Hatha-Yoga (9): Der Berg

In alten Zeiten galt der Heilige Berg als Wohnsitz der Götter, Freund und Lebenshüter. Naheliegend. So ein Berg verkörpert schließlich alles, was unsereins im wechselhaften Auf und Ab des Lebens so leicht vermisst: Er ruht stets in sich und wird niemals unsicher. Er kennt keine Entscheidungsschwierigkeiten, Ausraster oder Demütigungen. Er strahlt vor innerer Schönheit und blickt ohne mit der Wimper zu zucken auf die großen und kleinen Querelen des Lebens hinunter. Wer würde sich nicht so viel innere Stabilität und Festigkeit wünschen?

Aber selbst der älteste, höchste und kahlste Berg ist kein lebloses Gebilde aus Eis. Dass er so stabil und ruhig dort stehen kann, hat ja nichts mit Leblosgkeit oder unbeugsamem Willen zu tun, sondern  mit Millionen Jahre altem Wissen, innerem Frieden und dem Leben, das in, um und auf so einem Berg seinen Lauf nimmt.

Die Affirmation zu dieser Asana sagt: „Fühle dich ruhig, stark und beständig“. Steh also so aufrecht und gelassen, so stabil und lebendig da wie ein Berg – als hättest du wie er Jahrhunderte dafür Zeit. Spüre in aller Ruhe dem felsenfesten Stand deiner Füße und die pulsierende Kraft deines Körpers nach. Beobachte, wie tief dein Atem fließt und nimm die kleinste Bewegung wahr. Wenn du jetzt schwankst, kannst du dir ganz sicher sein, dass dich das nicht aus deiner unerschütterlichen Ruhe bringt. (Es sein denn, es zieht gerade ein Erdbeben auf). Atme, geniess den Lebensfluss in deinem Körper und freue dich an deiner Stabilität und deinem Vertrauen – jetzt, hier, immer und überhaupt.

Dietlind Arndt lebt und arbeitet zur Zeit als Praktikantin bei Yoga Vidya in Bad Meinberg

Übrigens: Zum Lernen und Mitmachen gibt es Video-Anleitungen für die einzelnen Asanas. Yoga und Meditation Einführungsseminare bei Yoga Vidya werden bis zu 80 Prozent von den Krankenkassen übernommen.

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