Ungerührt – Kitchari aus dem Reiskocher

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Von hu
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Mein unkompliziertes Kitchari-Rezept (nicht nur) für schmuddelige Herbsttage

Fast traut man sich hier oben an der Nordsee ja kaum, vom Herbst zu sprechen. Noch scheint die Sonne, noch sitzen wir draußen. Obwohl es schon Oktober ist, fühlt es sich noch wie Sommer an. Aber irgendwann kommt der Herbst dann doch mit seinen kühleren Tagen. Und mit ihm der Wunsch nach warmem, einfachem Essen. Dann koche ich gerne Kitchari, das perfekte Essen für die Übergänge der Jahreszeiten, zum Fastenbrechen und für die Schonkost. Im Reiskocher geht das völlig unaufwendig.

Warum Kitchari?

Kitchari ist mein Wohlfühlgericht. Weil es mir gut bekommt, unkompliziert ist und mir gut schmeckt. Reis und Dal, ein paar Gewürze, Wasser und etwas Kokosöl oder Ghee: Mehr braucht es für die Grundversion nicht. Und seit ich es im Reiskocher zubereite, muss ich nicht einmal mehr danebenstehen und rühren. Solltest du Kitchari ohne Reiskocher kochen wollen, findest du hier das Ashram-Stil-Kitchari-Rezept

Im Ayurveda spielt Kitchari eine besondere Rolle, vor allem wenn es darum geht, die Verdauung zu entlasten und das Verdauungsfeuer (Agni) zu unterstützen. Die Kombination aus Reis und Mung Dal gilt als leicht verdaulich und nährend, die Gewürze lassen sich an die individuelle Konstitution anpassen. Deshalb ist Kitchari nicht nur ein einfaches Alltagsgericht, sondern auch ein Klassiker ayurvedischer Reinigungskuren.

Kitchari besteht traditionell aus Reis und Dal, meist Mung Dal, und wird mit Gewürzen und je nach Rezept mit Gemüse und weiteren Zutaten zubereitet. In der ayurvedischen Küche gilt es als leicht verdaulich und wird deshalb gerne gegessen, wenn der Körper etwas Einfaches und Warmes braucht.

Für mich ist Kitchari echtes Comfort Food. Wenn ich wieder Gluten erwischt habe und mein Verdauungsapparat sich beruhigen muss, wenn ich meine Ernährung nach einer schwierigen Phase wieder etwas einfacher gestalten möchte oder wenn ich krank bin oder das Gefühl habe, dass sich etwas anbahnt, greife ich gerne darauf zurück.

Und genau dann kommt mir auch der Reiskocher sehr gelegen: Er erledigt den größten Teil der Arbeit, während ich mich um anderes kümmern oder erholen kann. Das ist für mich ziemlich unschlagbar.

Das Grundverhältnis

Wie fest oder weich das Kitchari wird, kannst du über das Verhältnis von Reis und Dal beeinflussen. Für eine normale, cremige Variante nehme ich Reis und Dal zu gleichen Teilen.

Wenn du es etwas leichter halten möchtest, kannst du den Reisanteil erhöhen:

ReisDal
Klassisch1 Teil1 Teil
Etwas leichter2 Teile1 Teil

Ich messe dabei tatsächlich einfach mit demselben Gefäß. Es müssen keine speziellen Cups sein. Ein Teil ist ein Teil.

Mein Kitchari-Gewürzmix

Glas mit Gewürzmix für Kitchari aus dem Reiskocher.
Foto: hu

Ich mische mir das Gewürz gerne gleich auf Vorrat. Dann muss ich beim nächsten Kitchari nicht erst alle Gewürze aus dem Schrank holen.

Für einmal Kitchari (ergibt 2-3EL Gewürzmix):

  • ½ TL Ingwerpulver
  • ½ TL Kurkuma
  • ½ TL Korianderpulver
  • ½ TL Kreuzkümmelpulver
  • ½ TL ganze Kreuzkümmelsamen
  • ½ TL schwarze Senfsamen
  • ½ TL Salz
  • 1 Prise Asafoetida (Hing)

Alles miteinander vermischen.

Gewürzmix auf Vorrat:

Gib von allem 1 gehäuften EL – außer Hing, davon ½ TL – in ein verschließbares Glas, kräftig schütteln und so fürs Nächste und übernächste Kitchari aufbewahren. Die Menge reicht für mehrere Portionen. Je nachdem, wie kräftig du dein Kitchari würzen möchtest, kannst du natürlich entsprechend mehr oder weniger davon verwenden.

Kitchari aus dem Reiskocher

Reis und Dal in einer Schüssel beim Einweichen.
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Für eine Portion beziehungsweise zwei Portionen (wenn mit Gemüse) nehme ich:

  • ½ Cup Basmati-Reis
  • ½ Cup Mung Dal
  • 4 Cups Wasser
  • 2 EL Ghee oder Kokosöl
  • etwa 2 EL Gewürzmix
  • wenn gewünscht: 2 Cups Gemüse
Gewürzmix, Reis und Dal im Reiskocher
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Reis und Dal kurz waschen und anschließend mindestens zwei Stunden einweichen. Ich lasse es meist über Nacht einweichen, dann kann ich es zum Frühstück essen.

Vor dem Kochen das Einweichwasser abgießen und Reis und Dal noch einmal kurz abspülen. Reiskocher einschalten und das Ghee oder Kokosöl darin schmelzen lassen. Dann gebe ich den Gewürzmix hinein und röste ihn nur kurz an. Wenn die Aromen aufsteigen, kann die Reis-Dal-Mischung dazu, dann das Wasser. Deckel drauf und das normale Reisprogramm (für weißen Reis) starten.

Gemüse und Wasser sind jetzt mit im Reiskocher für Kitchari
Foto: hu

Wenn ich Gemüse dazugeben möchte, kommt es ebenfalls direkt mit in den Reiskocher. Im Herbst mag ich besonders gerne Kürbis, Süßkartoffel oder Zucchini. Auch Karotten, Brokkoli oder Spinat funktionieren gut. Wenn es mir allerdings darum geht, den Verdauungstrakt möglichst wenig zu beschäftigen, lasse ich das Gemüse weg und bleibe bei der einfachen Kombination aus Reis und Dal.

Und dann kann ich den Reiskocher tatsächlich einfach machen lassen. Wenn er auf warmhalten schaltet, ist das Kitchari fertig. Einmal durchrühren und je nachdem wie ’suppig‘ ich es an diesem Tag möchte, füge ich noch etwas heißes Wasser hinzu.

Die Feinabstimmung

Das Kitchari ist fertig gegart im Reiskocher
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Wenn das Kitchari fertig ist, gebe ich manchmal noch einen kleinen Spritzer Tamari dazu. Auch mit einem Spritzer frische Zitrone, etwas frisch geriebenem Ingwer, Kokosöl oder Ghee kann man den Geschmack noch der Tagesform anpassen. Genau genommen gibt es für mich deshalb nicht das eine perfekte Kitcheri, Khichdi, Khichri. Es darf sich ein bisschen danach richten, was ich gerade möchte, was mein Körper gerade verträgt und braucht.

Mein persönlicher Reiskocher-Trick?

Schön wärs! Das Rezept habe ich tatsächlich vor vielen Jahren hier im Internet gefunden – aber es bleibt für mich das beste Reiskocherkitchari! Ich habe mein Kitchari inzwischen so oft auf diese Weise gemacht, dass ich weiß, dass mich auf die Kombination verlassen kann. Reis und Dal waschen, einweichen, Gewürze kurz anrösten, alles zusammen in den Reiskocher und fertig.

Kitchari in Eßschale, fertig serviert
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Während der Reiskocher arbeitet, kann ich mich um andere Dinge kümmern; wenn ich krank bin, ein Schläfchen machen. Kein Topf, der überkocht, kein Rühren, kein Nachschauen, ob noch genug Wasser da ist. Und genau deshalb ist das für mich ein echtes Alltagsgericht geworden und nicht nur ein Rezept für besondere Ayurveda-Tage.

Wenn du Kitchari gerne häufiger isst, lohnt es sich wie erwähnt, den Gewürzmix gleich auf Vorrat zu mischen. Dann ist die Vorbereitung beim nächsten Mal wirklich in wenigen Minuten erledigt.

Vielleicht kommt der Herbst dieses Jahr ein bisschen später. Aber wenn er dann da ist, sind wir alle – zumindest lukullisch – gut gerüstet.


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Die Autorin hu:

Vor mehr als 20 Jahren zwang mich eine schwere Krankheit dazu, meinen vorgedachten Pfad als Filmemacherin und Autorin zu verlassen und neue Wege zu finden und zu gehen. Diese Reise führte mich zu Heilern und spirituellen Lehrern, zu Hexen, Schamanen, ins Zen-Kloster und in die Einsiedelei. Durch meine Erfahrungen habe ich gelernt, dass wahres Verstehen und Erkennen nicht im Kopf stattfindet, sondern das ganze Wesen, das ganze Sein erfüllt. Seit September 2022 bin ich Sevaka bei Yoga Vidya. 🌻 hu

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