Yoga Vidya Musikfestival 2019 – Fotoshow und Eindrücke

Vier Tage intensives Eintauchen in Musik- und Klangwelten bot das 15. Yoga Vidya Musikfestival vom 30. Mai bis 2. Juni bei Yoga Vidya Bad Meinberg.

Bei sommerlichem Wetter erlebten die BesucherInnen eine bunte Vielfalt von Konzerten, Klangworkshops, Klangyogastunden und -meditationen, mit heilenden Klängen, Gesang, Tanz, Bewegung, Entspannung und Freude.

Im Mittelpunkt stand vor allem das gemeinsame Erleben und Verbinden, wozu viele KünstlerInnen mit ihrer Musik und ihren Performances einluden. Das Motto des diesjährigen Musikfestivals „15 Jahre Klänge für den Frieden“ zeigte sich nicht nur in einer liebe- und friedvollen Atmosphäre, sondern wurde immer wieder aufgegriffen oder schwang  zwischen den Zeilen mit.

Schirmherrschaft übernahmen zum 15. Festival-Jubiläum die weltweit bekannten Musiker Deva Premal & Miten. Entsprechend ihrer Mission als moderne Nomaden, die Medizin der Mantras mit der Menschheit zu teilen, nahmen sie symbolisch per Video-Einspieler an der Eröffnungsfeier am Donnerstagabend teil. Für universellen Frieden stimmten sie ein gemeinsam gesungenes „Om Shanti“ ein.

Durch das Programm des gesamten Festivals führte Christian Einsiedel, der erstmals die organisatorische Leitung dieses Events übernahm. Statt langen zu reden, lud der Moderator zu einem Moment der Stille ein.

Die daran anknüpfende Klangmeditation von CarmaFlowsCosmic und Judith Maria Günzl sorgte für ein bewusstes Ankommen im Hier und Jetzt. Tiefe, herzschlagähnliche Trommelschläge und vibrierende, tragende Gongtöne in Kombination mit sphärischen Klängen der Seelensängerin.

Im Anschluss begrüßte Sukadev Bretz die Gäste auch im Namen des Yoga Vidya e.V. und umschrieb die derzeitige gemeinsame Herausforderung, mit der sich auch das Festival befassen wolle:

Die Welt muss sich ändern, aber wir wissen noch nicht wie. Deshalb wollen wir mit Aktivitäten, Yoga, Meditation und Mantragesängen Frieden schaffen und in uns selbst erfahren.

 

Im anschließenden Auftaktkonzert verbreitete das indische Maharaj Trio mit belebenden indischen Ragas ausgelassene Stimmung. In ihrer Ansprache erinnerten sie aber auch an die derzeit zwei größten Weltkrisen: Plastikverschmutzung und die Knappheit von sauberem Trinkwasser, denen sie auch ihre Musik widmen.

Die Headliner des diesjährigen Musikfestivals, die beliebten Bhaktiyogis Satyaa & Pari, vermittelten authentisch, dass sie von der universellen Heilung von Mantren überzeugt sind. Seit mehr als 30 Jahren beschäftigen sie sich intensiv mit dieser „Methode des Spaßhabens“ und demonstrierten am Samstag, dass wir alle eins auf einem Level sind. Auf dem Boden mit den TeilnehmerInnen ihres Workshops „Mantra Healing“ sitzend, betonten sie, dass keiner weise sei und wir alle Heilung bräuchten. Das Singen verbinde, helfe sich von Vorstellungen vom Selbst zu befreien und uns als schöpfende Wesen zu begreifen. Um, wie Pari erklärte:

Diesem unschuldigen Moment, der so weise ist, keinen Namen zu geben.

Diese Ziel nahmen sie auch bei ihrem Samstagabendkonzert wieder auf und beseelten besinnlich den vollbesuchten Sivanadasaal mit ihren heilenden, interaktiven Mantragesängen.

Ja ist Antwort, ja ist der Weg. Liebe ist die Antwort, Liebe ist der Weg. Hier ist die Antwort, hier ist der Weg.

Sundaram gestaltete mit Katyayani die Yogaklangstunde „Shiva Shakti – erspüre deinen Lebenskreis“, eine Reise durch das eigene Leben. Dabei spannten sie einen Bogen von der Geburt bis zum Tod, beginnend mit der Verneigung vor dem Leben. So wie sich Shiva immer wieder vor Shakti verneige. Im Verlauf der Stunde reifte die Erkenntnis:

Du nimmst den Kampf an, indem du den Krieg beendest. […] Fühle wieder, wie du deine Kraft in den Dienst des Lebens stellen kannst. Die höchste Kraft ist die Liebe.

 

Diese Kraft betonte er auch bei einem der Festivalhighlights, dem Freitagabend-Konzert mit seiner sieben-köpfigen Band. Schon das zweite Mantra „Om shanti Om“, das sie mit vollen Stimmen, starker Percussion und instrumentaler Unterstützung präsentierte, ließ kaum eine/n ZuhörerIn ruhig am Boden sitzen. Es ginge darum, sich über sprachliche Grenzen hinweg mit der Musik zu verbinden und Sundaram erklärte:

Wir sind nicht die Tänzer, wir sind Teil des Tanzes.

Frei weitertanzen konnten die FestivalbesucherInnen am Abend auch bei DJ Macunik, der Mantradance-Beats auflegte.

Angekündigt als der „Rockstar der Mantrasänger“, schien jede Zelle des Körpers des indischen Swamis Gurusharananda beim Kirtan am Freitagabend mitzuschwingen. Dem vorherigen Schirmherr des Musikfestivals 2018, der strahlend aus ganzem Herzen kraftvoll Mantren sang, gelang es nach kurzer Zeit, das Publikum für das Mitsingen zu begeistern.

In seiner „Swakriya Yogastunde“ am Samstag integrierte er die fünf Elemente, da es wichtig sei, auf die Natur zu hören und sie zu verstehen. Egal welches Wetter ist, die Bäume seien immer da und stark verwurzelt.

Die Sprache der Liebe verstehen alle Lebewesen und alle Yogawege führen zum Herzen. Versuche das Praktizieren des Herzens bei allem einzubinden. Wasche dein Geschirr so, als seien es die Füße des Göttlichen.[…] Alles ist eine Übung.

Unterschiedlichste KünstlerInnen gestalteten ein vielschichtiges, buntes Klangmosaik-Programm, an dem jede/r auf ihre/seine ganz persönliche Art und Weise in Form von Konzerten, Yogastunden, Meditationen und Workshops mitwirkte. Es ergaben sich viele Möglichkeiten zuzuhören, zu entdecken, zu verstehen und auszuprobieren. So begeisterten u.a. Amrit Sadhana Singh, Shamana Om, Jeanine mit Maik Hofmeister, Frauke Richter mit Stefan Grothe, Anni on earth mit Christian Pandurang, Zoë Celestine Einsiedel, die Gruppe Mudita, Martin Hinze, Eric Friedling, Jasmin Iranpour mit Kai Treude, Ana Hata, Ram Vakkalanka, Radhika Siegenbruk mit Maik Piorek, Irene Merbitz-Flentje, Marco May mit Marcus Pax Fritz, Gauri Daniela Reich mit DJ Macunik, Julie Jyoti Lietz, Tine und Ma Deva Rany Serra mit Sumitra.

Dank anhaltendem Sommerwetter konnten auch die Outdoor-Angebote am Freitag- und Samstagnachmittag voll ausgekostet werden. Im Regenbogenzelt entstand eine Klangspielwiese, ein spontanes, intuitives Zusammen-Musizieren. Groß und Klein stimmten mit Walter von Lingen ein gemeinsames, buntes Orchesterspiel an. Beim angrenzende freien Bogenschießen versuchten die BesucherInnen mit der Unterstützung von Klemens Schmelter die Kunst zu erlernen, Pfeile in die richtige Richtung zu lenken. Um meditativ den Klängen von Inner Silence zu lauschen, versammelten sich Zuschauer entspannt am Freitag mittag im Schweigegarten.

Aber auch die vollwertige Bio-Verpflegung, das kreative Kinderbetreuungsprogramm, die Traumfänger-Bastelworkshops sowie die regionalen Ausstellern bereicherten das Programm und trugen zu einer entspannten, positiven Stimmung bei.

Beim Workshop „Flow-Tanz und Gongsound“ leitete CarmaFlowsCosmic dazu an, den Körper zu verflüssigen und sich von einzelnen Körperteilen ausgehend durch den Raum zu bewegen. Mit bewussten Schritten behutsam Mutter Erde zu betreten und sich bewusst mit ihr zu verbinden. Durch intensives Schütteln und Zittern Altes loszulassen und ans Universum abzugeben, um anschließend in ein intensives, reinigendes Gongbad einzutauchen.

Satyadevi und Aleah Gandharvika (The Love Keys) schickten die TeilnehmerInnen am Samstagnachmittag auf die Klang-Yogareise „In anderen Sphären erhebend“. Unterstützt von Sitar und Tablas folgten sie einer weißen Feder, deren Reise im Tempelraum der Seele endete, um dort zu verweilen.

Im Samstagabendvorprogramm servierte Guna Nada Das Leichtigkeit und Mantrainterpretationen mit Augenzwinkern. Seine vor allem Reggae-orientierten Kompositionen verbreiteten eine spielerische Feel- Good-Atmosphäre, z.B. mit diesen Liedzeilen, die u.a. aus seinem Hare Krishna Reaggae stammen:

When you’re down, there’s a place inside you, where the sun always shines.[…] Don’t hang on to the past, because in the end there’s only love that will last.

(Wenn du deprimiert bist, gibt es einen Ort in dir, wo immer die Sonne scheint. […] Halte nicht an der Vergangenheit fest, denn am Ende wird nur die Liebe überdauern.)

Damit verband er aber auch sein ernsthafteres Anliegen der Islamophobie entgegenzuwirken. Dazu ließ er bewusst das islamische Lied „The light is in all form, the light is all beings“ (Das Licht ist in allen Formen, das Licht ist in allen Wesen) miteinfließen, bei dem Allah angerufen wird. Sein Anliegen sei, mehr das Verbindende, Gemeinsame als das Trennende betonen.

Auf der offenen Bühnen präsentierten sich am Freitag und Samstag u.a. die KünstlerInnen: Kirbanu, Madeleine Naheka, Shankari Susanne Hill, Die Radhe Kunj Mönche, Annemarie Rasche, Satyadevi & Ram Vakalanka, Duo SeelenHerzKlang und es gab die Möglichkeit spontan an einer offenen Mantra Jam Session teilzunehmen.

Am Sonntagmittag bedankte sich Christian Einsiedel ausführlich und herzlich bei allen Mitwirkenden und Teilnehmenden. Abschließend formulierte er den Wunsch:

Erzählt weiter, dass es dieses kleine gallische Dorf in Ost-Westfalen gibt, das sich für den Friedensgedanken und Liebe einsetzt.

 

Eingebettet innerhalb eines Kreises inmitten der ZuhörerInnen, gestalteten die Gaiatrees ein stimmiges, harmonisches Abschlusskonzert. Der Kreis sei schon in archaischen Gesellschaften bei Versammlungen bewusst gewählt und wichtig gewesen, um auf einer Ebene, das was entsteht, wirken zu lassen, so die Sängerin.

Mit ihrer Musik erzeugten sie einen schwingenden Klangteppich, der sich von Mantra zu Mantra weiter emotional auflud und immer tiefere Ebenen berührte. Bescheiden erklärte die Sängerin Dana Keßler, dass ihre Konzerte  purer Eigennutz seien, denn mit ihrem Auftritt könnten sie in den Klängen der Gruppe baden. Ihr Anliegen sei vor allem:

Wir sind als Erdenhüter auf diese Erde gekommen, um sie zu beschützen.

Im Verlauf des Pachamama-Mantras zu Ehren der Göttin der Erde ermunterten sie die TeilnehmerInnen ihrer eigenen Stimme Ausdruck zu verleihen. Sie erinnerten uns aus dem Tun herauszukommen:

I feel your heart beat in my veins. I feel you care, the way you hold me is so precious. I am aware. There is nowhere to go. There is no one to be. Only here to be free.

(Ich fühle deinen Herzschlag in meinen Adern. Ich fühle deine Fürsorge,  die Art, wie du mich hälst, ist so kostbar. Ich bin bewusst. Es gibt nirgendwo hinzugehen. Es gibt niemand zu sein. Nur hier, um frei zu sein.)

Außerdem wirkten mit: Sascha Herchenbach (Bass), Bernardo Juni (Percussion), Praful (Flöten & Saxophon), Peter Hinz (Percussion), Cris Gavazzoni (Drums), Max Clouth (Gitarre), Yogendra Jens Eckert (Sitar), Wilma Dohrmann, Ananda Devi Melanie Hißling und Katyayani Katja Ulbricht (Gesang), Pandit Vikash Maharaj (Sarod), Abhishek Maharaj (Sitar), Prabhash Maharaj (Tablas), Vishal Maharaj (Harmonium, Sarod), Janin Devi (Gesang), Frauke Richter (Gesang, Percussion), Gauri Daniela Reich (Harmonium), Nadapriya Melanie Bloch (Harfe), Ravi Srinivasan (Tablas), Sumitra Rainer Brembs (Tanpura), Erik Friedling (Flöten), CarmaFlowsCosmic aka Carla Kaiser, Marco May und Marcus Pax Fritz (Gongs) und Erik Manouz (Percussion).

Herzlichen Dank an alle, die dieses besondere Erlebnis ermöglicht haben: das Organisations-Team, alle MithelferInnen, KünstlerInnen, Sevakas, Gäste, UnterstützerInnen und Sukadev, Swami Vishnu-devananda und Swami Sivananda.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen beim 16. Musikfestival im nächsten Jahr! Dafür schon mal den 21. bis 24. Mai 2020 im Kalender vormerken.

Om Shanti

Eindrücke des 15. Yoga Vidya Musikfestivals

2 Kommentare zu “Yoga Vidya Musikfestival 2019 – Fotoshow und Eindrücke

  1. Mangala Narayani

    Ein wundervoller Abschluss in Schriftform…es war WunderWundervoll….Herzlichen Dank
    Mangalaji

  2. Super schöner Artikel, ganz herzlichen Dank dafür. Hat uns sehr gefreut, dass du auch unseren Workshop besucht hast und wir ein Teil von diesem gesegneten Festival sein durften. Namasté und Aloha Carla und Marco

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