höchst verblüfft. Er sagte: „Nimm eine großzügige Bezahlung an. Deine Mangos sind äußerst köstlich. Wie kann ich dich schlagen, wenn du mir das Obst geliefert hast, das ich so dringend benötigte? Ich bin dir zu besonderem Dank verpflichtet.“ Aber der Obstverkäufer wiederholte nur: „Nein, nein. Du musst mich nur hundert Mal schlagen. Das würde mich sehr freuen und zufrieden stellen.“

Der Rajah befahl seinem Diener ihn einhundert Mal leicht zu schlagen. Der Diener schlug ihn fünfzig Mal und wollte gerade zum einundfünfzigsten schlag ausholen, als der Obstverkäufer ausrief: „Halt jetzt! Halt! Ich habe einen Partner. Du musst auch ihn fünfzig Mal schlagen.“ Der Rajah war sehr erstaunt. Welch komischer, witziger Mensch, das doch war! Er fragte: „Wer ist denn dein Partner?“ Der Obstverkäufer antwortete: „Als ich auf das Palastgelände wollte,  verlangte der Torwächter, dass ich meinen Gewinn zur Hälfte mit ihm teile. Also muss auch er seinen Anteil von fünfzig Stockhieben bekommen.“ Der Rajah Sahib ließ sofort seinen Torwächter kommen, befahl ihn fünfzig Mal hart zu schlagen und ihn dann aus seinen Diensten zu entlassen.

Der Obstverkäufer erhielt reiche Geschenke für seine ehrliche Handlung. Ein aufrichtiger Mann muss immer geachtet werden. Aufrichtigkeit bringt ihre eigne Belohnung. Aufrichtigkeit ist nicht nur die beste Einstellung, sondern auch eine erhabne Tugend. Ein ehrlicher Mann hat immer Erfolg in seiner Arbeit. Die Menschen schenken ihm großes Vertrauen. Ein gieriger Mensch wird von seinen eigenen Leuten gehasst. Er führt immer ein ruheloses, unzufriedenes und elendes Leben. Er ist wie ein Blutegel oder Geier.

Er saugt das Blut anderer. Er nutzt sie aus. Er verwendet Tricks und unredliche Mittel, um an Geld zu kommen. Geld ist sein Ziel. Geld ist sein Gott. Er zögert auch nicht für Geld zu morden. Gier trübt den Verstand und macht blind. Selbstsucht, Betrug, Diplomatie und Heuchelei sind die ständigen Begleiter der Gier. Die Wurzel des Krieges ist Gier. Sie ist der Liebling von Maya (Illusion) und Unwissenheit. Sie ist wie ein Chamäleon. Ständig nimmt sie andere Farben und Formen an. Es gibt die Gier nach Geld, die Gier nach übersinnlichen Kräften, die Gier nach Gurutum, nach Schüler und Ashrams. Vernichte die Gier durch Wohltätigkeit, Satsang (Zusammensein mit tugendhaften Menschen) und Aufrichtigkeit. Du wirst höchsten Frieden und Wonne genießen.

Swami Sivananda

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