Lieblingsbäume im Silvaticum: Anna und der Ginkgobaum

In der Serie „Lieblingsbäume im Silvaticum“ stellen wir euch einige der 93 Baumarten aus den 14 Waldlandschaften in unserem wundervollen Länderpark vor.

Im fünften Teil unserer Serie „Lieblingsbäume im Silvaticum“ stellen wir euch heute unseren Gingko vor, der etwas versteckt in der Waldlandschaft China-Himalaya steht.

Das Silvaticum

Das von allen Yoga Vidyanern und Gästen geliebte „Silvaticum“ soll der Öffentlichkeit weiterhin zugänglich bleiben. Dafür wurde der Länderparkwald Silvaticum im Sommer letzten Jahres von Yoga Vidya erworben und so vor Umgestaltung durch Großinvestoren gerettet.

Mit seinen 40 Hektar bietet das Silvaticum ausreichend Platz für erholsame Spaziergänge und eine in der Region einmalige Naturerfahrung. Das Silvaticum hat den Beinamen „Länderpark“, da die zu besichtigenden Bäume aus Ländern des gleichen Breitengrades rund um den Globus stammen.

Die Flora und Fauna dieses neuzeitlichen Kulturgutes bietet außerdem den idealen Ort für Yoga und Meditation. Dies macht den Park zu einem weiteren wichtigen Teil des bei Yoga Vidya gelehrten integralen Yogas.

Anna – der Ginkgo und das Silvaticum

Mit 22 Jahren bin ich in Japan umhergereist und habe beeindruckende Gingkos und andere Tempelbäume gesehen. Immer schon faszinierend fand ich den Ginkgo mit dieser schönen Blatteinteilung – die Form, die Farbe, die Zweiflügeligkeit der Blätter und das strahlende gelb im Herbst. Die Pflanzensignatur zeigt, dass der Ginkgo gut für das Gehirn ist.

Für mich ist es eine Freude und Sinn des Silvaticums, dass unterschiedlichste fremdartige Bäume aus verschiedenen Erdteilen angeschaut werden können. Ich habe hier schon oft Bäume entdeckt, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Deshalb wandere ich oft und gerne durch das Silvaticum und schaue sie mir an.

Lebendes Fossil

Ginkgos sind voller Besonderheiten. Sie können bis zu 3000 Jahre alt werden und es gab es sie bereits vor Millionen von Jahren. Ginkgobäume gehören zur letzten noch lebenden Art einer Gattung, die vor etwa 66 Millionen Jahren weit verbreitet auf der Erde war. In China und Japan überlebte der Gingko die Eiszeiten, nach Europa wurde er dann erst im 18. Jahrhundert gebracht. Er gilt als das älteste, lebende Baumfossil auf der Erde.

Eins und doppelt

Außergewöhnlich ist zudem, dass der Gingko weder ein Laub- noch ein Nadelbaum ist. Er gehört einer eigenen Gruppe an, der Ginkgoopsida. Seine meist zweigeteilten Blätter sind einzigartig in der Welt der Pflanzen. Auch Goethe fand Inspiration in der ungewöhnlichen Blattform und schrieb ein Liebesgedicht, durch welches das Blatt des Gingkos zum Symbol für Liebe, Freundschaft und Paarung wurde.

Ginkgo biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
meinem Garten anvertraut,
gibt geheimen Sinn zu kosten,
wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,
das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
dass man sie als eines kennt?

Solche Frage zu erwidern,
fand ich wohl den rechten Sinn:
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
dass ich eins und doppelt bin?

– Johann Wolfgang Goethe (1749-1832)

Überlebenskünstler

Gingkos sind auch Überlebenskünstler. Es heißt, dass es ein Gingko war, der nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima als erster Baum wieder austrieb. Aufgrund dieser enormen Widerstandsfähigkeit wird er heute oft als Straßenbaum gepflanzt. Er kommt mit schlechten Umweltbedingungen in Großstädten gut zurecht und stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden.

Gut für das Gehirn

Die Pflanzensignatur des Ginkgo weist zum einen auf seine lange Lebensdauer, zum anderen auf seine heilenden Wirkungskräfte auf die Gehirnzellen hin. Die Gedächtnisleistung verbessert sich, der Geist wird klarer und Konzentration und Ausgeglichenheit nehmen zu. So wird Ginkgo bei Konzentrationsproblemen und Demenz eingesetzt. Und auch bei Durchblutungsstörungen helfen die Wirkstoffe des Ginkgo, da die Blutzirkulation in den Gefäßen verbessert wird.  

Wir freuen uns sehr, dass diese faszinierende Baumart im Silvaticum steht!

1 Kommentar zu “Lieblingsbäume im Silvaticum: Anna und der Ginkgobaum

  1. Claudia Bülow

    Macht Freude, den Ginkgobaum vor Ort anzuschauen!

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