Meditation – Zitat des Tages

Manche Sadhakas üben Sadhana in milder Form; andere machen morgens und abends zwei Stunden lang intensives Sadhana. Wenn du schnelle Selbstverwirklichung erreichen willst, übe intensiv und beständig Sadhana über einen längeren Zeitraum hinweg. Nur hin und wieder mal zu praktizieren ist nutzlos.

Swami Sivananda

 

 

2 Kommentare zu “Meditation – Zitat des Tages

  1. Dies sind meine Gedanken dazu:

    Alles (wahrhaftige) ist Göttliches Selbst. Den meisten Menschen ist diese Sicht-/Fühl-/Erfahrungsweise jedoch ‚fremd‘ bzw. wird nicht dauerhaft als solche erfahren. Um die ‚Unklarheit‘ gegenüber der Allgegenwart des Göttlichen zu beseitigen, gibt es verschiedene Traditionen und Techniken. Sadhana, spirituelle Praktiken, dienen dazu, dem im Trubel der (interpretierten) Welt verstrickten Geist zu ‚entwickeln‘ und ihn (von seinen Irrtümern) zu befreienden Erkenntnissen zu führen.

    Im Grunde genommen ist es für nichts und niemanden nötig, Gottverwirklichung zu erlangen, da alles ein Aspekt des Göttlichen ist. Was aber für das Leid erfahrende geistige-körperliche-emotionale ‚Ich‘ von Nöten ist, ist die Befreiung von der Identifikation mit Schmerz, Angst, dem Gefühl der Unzulänglichkeit, usw.
    Auch dazu wollen spirituelle Praktiken verhelfen. Im Yoga stützt man sich dabei auf Jahrtausende alte bewährte Techniken, wie z.B. Meditation, die Erforschung und Kontrolle des Geistes, selbstloses Dienen, die Befriedung des Intellekts durch rechtes Wissen und Erkenntnis, …

    Swami Sivananda möchte mit den oben genannten Worten dazu die Bereitwilligkeit derjenigen stärken, für die spirituelle Praktiken förderlich und ggf. auch erforderlich sind. Das trifft unter den scheinbaren Umständen auf viele ’spirituell Suchende‘ zu. Das bedeutet aber nicht, dass irgendjemand von der Gnade Gottes ausgeschlossen ist. Letzten Endes kann niemand scheitern, die Gottverwirklichung zu erfahren. Jede Notwendigkeit wird erfüllt werden, wenn es sein soll. [Vorstellungen über] Zeit und Raum sind dabei sogar unerheblich.

    Durch die eigene Bereitschaft, Lektionen vom Leben anzunehmen und nicht aus Angst, Scheu oder Bequemlichkeit davor zu flüchten, verkürzt das Phänomen der raum-zeitlichen Erfahrung, es gäbe einen Weg, der vom Zustand der Unfreiheit zur Freiheit gegangen werden müsse. Relative Freiheit ist Teil einer Erfahrung, die als Gegensatz zu relativer Unfreiheit erfahren wird. Allumfassende Freiheit verbleibt unberührt von beidem, so wie Wirkliches nicht von Unwirklichem beeinträchtigt werden kann.

    Um allumfassende Freiheit anzuerkennen bzw. zu erfahren, muss der Mensch alle seine (konditionierten) Vorstellungen und Gefühle, welche suggerieren, dass es negative Bindung (Unfreiheit) gibt, loslassen. Dies geschieht mit den Hilfsmitteln der relativen Befreiung (u.a. Sadhana) – bis schließlich auch diese ihren Dienst erfüllt haben und alsdann im Gewahrsein der Wachheit lediglich als traum-bedingte Mittel innerhalb des Traumes (Maya) erkannt werden. So gibt es das Beispiel des Mannes, der auf einen spitzen Dorn eines Rosenbusches tritt, und diesen Dorn, der sich in seinem Fuß festgesetzt hat, dann mit einem zweiten Dorn entfernt – um schließlich beide Dorne als nunmehr bedeutungslos zurückzulassen. Der zweite Dorn (symbolisch für Befreiung – in weiterem Sinne auch das Mittel der Befreiung, wie z.B. Sadhana) erfüllt also den Zweck, den ersten Dorn (die Identifikation mit Gebundenheit, Unfreiheit) zu beseitigen. Im realisierten Zustand der Freiheit (im ‚befreiten Zustand‘) findet nichts einen Zweck, das keinen Zweck erfüllt, sprich: alles dient letztendlich der Freiheit – quasi der Erkenntnis, dass Freiheit (Gott, Bewusstsein, Frieden, Liebe) die Natur allen Seins ist.

    Sadhana hilft, die Verwicklungen des Geistes mit Zuständen der Unvollkommenheit (Ängste, etc.) zu lösen. So wie Hitze und Feuer miteinander einhergehen, so bedingen Konsequenz und Sadhana einander – dies erweist sich u.a. durch Ausdauer, Regelmäßigkeit und (un)persönliche Bereitwilligkeit. All das ist Teil der traumhaften Verwicklung, in der sich der Mensch [als Form einer personen-artigen Geist-Körper-Emotions-Identifikation] unter gegebenen Umständen befindet. Sadhana wird nicht mehr nötig sein, wenn es als solches unnötig (geworden) ist. Solange es im kosmischen Spiel aber seinen speziellen Zweck erfüllt, wird Sadhana für viele inkarnierten Wesen ein Mittel sein, um sich von vorgetäuschter (und doch akzeptierter) Bindung zu befreien.

    Im Grunde genommen könnte man es auch so sehen:
    Stärke (Kraft, Energie) wird gestärkt durch Stärke. In sich selbst ist Stärke stark. Sadhana stärkt die starken Anteile eines spirituellen Aspiranten. Kraftvolles, beherztes und ausdauerndes Sadhana stärkt die Kraft und Ausdauer des spirituell Praktizierenden, was (in angemessenem Maße) wiederum dienlich ist bei dem Ziel, das sich der Aspirant (wissentlich oder unwissentlich, bewusst oder unbewusst) selbst gesetzt hat (Selbstverwirklichung, Moksha, …).
    Ich denke:
    „Sei still und tue nichts“ kann Sadhana sein. „Frage dich: Wer bin ich?“ kann Sadhana sein. „Sei freundlich zu dir selbst und zu anderen.“ kann Sadhana sein. Tue all dies, aber tue es beständig. Das wird dich zum gewünschten Ziel führen.

    Eigenbemühung ist ein Teil des spirituellen Weges. Buddha bemühte sich. Jesus bemühte sich. Aber es ist Göttliche Gnade, die vollendet.

    # Das was ich hier schrieb, ist natürlich nur eine Betrachtungsweise als Teil (m)eines Weges. Um die Sonne (als Aspekt) zu kennen, muss man ihre Wärme gespürt und ihr Licht gesehen haben. Um einen Apfel (als Apsekt) zu kennen, muss man ihn gesehen und geschmeckt haben. Selbstverwirklichung ist ein Weg der Erfahrung, der über phänomenale Erfahrung hinaus zur Erfahrung der All-Einheit führt. Schließlich schwinden dabei alle Worte, und das, was wahr zu sein schien, ist plötzlich Nichts – so wie im Licht die Dunkelheit nicht existiert.

  2. Täglich verfolge ich die Seiten der Inspiration.
    Nun bin ich irritiert, nach dem ich das heutige Zitat gelesen habe und komme zur Erkenntnis, dass alle, die täglich nicht morgens und abends mindestens 2 Stunden Sadhana üben, vom ganzen spirituellem Leben ausgeschlossen werden bzw. nur zweite Klasse sind.

    Das glaube ich selbst nicht, denn tief in mir bin ich sicher, dass jeder, auch der der, geistig bzw. kognitiv nicht dazu in der Lage ist in irgendeiner Form einen spirituellen Form geht.

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