Hatha-Yoga (4): Sitzen wie die Yogis

Patanjali schrieb schon vor über 1000 Jahren: „Die Meditationshaltung dient nicht dem leidvollen Beherrschen des Körpers, sondern der höchstmöglichen Befreiung von Bewusstsein und Körper“. Den eisernen Willen zu Disziplin und Haltung darf man an dieser Stelle also getrost fallen lassen. Hier ist nicht Muskelkraft gefragt, sondern eine ganz andere Stärke: aufrecht, gut und ehrlich zu sich selbst zu sein.

Wenn du die Anfangsentspannung also genossen hast, bleib dabei. Sorge unter allen Umständen für dich und setz dich in deiner ganzen Größe auf – mit Rückenlehnen, Kissen unter den Knien unter jeder Unterstützung, die dir gut tut. Schimpft deine innere Stimme beim Lotussitz über allzu ehrgeiziges Ausharren? Dann schalt lieber einen Gang zurück. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, selbst wenn es Jahre sind. Und erinnere dich von Zeit zu Zeit daran, dass die abenteuerlichsten Haltungen erst mit Geduld, Ruhe und fern vom Konkurrenzdenken dieser Welt wirklich bequem sind.

Im Alltag hast du dich vielleicht daran gewöhnt, Verrenkungen aller (seelischer und körperlicher) Art klaglos zu ertragen. Die große Yoga-Kunst, (auf) dich selbst zu achten, kann dir da vielleicht noch gute Dienste leisten. Wenn du also aufrecht und dabei auch noch wirklich bequem sitzt, schließ die Augen und hör ganz entspannt in dich hinein. Beobachte deinen Atem in jedem Augenblick, fühl, wie die Luft wärmer und kühler wird. Will deine innere Stimme gerade noch etwas sagen? Die Botschaft darfst du dir guten Gewissens zu Herzen nehmen, frei nach der Yoga-Weisheit: Erkenne dich selbst!. Und wenn auf einmal – in der Ruhe zwischen den Atemzügen – selbst deine Gedanken schweigen und nichts zählt als das Gefühl der Stille, dann bist du dem Meditieren vermutlich schon ganz schön nahe.

Dietlind Arndt lebt und arbeitet zur Zeit als Praktikantin bei Yoga Vidya in Bad Meinberg

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