Yoga Wiki über Vairagya

Wenn sich Vairagya, Verhaftungslosigkeit, zum ersten Mal im Leben eines Menschen zeigt, steckt er wahrscheinlich in einer tiefen Krise. Er hat nämlich den Eindruck, dass sein Leben keinen Sinn mehr macht. Vairagya, Leidenschaftslosigkeit, lässt seine alltägliche Routine aus Arbeit, Essen, Fernsehn, Freunde, Alkohol, Parties, Shoppen u.a. ziemlich sinnlos erscheinen. Ohne Freunde fällt er eher in eine Depression, mit Freunden greift er wahrscheinlich zum Alkohol und im schlimmsten Fall macht er beides. Da ihm sein Leben sinnlos erscheint, muss er es betäuben, um es irgendwie erträglich zu machen. Viele Menschen bleiben an diesem Punkt hängen.

Was ein Mensch braucht, der plötzlich Vairagya, Wunschlosigkeit, fühlt, ist Sinn. Er braucht wieder Sinn in seinem Leben. Und was kann ihm mehr Sinn geben als die Suche nach Gott? Die Sinnsuche wäre damit beendet, dann beginnt das Streben nach Gott.

Vairagya (Verhaftungslosigkeit, Leidenschaftslosigkeit, Wunschlosigkeit) ist folglich als etwas anzusehen, dass sehr gut ist, auch wenn sie Menschen zunächst in eine tiefe Krise stürzt. Bevor man für eine echte Veränderung offen ist, muss man eine Krise durchlaufen. Dann kann man alles loslassen, was nicht länger zu einem passt: bestimmte Menschen, Alkohol, einen Job, ein Haus, ein Auto – all das, woran man so hängen kann.

Vairagya bezieht sich allerdings nicht nur auf die äußeren Dinge, im Optimalfall räumt es auch den Geist auf. Ein echter Vairagin lässt sich nicht von Mögen und Nicht-Mögen leiten. Er bewegt sich leidenschaftslos in der Welt, erledigt seine Aufgaben und Pflichten und richtet sich nach Gott. Er beherrscht seine Sinne (Pratyahara), verliert immer mehr jedes Interesse an der äußeren Welt und wendet sich vollkommen Gott zu. Ein Vairagin müsste man sein! cw

1 Kommentar zu “Yoga Wiki über Vairagya

  1. Premajyoti

    🙂 bin schon 30 Jahre beim selben Arbeitgeber, huhu
    Om Om Om

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