Yoga auf dem ‚Kustom Kulture Forever‘ 2018

Laute Motoren, Tattoos und Punk Musik. Auf den ersten Blick hat die „Kustom Kulture Forever“ wenig mit Yoga gemeinsam. Trotzdem mache ich mich stellvertretend für Yoga Vidya auf den Weg nach Herten, um neues Terrain zu erschließen.

Vielleicht fragst du dich jetzt, was Yoga Vidya auf einem der wichtigsten Events der europäischen Kustom Art Szene verloren hat? Und ganz ehrlich, nach meinem ersten Rundgang über das Messegelände zweifle ich einen Moment selber daran, ob sich diese beiden Welten vereinen lassen.

Dieser Artikel handelt von der positiven Überraschung, die ich bei meinem Ausflug erleben durfte.

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Wie kam es also dazu, dass ich mich am Freitag, den 25. Mai 2018, in gelb-weiß, mit Yogamatte und Skateboard unterm Arm auf den Weg nach Herten mache? Eines der absoluten Highlights der Messe ist das „KKF Ramp Battle“, ein Contest, der die Veranstaltung zu einem Treffpunkt der europäischen Skateszene macht. Da ich selbst viel Zeit meines Lebens auf dem Skateboard verbracht habe, fühlen sich solche Events ein bisschen wie nach Hause kommen an. Doch genauso ist ein Teil von mir auch in der Yoga-Szene beheimatet. Und ich denke, dass sich beide Welten gut miteinander verbinden lassen. Wenn du neugierig bist, wie ich auf diese Idee komme, schau dir doch diesen Artikel über mich an: → MIT SICH UND DER UMWELT INS REINE KOMMEN

Während meines ersten Rundgangs frage ich mich also, ob es eine bescheuerte Idee war, ausgerechnet hier Menschen für Yoga begeistern zu wollen. Ein Großteil der Messebesucher/innen*  besteht aus tätowierten Männern mittleren Alters, die sich für Autos und guten Whisky zu interessieren scheinen. Wie also sollen hier die Prinzipen des integralen Yoga nach Swami Sivananda Resonanz finden?

Doch, wie schon angekündigt, sollte ich überrascht werden. An der Minirampe angekommen, drehe ich die ersten Runden mit dem Skateboard (natürlich im gelben Yoga Vidya T-shirt ). Und schon ergeben sich die ersten Fragen: Was ich den momentan machen würde, wo ich wohne und so weiter. So erkläre ich, dass ich Sevaka bei Yoga Vidya in Horn-Bad Meinberg bin und was das bedeutet. Und plötzlich bin ich froh, dass ich mich im Vorfeld mit Infomaterial ausgerüstet habe. So kann ich einigen Neugierigen unsere gelben Beutel in die Hand drücken.

Punk ’n Roll & Sonnengrüße

Am späten Abend beginnt die erste Skateboard Show und kurz darauf fangen die ersten Bands an, das komplette Gelände mit feinstem Punk und Rock`n Roll zu beschallen. Für einige Stunden steht das Skateboardfahren ganz im Mittelpunkt. Es wird erst am frühen Morgen ruhig, auf guten Schlaf scheinen hier wenige Wert zu legen.

Samstags morgens nach einer kurzen Meditation und meinen morgendlichen Kriya-Übungen, bin ich einer der ersten Munteren auf dem Gelände (wer nüchtern bleibt kann natürlich morgens wesentlich fiter Surya und Pachamama grüssen). Ich beginne den Tag mit meinen Asanas, die ich im Flat der Minirampe praktizierte. Nach und nach verlassen  die ersten ihr Nachtlager und ich ernte verwunderte Blicke.

Im Laufe des Tages kommen dann immer mehr Menschen auf mich zu, die mich beim Hatha-Yoga beobachtet haben. Sie wollen genaueres erfahren. Darunter auch immer mehr Skater/innen* , die sich entweder allgemein mit mir über das Thema Yoga austauschen wollen oder sich nach passenden Asanas für ihre Wehwehchen erkundigen. Bald darauf probieren hier und dort auf dem Gelände unterschiedlichste Menschen die Asanas: Von der Sphinx bis hin zum Partner-Drehsitz.

Ich bin überwältigt, von der Offenheit, die Yoga auf dieser Veranstaltung entgegengebracht wird. Mein Gefühl hat mich also nicht getäuscht: Yoga ist richtig, hier genauso wie in einem Yoga Zentrum. Wer wird schon als Yogi geboren? Wahrscheinlich die wenigsten. Viele Menschen kommen auf Umwegen auf den Yogaweg. Vielleicht weil sie spüren, dass es gut tut. So wie die beiden Rockabillies, denen sich beim Partner-Drehsitz eine völlig neue Welt zu eröffnen scheint. Irgendwie fühlt sich das so gut an.

Nachdem die letzte Skate-Show gegen frühen Abend ausklingt, mache ich mich auf den Heimweg Richtung Bad Meinberg. Leider verpasse ich den Samstagabend Satsang, bin dafür aber durch wunderbare Erfahrungen entschädigt. Die Menschen die auf dem ersten Blick vielleicht gar nicht unbedingt in das Yoga-Klischee passen, können trotzdem sehr affin für die Thematik Yoga sein. Und dass man sich an jedem Ort in den 6 Yoga Wegen üben kann.

Ich danke allen Wesen, die diese Erfahrung möglich gemacht haben.

lokāḥ samastāḥ sukhino bhavantu

(mögen alle Wesen auf allen Ebenen Glückseligkeit erfahren)

Om Shanti

Ein Artikel von Luca F.

Für Luca ist Yoga seit Kindesalter ein Teil des Lebens, ganz besonders Meditation. Er reiste mit dem Skateboard durch Europa und die USA gereist. Luca verstärkt das Team Mahameru bei Yoga Vidya in Bad Meinberg als Sevaka und ist dankbar, Teil des Teams sein zu dürfen.

1 Kommentar zu “Yoga auf dem ‚Kustom Kulture Forever‘ 2018

  1. Ich habe als 10 jähriger 1964 Stunden vor dem Schaufenster des Spielzeuggeschäftes gestanden und habe da erste Skateboard angeschaut durch die Scheibe.
    Leider haben meine Eltern sich geweigert es mir zu kaufen.
    Es gab damals noch keine Knie- und Ellbogenschoner dazu.
    Auch war die Technik damals noch anders als heute.
    Also bin ich kein Skater geworden.
    Schade eigentlich…

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