Yoga im Winter: Mit Yoga ins neue Jahr

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht. Aber bei mir war Silvester immer das Fest, bei dem ich alle möglichen Pläne machte, nur um sie dann kurz vor Toresschluss wieder über den Haufen zu werfen. Frei nach dem Motto: Das Leben hat ganz andere Pläne. Diese Jahr im Yoga Seminarhaus ist das vermutlich anders. Andererseits – so anders dann auch wieder nicht. Schließlich gehört das zu den Grundweisheiten im Yoga: Das Leben macht immer seine eigenen Pläne. Bei so einem kleinen Jahreswechsel macht es da bestimmt keine Ausnahme. Und wer sagt überhaupt, dass ausgerechnet jetzt das neue Jahr beginnt?

Bevor die Römer kamen, fing das Jahr noch im März an. Und am ersten Januar beginnt es auch erst seit ein paar hundert Jahren, als die Kirchenoberen beschlossen, den gregorianischen Kalender einzuführen. In Indien sieht die Sache dann noch mal anders aus. Da kann man den Jahreswechsel gleich mehrmals – je nach Volksgruppe, Religion und Tradition. Und Feuerwerk, habe ich mir sagen lassen, kommt eigentlich aus China,wo man Silvester irgendwann im Januar oder Februar feiert, aber auf jeden Fall zu Neumond.

Da beschleicht einen doch der leise Verdacht, dass es gar nicht so wichtig ist, welchen und wessen Neuanfang man da wie auch immer feiert. Im Zweifelsfall sowieso immer nur den eigenen. Also: Weg mit all den alten Traditionen und Marzipanschweinen. Silvester ist ja auch eine Gelegenheit zur gründlichen Seelen-Inventur. Und eine gute Zeit, um die Vorhaben vom vergangenen Jahr noch einmal aus der Tasche ziehen. Mal sehen, was noch da ist. Bin ich eigentlich noch dran an dem, was ich wollte? Und was habe ich fast unbemerkt erreicht?

Es kann ja sehr erhellend und überraschend sein, wenn man plötzlich merkt, wie viel man in den vergangenen Monaten dazugelernt und losgelassen hat. Und welche Schätze man dabei gehoben hat. Außerdem ist Silvester eine großartige Gelegenheit, um all das loszulassen, was man jetzt wirklich nicht mehr länger mit sich herumschleppen will. Und um sich neue Ziele zu setzen.

Das geht am besten mit etwas Rückzug aus dem ganzen Trubel. Zum Beispiel mit einer fest eingeplanten Stunde für Meditation, einem bewussten Nachtspaziergang, sanftem Hatha Yoga oder einen Brief an sich selbst, den man dann im nächsten Jahr zur gleichen Zeit öffnet. Mal sehen, was die Seele gerade zu sagen hat. Womöglich versucht sie schon lange, etwas loszulassen, ohne dass wir es merkten. Oder es zieht sie irgendwo hin, das jenseits unseres Vorstellungsvermögens liegt.

Auch, wenn der Jahreswechsel nicht immer gleich gefeiert wird – irgendwie ist die Zeit zwischen Weihnachten und dem nächsten Frühling eben doch ganz besonders. Und die Stille ist auch eine Einladung zur Neuorientierung. Atemberaubendes Feuerwerk, Blei-Orakel und Glückskekse braucht es dafür vermutlich nicht unbedingt. Und vielleicht nicht einmal die Pujas und Homas wie im Yoga Ashram. Was es braucht, ist der Kontakt zur inneren Stille. Und einen fest bekundeten Willen, den unergründlichen Tiefen der Seele zu folgen.

Ein Text von Dietlind Arndt.

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Dietlind Arndt lebte und schrieb 2010- 2011 bei Yoga Vidya in Bad Meinberg.

2 Kommentare zu “Yoga im Winter: Mit Yoga ins neue Jahr

  1. Premajyoti

    Hallo liebe Rafaela,

    wünsche Dir, dass Du Deine Pläne und Vorhaben ganz wunderbar umsetzt und Du vorallem zufrieden und glücklich bist!
    Wie hat letzt eine gute Freundin gesagt, die Inder würden immer sagen:
    „Nur die Götter“ sind perfekt.
    🙂
    Danke für Deine schönen Kommentare und ich freue mich, schon auf das nächste Jahr hier im Yoga-Vidya Forum.
    Om Om Om
    Premajyoti

  2. Mit Dieta und Yoga ins neue Jahr. Danke! (*_*)
    Ich mache mir auch immer Pläne fürs neue Jahr, und ich schaffe es oft nicht sie gleich um zusetzen, weil es für mich zu kurzfristig ist. Am 31.12. mache ich noch das alte, und am ersten des Jahres gleich das neue Vorhaben und Pläne umzusetzen klappt bei mir irgend wie nicht so gut, es fließt noch zu wenig Energie hinein. So ziehen mein Vorhaben manchmal wie ein roter Faden durch das neue Jahr bis ich es dann doch wirklich endlich umsetze kann.
    Zu meiner Freude, was mir wirklich sehr sehr hilft, da wiederspreche ich auch ein bischen der lieben Dieta, das sind die Rituale wie Puja und Homa um mein Vorhaben schneller verwirklichen zu können. Diese geballte Konzentration in der Zeit wo Puja und Homa zelebriert werden verbindet mich sehr stark mit Gott, und dies wiederum gibt mir die nötige Energie um mein Vorhaben anpacken zu können. Puja und Homa können mir manchmal mehr Kraft und Energie geben und zur inneren Stille führen, als den ganzen Abend und Nacht nur in der stillen Meditation zu sein, aber jeder hat so seine Zugänge zu Gott. Om Namah Shivaya

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