Zum Geburtstag von Swami Sivananda

Am Samstag, den 8.9. wird Swami Sivananda 126 Jahre alt. Keine Frage, dass Yogis aus der Sivananda Tradition diesen Tag mit allen gebührenden Ehren feiern. Guru Mantras, Guru Pujas, Anekdoten und Geschichten aus dem Leben des großen Meisters gehören da natürlich unbedingt dazu. Und vielleicht auch ein paar Momente der inneren Einkehr.

Unzählige Bücher wurden schon über den großen Heiligen des letzten Jahrhunderts geschrieben. Aber wer ist er heute, hier und jetzt? Welche Rolle spielt Swami Sivananda in meinem Leben? Ist er mein Lehrer? Mein Wegweiser? Ein innerer oder äußerer Pilot im Lebensflugzeug, der den Routenplaner trägt?

Im Sanskrit bedeutet das Wort Guru „schwer“ und „gewichtig“. Es meint einen Lehrer und zugleich eine Kraft, die so stark und mächtig ist, dass sie die Dunkelheit in uns vertreiben kann.

Einige große Meister und Wissende sagen, der Guru sei eine Manifestation unseres eigenen inneren Wissens. Eine höhere Instanz, die unser Geist nach außen projiziert, wie alles andere auch, das wir als Realität erleben. Der Guru ist der Meister da draußen und zugleich der Meister in uns selbst. Und er ist höchst lebendig und real in unserem Leben. Was kann man da noch anderes tun, als ihm voll Staunen zuzuhören und sich vor der überwältigenden Liebe, die von ihm – also eigentlich von uns – ausgeht, zu verneigen? Der Guru ist der Ort, an dem wir Heilung und Frieden finden. Eine überirdische Kraft, die als menschlicher Körper geboren wird, aber niemals sterben kann. Sie lebt in uns, so lange, wie wir selbst lebendig sind. Der Guru zeigt uns den Weg. Ganz besonders dann, wenn der manchmal übermütig, widersinnig, beschwerlich, abstrus, verrückt oder unerklärlich zu sein scheint.

Ist es leichtsinnig, einfach so der Stimme eines Gurus zu folgen? Warum sollte es das sein, wenn diese Kraft mein Leben mit Lebendigkeit, Erkenntnis und Wundern schmückt? Wenn sie vielen Wesen hilft, aber keinem schadet? Wenn sie mein Leben reich macht und meinen Geist friedlich und klar? Und wenn ich darauf erst mal vertrauen kann, dann nehme ich natürlich jede Gelegenheit wahr, diese Kraft und den großen Meister gebührend zu feiern und zu ehren. Ich verneige mich tief vor der Kraft, die das Leben so reich und lebendig werden lässt. Und vor Swami Sivananda, der überall und mitten in dieser Welt lebendig ist.

swamisivananda40

6 Kommentare zu “Zum Geburtstag von Swami Sivananda

  1. – Die individuelle Seele auf der physischen Ebene verwirklicht sich als Seele (Atman, Selbst, Brahman…)

    – Swami Sivanandas Gedankenenergie ist in der Akashakronik gespeichert. Ihr Standort ist ein von Zeit und Raum und Schöpfungsgeschehen abgesonderter Bereich im Universum. Das heißt, sie wirken nicht mehr als verkörpertes Wesen, sondern als eine Energieform.

    Solange wir noch auf der physischen Ebene sind, und nicht Selbstverwirklicht, erfahren wir uns als getrennt, allso nicht als Eins.

  2. ichdochnicht

    wie kann „eine“ seele selbstverwirklicht sein, wenn atman gleich brahman ist?
    wer oder was soll da bei wem oder was wirken, wenn atman gleich brahman ist?
    wo können höhere ebenen existieren, wenn atman gleich brahman ist, bzw. nirvana und samsara eins sind?

    so mal völlig naiv in den raum gestellt

  3. Da Swami Sivananda eine selbstverwirklichte Seele ist, wird sie nicht wiedergeboren, sondern ist immer, auch wenn sie keinen physischen Körper mehr hat.
    Ja, Swami Sivananda hat mit 75 Jahren seinen Körper verlassen und ist in Maha-Samadhi eingegangen, und wirkt nun durch seine Verwirklichung und ohne Karma noch suptiler aus einer höheren Ebene, besonders denen dich sich Swami Sivananda hingegeben fühlen.

  4. ichdochnicht

    also, mathematik war nie mein stärke, aber wurde swami sivananda nicht „nur“ 75 jahre alt?

  5. Vielen Dank für den Hinweis, lieber Manfred. Der Artikel ist geändert.

  6. Manfred Atmaram

    Am Samstag, den 8. September, nicht am Mittwoch!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.