Japa die Wiederholung eines Mantras

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Kommentar von Sukadev Bretz . Gelesen im Anschluss nach einer Meditation im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Hier klicken für weitere Infos zu: Seminare bei Yoga Vidya, Ayurveda, Yogalehrer Ausbildung

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1 Kommentar zu “Japa die Wiederholung eines Mantras

  1. Nachdem in den letzten Blog Einträgen, mehrfach das Thema Japa (Meditation mit/durch Wiederholung eines Mantras) präsent war … mich beschäftigt und blockiert da seit längerem schon etwas zu dieser Thematik.
    Würde mich sehr, sehr über eine Antwort von den Erfahrenen bzw. jemand bereits Verwirklichten freuen!

    Habe selbst mehrere Jahre regelmässig Sadhana/Japa praktiziert … bis zu dem Zeitpunkt wo mir mehrfach Vipassana Praktizierende bzw. Vipassana Retreat Teilnehmer begegneten.

    Mir erschien diese Art der Meditation auf den ersten Blick auf einmal sehr viel “reiner/klarer” als das Meditieren mit Mantra, und nach der Lektüre von “Die Kunst zu Leben: Vipassana Meditation” (http://www.german.dhamma.org/deuart.htm) ist mir nach und nach die Unbedarftheit bzw. Freude beim Meditieren mit Mantren abhanden gekommen. Um nicht zu sagen hat sich sogar eher zeitweise ins Gegenteil gewandelt, da in dem Zeitraum im weltlichen Geschehen der Vulkan-Ausbruch in Island, diverse Erdbeben und der Tsunami in JAPAn war. Dennoch fehlt mir die Erfahrung der (oberflächlichen?!) Freude und (Klang-)Harmonie, die ich während diesen Zeit des intensiven Praktizierens gemacht habe.

    Und nun trau ich mich nicht mehr, mit dem neu hinzugewonnen Wissen und der selbst mehrfach Erlebten Erkenntnis, das diese Art der Meditation eher auf Ablenkung und Verdrängung hinausläuft, als auf wirkliche *hmmm* Erleuchtung? … sondern eher auch noch Schaden bewirken kann, sobald sich das Abgelenkte aus dem Unbewussten löst.

    Wer mich bis hier nicht ganz versteht … ich meine im speziellen diesen Text aus obigem Link:

    “… Angesichts all dieser Widrigkeiten gilt es also, einen Weg zu finden, nicht mehr blindlings zu reagieren und sich zu verspannen, sondern friedlich und harmonisch zu bleiben.

    Weise und Heilige in Indien und anderswo haben dieses Problem studiert und eine Lösung gefunden: Wann immer man auf etwas Ungewolltes mit Ärger, Furcht oder sonst einer Negativität reagiert, sollte man sich sofort ablenken: die Aufmerksamkeit auf etwas anderes richten, z.B. aufstehen, ein Glas Wasser holen und trinken. So vervielfältigt sich der Ärger nicht und vergeht. Oder man kann anfangen zu zählen: 1, 2, 3, 4 oder ein Wort, einen Satz, vielleicht ein Mantra, immer wieder wiederholen – was gut geht mit dem Namen einer verehrten Gottheit oder eines verehrten Heiligen. Durch diese Aktivitäten wird der Geist abgelenkt, und man kommt zu einem gewissen Grad aus dem Äger, der Irritation heraus.

    Diese Lösung half früher und hilft auch heute noch. Jeder, der sie anwendet, beruhigt sich. Aber diese Lösung funktioniert nur auf der bewussten Ebene des Geistes. In Wirklichkeit schiebt man die Negativität durch die Ablenkung tiefer ins Unbewusste, wo sie ihr Eigenleben entwickelt. An der Oberfläche hat sich eine Schicht von Frieden und Harmonie gebildet, aber in der Tiefe liegen wie schlafende Vulkane diese unterdrückten Negativitäten, die von Zeit zu Zeit in gewaltigen Ausbrüchen explodieren können.

    Andere, die die innere Wirklichkeit erforscht haben, gingen in ihrer Suche tiefer und erkannten im eigenen inneren Erleben der Realität von Geist und Körper, dass Ablenken nur ein Weglaufen vor dem Problem ist. Flucht ist keine Lösung, man muss sich dem Problem stellen. Man muss sich jeder auftauchenden Negativität entgegenstellen. Man muss sie beobachten. Jede geistige Unreinheit verliert an Stärke, sobald man sie beobachtet. Sie klingt ab und verschwindet.

    Diese Lösung vermeidet die beiden Extreme: entweder etwas zu unterdrücken oder aber ihm freien Lauf zu lassen. Die Negativität im Unbewussten zu bewahren, löst sie nicht auf, und sie in Worten und Taten auszuleben, führt zu neuen Problemen. …”

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