Yogalehrer werden in Bad Meinberg

Vor einer Weile fragte mich eine Bekannte, wie es denn mit meiner Yogalehrer-Ausbildung weitergegangen sei. Sie hatte die Blogbeiträge gelesen, die ich im September vom Nordsee Ashram geschrieben hatte und wartete seither gespannt auf eine Fortsetzung. Wie weit bin ich also mit meinem Projekt „Yogalehrer werden„?

„Na großartig“, dach ich: „Das ist mal wieder ein verblüffendes Timing!“ Im Moment stecke ich nämlich mitten drin im zweiten Intensiv-Ausbildungsteil. Dieses Mal in Bad Meinberg. Und eigentlich hatte ich mich gerade entschieden, das Schreiben und Reflektieren dieses Mal lieber sein zu lassen. Da müsste ich nämlich wirklich um Worte ringen. Und da stehe ich nun.

Damit sich jetzt niemand den Kopf zerbricht oder gar anfängt, sich zu sorgen: Es geht mir großartig. Und das immerhin trotz rarer sechseinhalb Stunden Schlaf pro Nacht und einem Marathon-Dauer-Programm. Ja, ich weiß, alle, die schon dabei waren, erzählen das Gleiche. Und wer nicht dabei war, kann es sich trotzdem nicht vorstellen. Es stimmt aber: Ich habe mich noch nie so ausgeruht, entspannt und irgendwie untätig gefühlt wie gerade jetzt. Mit dem kleinen Vermerk, dass ich meine erste Yoga-Lehrprobe bereits bestanden habe (yeah!) und die nächste noch eine weite Woche entfernt liegt. Ich kann nicht behaupten, diese innere Ruhe wäre ein Ausbildungs-Dauerzustand.

So, aber jetzt mal zu den Fakten: Drei Tage intensives Kundalini Yoga mit ausgiebigem Pranayama: Verblüffend, wie das die Müdigkeit vertreiben kann. Eineinhalb Wochen ohne Kaffee und Zucker: Der reine Wahnsinn, dass das geht und mensch dabei auch noch gelassen bleiben kann. Ein Tag ohne Worte (sprich: Ganztagsschweigen): Unglaublich, wie viel Energie sich dabei in einem entwickeln kann. Zweimal am Tag meditieren, Mantras singen, Yoga, Entspannung und am besten noch mal Entspannung. Stimmtraining mit offener Kehle und Prana-Konzentration. Kein Bürostress, wenig Computer, keine anderen Verpflichtungen. Wow! Wen wundert’s eigentlich, dass man die Welt da auf einmal mit anderen Augen  – oder besser: einem anderen Gehirn betrachtet?

Vergessen habe ich dabei allerdings den Lernstoff. Und die drängende Frage, wie man sich 20 unaussprechliche Sanskritwörter, die alle mit V beginnen, merken kann, ohne sie zu verwechseln. Und wie viele Knochen und Muskeln zum Körper gehören. Und ganz wichtig: Wie die sieben Stufen der Stress-Entwicklung heißen und wie man sie am besten vermeidet.

Na wie gut, dass ich das jetzt auch weiß. Und ein Glück, dass ich mit dem Lernen schon vorher angefangen hatte. Sonst sähe die Sache vielleicht schon wieder anders aus. Oder auch nicht. Ich müsste nur einmal mit dem großen Pranayama-Yoga-Schweigen-Fasten-Waschlappen über mein Gehirn wischen, und schon fiele alles von selbst ins Lot und das Wissen spränge einfach von selbst in meinen Kopf. Offen und entspannt genug fühlt er sich dafür im Moment zumindest an. Am Ende könnte ich sogar noch ganz entspannt Yoga unterrichten und mich dabei noch pudelwohl fühlen. Wer weiß. Es geschehen doch Zeichen und Wunder in der (Yoga-)Welt.

Infos zur 4-Wochen-Yogalehrer-Intensiv Ausbildung >>

1 Kommentar zu “Yogalehrer werden in Bad Meinberg

  1. Einfach wunderbar!!!
    Bitte, dazu noch anören „Wie wurde ich Yogalehrer – humorvoll“.

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