Yoga Wiki über Hochsensibilität

Es gibt und gab schon immer Menschen, die empfindlicher oder sensibler auf Ereignisse und Menschen in ihrer Umwelt reagieren. Das Selbstbild von sensiblen Menschen leidet unter der eigenen Erfahrung, dass ihnen die Welt oft zu viel wird.

1996 hat die Psychologin Elaine N. Aron durch ihre Forschungen den Begriff „Hochsensibilität“ oder „Hochsensible Person“ (HSP) geprägt. Die Arbeit von Elaine N. Aron rückte die häufig negativen Auswirkungen von Empfindlichkeiten in die sinnvolle, positive Eigenschaft der Hochsensibilität.

Hochsensibilität beschreibt einen Zustand, in dem die Wahrnehmungsfähigkeit weit über dem Durchschnitt liegt. Hochsensible Personen nehmen ihre Umwelt und Ereignisse intensiver wahr. Das erweiterte Wahrnehmungsspektrum kann sich bei Hochsensibilität als erhöhte Intuition, Differenziertheit, Kreativität und erhöhtes Einfühlungsvermögen ausdrücken.

Die andere Seite der Medaille bei Hochsensibilität ist eine Anfälligkeit für Reizüberflutungen, wenn das Gehirn nicht in der Lage ist, die Vielzahl an eingehenden Informationen zu verarbeiten. In dieser Ausprägung erfahren Menschen ihre Hochsensibilität als emotionale und nervliche Instabilität, als mangelhafte Stressresistenz und Unsicherheit, mit dem Bedürfnis nach Rückzug und Abgrenzung.

Der angenommene Ansatz von Aron und Kollegen für Hochsensibilität hinterfragt die Vorstellungen von Begriffen wie zum Beispiel „Schüchternheit“, die man am ehesten als eine erlernte Angst vor Verurteilungen im sozialen Umfeld erklären kann.

Schüchternheit wird häufig als eine angeborene Eigenschaft angesehen, die keine evolutionären Vorteile mit sich bringt. Im Gegensatz zur Ängstlichkeit oder Schüchternheit wird die Eigenschaft der Hochsensibilität als eine grundlegende Eigenschaft anerkannt, um die Evolution zu bewahren. Untersuchungen haben gezeigt, dass Begriffe wie Schüchternheit, Hemmungen und Ängstlichkeit, mit denen hochsensible Personen oft versucht werden zu beschreiben, nur in Abhängigkeit von Stressfaktoren in der Umwelt auftauchen.

Während des Yoga Vidya Kinderyoga Kongresses im März 2015 hat die Kinderbuchautorin Sabina Pilguj einen Vortrag über ihre eigenen Erfahrungen mit Hochsensibilität gehalten. Die Zuhörer waren sehr berührt von Sabinas Worten, weil sie sich, vielleicht zum ersten Mal, verstanden fühlten. Das Yoga Wiki Team hat mit Sabina Pilguj ein Interview geführt, um tiefer in die Materie der Hochsensibilität einzusteigen.

Sabina bezeichnet sich selbst als „hochsensibel“ und arbeitet mittlerweile als Hochsensibilitäts-Coach. Sie berichtet sehr offen darüber, wie sie selbst ihre Hochsensibilität erlebt und im Laufe ihres Lebens lernte, ihre Eigenschaften positiv zu nutzen. Sabina Pilguj zeigt auf, wie sie selbst durch Yoga ihre innere Stabilität gefunden hat und ihre Erfahrungen heute vor allen Dingen an hochsensible Kinder weiter gibt.

Weitere Informationen zu Hochsensibilität und das vollständige Interview mit Sabina Pilguj findest du im  Yoga Wiki unter dem Stichwort „Hochsensibilität„. sd

1 Kommentar zu “Yoga Wiki über Hochsensibilität

  1. Ein ganz toller und wichtiger Beitrag.
    Ich glaube, dass ganz viele Menschen „so“ sind. Es kann das Leben sehr schwer machen, weil die meisten Mitmenschen dieses „Anderssein“ nicht nachvollziehen können. Es bereichert aber auch immens. Es macht sehr empfänglich für das innere Erleben von anderen Menschen oder schafft oft unmittelbares Erkennen größerer Zusammenhänge.
    Wahrscheinlich gehören auch Themen wie ADS, ADHS und Bereiche des Autismus oder ähnliche Phänomene dazu.
    Interessant auch, dass die dazu gehörenden Emotionen wie Ängstlichkeit, Schüchternheit in Abhängigkeit mit Stress, der von außen kommt, entstehen.
    Viele Kinder fallen durch diese Sensibilität in der Schule durch’s Raster, aber zeitgleich können sie andere Fähigkeiten entwickeln; Kreativität, Emphatie oder Phantasie sind stark ausgeprägt.

    In diesem Sinne!

    Ich wünsche euch einen wunderschönen,sonnigen Tag!

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