Yogalehrerin werden an der Nordsee: Wer bin ich?

Stell dir vor, man würde dir rund um die Uhr die Frage: „Wer bist du?“ um die Ohren hauen, alle Antworten diesbezüglich anzweifeln und dir ganz nebenbei einen bequemen selbst gewebten Teppich aus Glaubensätzen unter den Füßen wegziehen. Wie zum Beispiel der, dass du deine sieben Stunden Schlaf pro Nacht brauchst, um wirklich du selbst zu sein, den Kaffee am Morgen, das Stück Schokolade nach dem Essen und reichlich Zeit für dich allein.

Das denkst du also? Na dann lass dich mal überraschen.
Nach einer Woche Yogalehrer-Intensiv-Ausbildung stehe ich jedenfalls, so ich denn mal Zeit habe, kopfschüttelnd unter der warmen Nordsee-Sonne und staune über mich selbst. Oder besser: über das, was ich im Moment noch, schon oder vorübergehend für mich selbst halte. In einem merkwürdigen Zustand irgendwo zwischen abgefüllt und ausgeleert. Der einzige, der bisher ohne größere Verwirrung aus dieser Angelegenheit hervor, ist mein Körper. Der fühlt sich gerade so gelenkig wie lange nicht. Und währenddessen strahlt der Himmel über dem kleinen feinen Nordsee-Ashram sehr blau und die Kuhweide vor meiner Nase sehr grün und kuhweidig.

Ja, so sieht es aus in meinem momentanen Yogaleben. Was das Außen angeht, stelle ich fest, dass es großartig ist, so viel Zeit und Erfahrung mit 26 ganz unterschiedlichen Menschen zu teilen, gemeinsam über das Für und Wider uralten yogischen Wissens zu räsonieren und mir im Kopfstand eine leichte Salzbrise um die Nase wehen zu lassen. Außerdem stelle ich fest, dass in einer Asana immer noch mehr stecken kann, als ich es für möglich gehalten hätte.

Was ist das nun, so eine Yogalehrer-Intensiv-Ausbildung? Urlaub der anderen Art oder eine gründliche Schnellwaschanlage für die von alten Denkgewohnheiten gestresste Psyche? Keine Ahnung. Außerdem habe gerade nicht die Zeit, um mir darauf eine kluge und gewitzte Antwort zu einfallen zu lassen. Viel lieber und einfacher übe ich mich im Yoga des Lebens. Zum Beispiel an einem freien Tag am Meer: Barfüßig im Watt spazieren, die Nase in die Sonne halten, Strandsand durch die Finger rieseln lassen und mit dem Möwen um die Wette krächzen. Oder im Satsang mit einer Trommel auf dem Schoß und fröhlichem Mantra Singen. Oder bei unseren emsigen Vorbereitungen für den bunten Abend. Aber verrate ich hier natürlich noch nichts. Apropos – ich muss los zum Proben…

Es grüßt euch eure ungewöhnlich Energie geladene Blogschreiberin Dietlind von der YLA an der Nordsee.

2 Kommentare zu “Yogalehrerin werden an der Nordsee: Wer bin ich?

  1. Hallo Haripriya
    ja, du kannst die Yogalehrer Ausbildung auf die verschiedenen Yoga Seminarhäuser aufteilen. 2 Wochen an der Nordsee (Sonntag bis Freitag, also 12 Tage) und 2 Wochen in Bad Meinberg (Freitag bis Sonntag, also 16 Tage), ist z.B. sehr gut möglich.

    Om Shanti
    Liebe Grüße

  2. Hallo Dietlind,
    es ist immer wieder schön, deine Kommentare zu lesen.
    Besonders, weil ich mir überlegt habe, auch bald die 4-wöchige YLA zu machen.
    Wenn ich es in 2×2 Wochen aufteile, würde ich gerne 2 Wochen an der Nordsee
    und 2 Wochen in Bad Meinberg machen. Geht das eigentlich auch?
    Om Shanti und noch viele positive Erfahrungen wünscht dir Haripriya

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