Yoga im Sommer: Geschenke für das innere Feuer

Kaum ist es draußen warm, füllen sich die Eisdielen. Hm, mit so einer leckeren Abkühlung im Gaumen kann man das Leben in seiner ganzen Sommerfülle genießen. So süß darf es gerne immer sein. Oder etwa nicht? Sogar Swami Vishnu-Devananda war schließlich für seine gelegentlichen pizza-and-icecream-partys bekannt.

Andererseits – Yogis, die beim Gedanken an Eis nur milde lächeln, wissen warum. Mal abgesehen davon, dass Nussbecher und Eisschokolade viele Kalorien und wenig Lebensenergie enthalten, löschen sie nämlich agni, das Verdauungsfeuer. Und das ist neben der Verdauung auch noch zuständig für einen klaren Geist und offene Sinne. Im Sommer, wenn es draußen schon heiß genug ist, brennt agni meistens auf Sparflamme. Nicht gerade gute Voraussetzungen, um mit kalten und fettigen Leckereien so einfach fertig zu werden.

Da hilft nur eins: den eigenen Bauch fragen, bei Bedarf das Eis lieber Eis sein lassen und das innere Feuer mit altem Yoga und Ayurveda Wissen neu entfachen. Zum Beispiel: An heißen Tagen leicht verdauliches essen. Nicht zu viel Rohkost-Gemüse, dafür reichlich süßes Obst. Aus Weintrauben, Papayas, Bananen, Avocados und frischen Kokosnüssen lässt sich ein prima Sommersalat zaubern, der sogar das Verdauungsfeuer milde stimmt. Bei Durst helfen Pfefferminztee, Lassi oder selbstgemachtes Rosenwasser. Einfach Rosenblüten pflücken (aber keine behandelten!) und über Nacht in Wasser ziehen lassen. Und leckere Sommergerichte kocht man an heißen Tagen am besten mit Gewürzen wie frischem Ingwer, Kardamon, Koriander und Gelbwurz. Nur zu scharf und salzig sollte es nicht werden, damit man nicht gleich wieder ins Schwitzen gerät.

Allerdings ist das mit Agni manchmal eine heikle Sache. Es reagiert nämlich nicht nur auf das, was wir essen, sondern mindestens genauso auf den psychischen und geistigen Input, den quasi unentwegt zu uns nehmen und verdauen müssen. Und wenn es um uns herum gerade kalt, schwer und nass ist – egal ob durch windiges Regenwetter oder durch Streitgespräche, Sorgen, Stress und Verspannungen – kommt das Feuer ins uns schnell durcheinander. Da hilft nur eins: Aufräumen, reinigen und neue Funken schlagen. Sprich, viel Entspannung, Entgiftung, Bewegung, Licht und Trockenheit.

Wir wäre es da mit etwas mehr Yoga? Die Vorwärtsbeuge zum Beispiel massiert und regt die Bauchorgane an und der Drehsitz bringt die Lebensenergie im Oberkörper zum fließen. Atemtechniken wie Agni Sara und Uddhiyana Bandha bringen die innere Energie schnell wieder zum Leuchten und leiten ganz nebenbei auch noch Gifte und Schlacken aus. Und Kapalabhati und Meditationen, bei denen man sich auf die Lebensenergie im Bauchbereich konzentriert, entfachen ebenfalls neue Kräfte in unserer Mitte. Das beste Mittel also, um die Folgen von Eis- und anderen Leidenschaften wieder ins Lot zu bringen: ein paar entspannte Yoga Stunden auf der sonnigen Sommerwiese. Energie tanken, Raum schaffen und im Schein eines neuen Feuers innere Klarheit und Orientierung finden.

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Dietlind Arndt lebt und arbeitet seit Januar 2010 bei Yoga Vidya in Bad Meinberg.

1 Kommentar zu “Yoga im Sommer: Geschenke für das innere Feuer

  1. Vielen Dank für die tollen Informationen. Sehr interessanter Blog. LG

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