3 Fragen an Sevaka Luca Sumitra

Wir sind Yoga Vidya! Unsere neue Portrait-Serie gibt Einblicke in den vielfältigen Alltag von Sevakas hinter den Kulissen von Yoga Vidya Bad Meinberg.

Durch ihr uneigennütziges Dienen tragen und gestalten Sevakas den spirituellen Alltag in den Yoga Vidya Ashrams. Dieses Mal erzählt Luca Sumitra, was sein Seva für ihn bedeutet.

 

Luca Sumitra, (Yoga-Wiki-, Vidya Bliss-, Yoga Summer Camp– und Messe-Team)

Wie sieht dein Seva-Alltag aus?

Das ist schwierig zu sagen, mein Alltag ist immer anders. Normalerweise mache ich mein Sadhana morgens oder gehe zum Satsang, danach dann ins Büro. Da checke ich meine E-Mails und mein Seva Handy. Wenn es etwas Akutes gibt, kümmere ich mich erst darum. Und das ist in letzter Zeit meistens so. Wenn es nichts gibt oder ich fertig bin, erstelle ich Artikel für das Yoga-Wiki. Gegen halb elf gehe ich zum Brunch, danach geht es dann im Büro weiter. Nachmittags gehe ich zur Yogastunde oder praktiziere für mich selbst oder ich fahre irgendwo hin, nach Detmold zum Beispiel.

So ist es oft, aber auch nicht immer. Auf Messen zum Beispiel ist es nochmal anders, da bin ich den ganzen Tag in einer Halle und spreche mit vielen Menschen. Ich mache so viele verschiedene Dinge. Das ist eine schöne, aber auch schwierige Situation. Die Tage können sich von einen auf den anderen Moment schnell ändern. Ich arbeite auch nicht mehr nach festen Stunden. Ich schaue lieber, was der Tag so bringt. Dann muss ich hier noch was planen, da noch was machen, mit jemandem Mittag essen, um noch etwas zu besprechen und abends um elf Uhr dann noch ein Logo designen. Das ist aber auch total ok und total schön so.

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Ich brauche für mich dieses Trennen von Dingen nicht. Feste Arbeitszeiten haben mich früher eher gestört in meinem Wirken. Hier kann ich flexibel sein und das wird auch sogar verlangt.

Ich mache, was gemacht werden muss. Das ist das Yoga des Handelns. So kann ich meine Spiritualität in mein Sein integrieren. Das ist für mich die höchste Form von Sadhana.

 

Ich mache das, was gemacht werden muss. Ohne Arbeitszeiten und ohne festen Tagesablauf. So kann ich meine Spiritualität in mein Sein und in jeden Moment integrieren.

 

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Was ist an deinem Leben bei Yoga Vidya anders als vorher?

Ich bin mit Yoga Vidya aufgewachsen. Seit ich 8 Jahre alt bin kenne ich Yoga Vidya, dank meiner Mama. Dadurch sind die Themen, die hier präsent sind auch früh bei mir präsent gewesen.

Als Kind waren meine Prioritäten oft anders als die meines Umfelds. Als Kind in der Schule kann man sich sein Umfeld ja nicht aussuchen. Dadurch bin ich oft in Konflikte gekommen, habe mich oft nicht verstanden gefühlt, hatte andere Prioritäten als alle anderen.

Später habe ich mein Leben so gestaltet, dass es mit meinem Belief einher geht. Trotzdem gibt es natürlich Widerstände in unserem Gesellschaftskonzept. Man muss ja in diesem kapitalistischen System überleben. Darin hat mir dann oft die eigene Authentizität gefehlt.

Seitdem ich hier bin, habe ich vermehrt das Gefühl, dass ich mein Selbst, so wie ich sein möchte, besser leben kann. Die Widerstände sind zum Teil weg. Ich kann mich hier mehr auf die großen Themen konzentrieren, auf die großen W-Fragen. Das kommt eben durch die viele Praxis. Diese ist hier intensiv, weil man jederzeit praktizieren kann: es gibt immer Hatha Yoga und Meditation und fixe Zeiten dafür. Es gibt immer Räume für die Praxis und ständig Menschen um dich, die sich mit dieser Thematik beschäftigen, die man jederzeit fragen kann und sich austauschen.

Bevor ich herkam, dachte ich, hier wird alles besser. Nachdem aber die rosarote Brille vom Anfang heruntergefallen war, habe ich gemerkt, man bleibt der Mensch, der man ist. Man entwickelt sich schon weiter, aber das Paradoxon ist: Die eigenen Themen gehen weg, aber kommen auch wieder auf eine andere Art. Ich habe jetzt eine tiefe Gelassenheit entwickelt in dem Umgang mit ihnen. Auch wenn ich nicht immer so wirke, da ist schon eine tiefe Gelassenheit im Kern.

Oft wirken spirituelle Meister*innen oder auch spirituelle Menschen nicht greifbar. Wenn man aber mit diesen Menschen zusammenlebt, erkennt man, dass auch diese sich immer mit Alltagsproblemen beschäftigen. Die sind immer noch da. Wenn ich zum Beispiel Sukadev in Detmold vor seinem veganen Burger im Café sitzen sehe, denke ich, das hier ist alles noch krass nah am Leben dran. Das ist vielleicht für manche eine Frustration. Aber für mich ist das eine Erleichterung. Spiritualität findet in mir, im Inneren statt, nicht im Äußeren. Spirituell zu sein bedeutet nicht, dass man sich vor dem weltlichen verschließen muss. Das Göttliche drückt sich in jedem Moment aus. Und es wird greifbar durch die weltliche Komponente.

 

Jetzt bin ich in einem Umfeld, das ich mir selber ausgesucht habe, das mich versteht und in dem ich mich zuhause fühle. Früher war das anders, da hat es nie wirklich gepasst.

 

Wieso sollte jeder in seinem Leben einmal Sevaka sein?

Ich glaube, dass wir schon alle Sevakas sind. Nur vergessen wir es oft oder nehmen es nicht wahr. Wenn man sich alle großen Meister*innen anguckt, die Samadhi erreicht haben, sagen sie: Wir haben alle schon Samadhi erreicht, nur erkennen wir es nicht. Jede Form des Seins ist eine Form des Dienens. Wir kommen da gar nicht raus. Alles was man macht, ist Seva. Die Frage ist nur, ob man es bewusst macht oder nicht.

Und dann kann man sich fragen: Wie ist meine Utopie, die ich leben will? Und meine kommt bei Yoga Vidya mit seinem integralen Yogakonzept, zur Geltung. Yoga Vidya ist ein Ort, der einem ermöglicht, bewusstes Seva zu machen. Und ich bin Yoga Vidya sehr sehr dankbar, Sevaka sein zu können.

 

Wir sind alle schon Sevakas. Jede Form des Seins ist eine Form des Dienens. Die Frage ist nur, ob man es sich bewusst macht oder nicht.

 

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 Was sind Sevakas? 

In Ashrams gibt es keine Mitarbeiter/innen sondern Sevakas, die durch uneigennütziges Dienen den spirituellen Alltag im Ashram tragen und gestalten. Das Wort Sevaka stammt aus dem Sanskrit und bedeutet wortwörtlich übersetzt Praktizierender, Diener, Anhänger, Verehrer. Sevakas leben im Ashram und geben sich mit dem Notwendigsten und wenig materiellen Komfort zufrieden, um sich der spirituellen Praxis und Entwicklung intensiv zu widmen.

Sevakas leben in den Yoga Vidya Ashrams und Zentren in spirituellen Lebensgemeinschaften. In diesen spirituellen, alternativen und engagierten Kommunen dienen sie, praktizieren gemeinsam Yoga und entwickeln sich persönlich und für eine bessere Welt weiter.

 

Weitere Einblicke in den Alltag unserer Sevakas →

 

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