Wirksame Affirmationen – Widerstände überwinden

„Alles ist leicht!“, flötet uns die Yogalehrerin entgegen während wir das Unterarmbrett halten. Jeder Muskel meines Körpers zittert – von wegen „alles ist leicht“! Die hat gut reden, schließlich stützt sie nicht mit ihren Ellbogen das halbe Körpergewicht. Kaum schießt mir der Gedanke durch den Kopf, krache ich unsanft und verärgert auf meine Yogamatte.

Seit diesem Erlebnis hat mich das Thema nicht losgelassen. Andere TeilnehmerInnen des Yogakurses waren wie beflügelt und haben das Brett lange gehalten. Warum ist mir das nicht gelungen? Die Ursache dafür, dass Affirmationen bei uns unterschiedlich wirken, liegt in unserer Psyche.

Warum positive Affirmationen oft nicht wirken

Affirmationen sind neue Gedanken, die uns helfen können, uns weiterzuentwickeln. Zum Beispiel: „Alles ist leicht!“ Doch wie ein Waldspaziergang beschwerlich ist, wenn noch kein Trampelpfad Gras, Stock und Stein beseitigt hat, so fällt es uns schwer, ungewohnten Gedanken zu folgen.

Dem entgegen stehen Überzeugungen. Das sind Gedanken, die wir schon sehr oft gedacht haben. Zum Beispiel: „Ich kann das Unterarmbrett nicht lange halten.“ Hier hat sich eine breite Schneise gebildet, die wir leicht beschreiten können. Im übertragenen Sinne: Was wir oft denken, denken wir schneller und hinterfragen wir weniger.

Wenn der Unterschied zwischen Affirmation und Überzeugung zu groß ist, entsteht im Gehirn mentaler Widerstand. Dann ärgere ich mich, wenn meine Yogalehrerin sagt „Alles ist leicht!“ während ich im ungeliebten Unterarmbrett hänge – ich glaube ihr einfach nicht.

Wie du mentale Widerstände überwindest

Hast du auch so eine Affirmation, die du noch nicht wirklich glaubst? Dann kann Raja Yoga dir helfen. So wie du mit Hatha Yoga deinen Körper trainierst, kannst du mit Raja Yoga deinen Geist schulen. Mit ein bisschen Übung wird es dir gelingen, positive Affirmationen zu neuen Überzeugungen zu machen.

Jedoch reicht es nicht, gebetsmühlenartig zu wiederholen: „Alles ist leicht! Alles ist leicht! Alles ist leicht!“ So einfach lässt dein Geist sich nicht hinters Licht führen. Wenn du dir aber Zeit nimmst und schrittweise voran gehst, kannst du ihn überzeugen. Dabei hilft dir die Technik des „Bridging“ (Überbrücken).

Möchtest du zum Beispiel trainieren, das Unterarmbrett als leicht zu empfinden (oder sogar „alles“ leicht zu empfinden, wie in meinem Beispiel), kannst du dich mit folgenden Gedanken an dein Ziel herantasten:

Auch wenn sich mein Körper anstrengt, kann ich mentale Leichtigkeit üben.

  • Das Unterarmbrett fällt mir heute leichter als beim ersten Mal.
  • Früher oder später wird es mir gelingen, auch diese Asana leicht zu empfinden.
  • Ich lerne, Schritt für Schritt, das Unterarmbrett mit Leichtigkeit auszuführen.
  • Ich führe das Unterarmbrett mit Leichtigkeit aus.
  • Ich kann lernen, diese und andere Asanas leicht zu empfinden.
  • Ich kultiviere eine Haltung der Leichtigkeit in allen Asanas.
  • Ich lerne nach und nach, alles im Leben leicht zu finden.
  • Alles ist leicht.

Wann deine positive Affirmation wirksam wird

Wenn bei einem Brückengedanken Groll aufkommt und du die Übung abbrechen willst (wie ich damals im Unterarmbrett), solltest du ihn weiter üben. Gib dir Zeit und bleib locker – das Unterarmbrett muss nicht morgen schon deine Lieblings-Asana sein. Wenn sich der Brückengedanke vertraut anfühlt und du ihn wirklich glauben kannst, ohne dass mentaler Widerstand aufkommt, bist du bereit für den nächsten.

So kommst du mit jedem Brückengedanken der Affirmation näher, die am Anfang noch so weit von deiner Überzeugung entfernt war. Üben kannst du beim Hatha Yoga mit allen Affirmationen der Yoga Vidya Grundreihe – und darüber hinaus mit allen positiven Gedanken, die du in dein Leben bringen willst.

Gerne begleite ich dich dabei, das einmal praktisch auszuprobieren. Am 25.2.21 findet dazu ein dreistündiger Online Workshop statt, in dem wir die Grundreihe üben und dabei immer wieder innehalten, um etwaige Widerstände zu erspüren und die angebotenen Affirmationen anzupassen.

Wenn du Lust hast zu erfahren, welche Affirmationen dich weiterbringen, und wie du anderen helfen kannst, wirksame Affirmationen zu kreieren, freue ich mich auf deine Teilnahme.

Zum Workshop anmelden →

 

patrick

Über Patrik

Patrik Frauzem ist Yogalehrer (BYV) und Systemischer Coach (DGTA). Im Alter von 16 Jahren kam er das erste Mal mit Yoga in Berührung. Seit 2011 praktiziert er regelmäßig, heute lebt er als Sevaka im Yoga Vidya Ashram Bad Meinberg und leitet dort das Rezeptionsteam. Seine langjährige Erfahrung in Coaching und Persönlichkeitsentwicklung gibt Patrik mit Leidenschaft in Seminaren und Yogastunden weiter.

 

 

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