Yoga Wiki über Dhanurasana

2016 ist noch jung, ein neuer Kreislauf beginnt und die schönen Vorsätze von Silvester wurden vielleicht schon wieder klammheimlich beiseite gelegt. Kriegt ja keiner mit. Statt die Sankalpas über Bord zu werfen und Trübsal zu blasen, ist es besser, sich erneut auf die Ziele zu konzentrieren. Dhanurasana, die Bogen-Stellung, hilft dir dabei ungemein.

Dhanus ist der Bogen. Ein geometrischer Bogen, ein Fiedelbogen, ein Instrument zur Beobachtung der Sonnenhöhe und der Zenith-Distanz sowie ein bestimmtes Längenmaß sind damit gemeint. Dhanus ist auch das Sternzeichen Schütze und ein Beiname Shivas. In Dhanurasana vereint sich thematisch folglich vieles: Maß nehmen, ein Ziel anpeilen, ausgerichtet sein, unter Spannung sein, etwas zu bespielen und sich selbst als Instrument (Gottes) wahrzunehmen. In Selbstmitleid zu versinken ist in Dhanurasana nicht möglich.Das geht auch kaum in Dhanurasana.

Im vollen Dhanurasana ist der Bauch in gestrecktem Zustand und unter starker Belastung. Durch tiefe Atmung kommt man in den Schaukelbogen. Die Bauchorgane werden massiert, Verstopfung kann beseitigt werden, Magen-Darm-Krankheiten können leichter heilen, die Verdauung wird angeregt und Blutstauungen lösen sich. Starke Emotionen wie Angst und Wut setzen sich gerne in der Bauchnabelregion fest. Einige Menschen futtern sich gern deshalb einen Schutzschild an. In Dhanurasana wird man spätestens damit konfrontiert und Hindernisse werden erkannt. So schmilzt nicht nur das Bauchfett.Welche Themen im gehaltenen Dhanurasana sich zeigen, können gesehen und somit bewusst angenommen werden. Dann kann sich ein Gefühl von Erhabenheit einstellen.

Das JETZT wird klarer. Wer dazu neigt, in die Zukunft zu schielen und dabei ein Gefühl der Überlastung hat, dem hilft Dhanurasana ebenfalls. Solche Spannungen sitzen gerne im Schulter- und Nackenbereich. In Dhanurasana wird die gesamte Wirbelsäule nach hinten gebogen. Von außen betrachtet ist Dhanurasana eine Kombination aus Kobra und Heuschrecke. Die Wirbelsäule ist wie das Holz eines Bogen und die Arme und Beine sind die Saite. Bucklige Menschen können in Dhanurasana Verspannungen aus dem oberen Brustkorb herausarbeiten und Nervenenergie aus dem Halsbereich freisetzen. Die Atmung wird leichter, mehr Prana kann aufgenommen werden und ein Gefühl der Leichtigkeit stellt sich ein.

bogen_schießenDer Bauchraum ist das Sonnengeflecht. Hier wohnt Agni, das Element Feuer mit seiner Tugend der Willensstärke. Die innere Batterie des Körpers besteht aus den Nieren und Nebennieren, denn sie speichern die Lebensenergie. Dhanurasana schafft Platz für Neues, stärkt das innere Kraftzentrum und Stärke auch unter Belastung bleibt erhalten. Es heißt bei den Tanmatras, die Sehkraft hänge ganz enorm vom Manipura Chakra ab. Durch längeres Halten von Dhanurasana bleiben die Ziele im Blickfeld, Hindernisse erhalten weniger Aufmerksamkeit und Gründe für Kummer verschwinden.

Wer mag sich da noch ernsthaft über einen kleinen Fauxpas grämen. C´est la vie, schon passiert. Lerne daraus und mach weiter. Übe vermehrt Dhanurasana. Das letztendliche Ziel eines jeden Yogis ist Moksha, die Befreiung. Swami Sivananda beschreibt eine befreite Seele, einen Jivanmukta, wie folgt: „(…), der befreite Weise, ist absolut frei von Ichdenken, Zweifel, Furcht und Kummer. Das sind die vier wesentlichen Kennzeichen dafür, dass ein Mensch Vollkommenheit erreicht hat. “

Den Focus neu auf Dhanurasana zu lenken lohnt sich also. Besonders jetzt zu Beginn des neuen Jahres. Weitere Tipps,Tricks, Variationen und Wirkungen zu Dhanurasana findest du im Yoga Wiki.  Be happy! (cb)

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