Ostern – Osterhase meets Jesus Christ

Ostern besteht für die Welt aus Osterhasen, Ostereiern, Süßigkeiten und Geschenken. Dieser Aspekt von Ostern geht eher auf die vorchristlichen Fruchtbarkeitsfeste zu Ehren der Göttin Freya zurück, mit denen man den Frühling einleitete.

40 Tage vor Ostern gelten als Fastenzeit in der christlichen Tradition, eine Zeit in der man sich auf das Wesentliche besinnt und reduziert. In dieser Zeit wurden früher keine Eier verzehrt, so dass zu Ostern dann ganz viele da waren und man daraus einen Osterbrauch machte, um die Eier zu nutzen. Die Fastenzeit erinnert auch an die 40 Tage Jesu in der Wüste, eine Zeit der inneren Einkehr, bevor er in die Öffentlichkeit trat und lehrte.

Ostern dauert von Ostermontag bis Pfingsten. Die Woche vor Ostern ist die Karwoche. Sie beginnt mit dem Palmsonntag, an dem der Einzug Jesu in Jerusalem gefeiert wird. An Gründonnerstag feiern die Christen das Letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Am Karfreitag erinnert man sich an den Tod Jesu am Kreuz. Am Karsamstag wird am Grab Wache gehalten und am dritten Tag, an Ostersonntag gedenkt man der Auferstehung Christi.

Die Interpretation der christlichen Kirche

Macht die Interpretation der christlichen Kirche wirklich Sinn, wenn es heißt, dass Jesus gestorben ist, um die Menschen von ihren Sünden zu erlösen? Wie soll das funktionieren? Verhalten sich die Menschen seitdem so, dass sie keine neuen „Sünden“ produzieren oder hat Jesus die Menschen durch seinen Tod für alle Zeiten von ihren „Sünden“ befreit?

Es sieht ganz danach aus, als ob die Menschen hier erneut eine Lösung im Außen suchen, eine Projektion erschaffen haben, um sich über ihr Verhalten keine weiteren Gedanken machen zu müssen – ein Erlöser, der sich um alle kümmert, damit man sich nicht selber kümmern muss.

Was wäre wenn Jesus Christus überhaupt keine Verantwortung für unser Handeln übernehmen kann und wir ganz allein für all unsere Taten verantwortlich wären? Die Lehre des Karma besagt nämlich genau das: Wir ernten, was wir säen. Jeder von uns ist so sehr für seine eigenen Taten verantwortlich, dass er früher oder später die Früchte davon ernten wird, die Konsequenzen erfahren wird.

So steht Jesus für einen Menschen, der bereit war, die Verantwortung zu übernehmen, für alles einzustehen, bis er Gott als seinen Vater erkannt hatte und vollkommen in seinem Bewusstsein aufgegangen ist, sodass er dann sogar wiederauferstehen konnte und in materialisierten Form seine Jünger weiter begleitet und gelehrt hat.

Auferstehung als inneres Geschehen

Wir können die Auferstehung auch als inneres Geschehen sehen, bei dem wir immer wieder eine neuen Tod sterben, wenn eine Lebensphase zu Ende geht, wir das Vergangene loslassen müssen, damit wir innerlich neu auferstehen können wie Phönix aus der Asche und offen sind für einen Neuanfang in einem höheren, klareren Bewusstsein.

Ostern steht symbolisch auch dafür, dass das Leben in Zyklen abläuft… dass auf eine schwierige Phase auch wieder eine leichte folgt und zwar genau in demselben Ausmaß. Ostern steht dafür, dass auf Dunkelheit Licht folgt, auf den Winter das Frühjahr, auf die Trockenheit die Fruchtbarkeit.

Aus den Phasen, die uns besonders schwierig erscheinen, können wir am meisten lernen, uns nicht mehr zu identifizieren mit dem, was nicht zu uns gehört und uns dem zuzuwenden, was unsere wahre Natur ist, das allumfassende Bewusstsein, in dem auch Christus aufgegangen ist.

Es wäre schön, wenn wir Ostern in diesem Bewusstsein feiern könnten, in dem wir alle eins sind, ungetrennt und für immer frei. Da das wahrscheinlich nicht für jeden Menschen leicht sein wird, wäre ein erster Schritt, der innige Wunsch nach dieser Art der Auferstehung.

Es heißt nämlich auch, dass es Gottes Anliegen ist, jeden Wunsch eines Menschen zu erfüllen. Wir können also davon ausgehen, dass er uns dabei helfen wird, auch diesen höchsten Wunsch zu erfüllen, wenn die Zeit dafür gekommen ist und wir innerlich so weit gereift sind, dass es wirklich geschehen kann.

Für jetzt bleibt nur: Frohe Ostern! – Was auch immer das für dich bedeuten mag.

Pünktlich zu Ostern ist das Buch „Inspiration und Weisheit für Menschen von heute“ von Swami Sivananda als eBook erschienen. Es kann dir dabei helfen, den Weg nach innen zu gehen, im Bewusstsein zu wachsen und größere Zusammenhänge zu verstehen.

9 Kommentare zu “Ostern – Osterhase meets Jesus Christ

  1. Ruth Dischlatis

    Hallo Ihr Lieben…Wir leben auf und mit einem Planeten der uns Weisheid durch das Erfahren von Gegensaetzen Sache ist. Nicht das Handeln nachdem ueber uns Geurteilt wird ,unsere Gedanken und Motivation sind ausschlaggebend.
    Durch Situationen zu Erfahren und Durchleben erfahren wir Weisheid .
    Was wir denken ueber andere sagt alles ueber uns selbst.Wir sind erst fuer uns selbst Verantwortlich ,sende
    Gedanken mit Liebe,so heilt man sich ua.selbst,Urteile nicht,ueber dich….
    In Liebe verbleibe ich mit Herz lichen
    Gruss ,Ruth Dischlatis

  2. Ute M. Mertes

    Der „Ostertext“ ist richtig Spitze und zeigt wirklich unser wahres Leben, das wir selbst leben „muessen“. Ganz herzlichen Dank Uteb

  3. Margit Niebergall

    Wir ernten, was wir säen? Dem kann ich so nicht zustimmen. Was haben denn Kinder und Jugendliche, die in Kriegs-und Krisengebieten leben (und viel zu früh sterben), „gesät“?
    Meinem Eindruck nach sind es viel zu oft die Ärmsten und die Schwächsten, die das ernten müssen, was an höherer Stelle gesät wurde.
    Andererseits habe ich nichts dafür getan, dass ich in einem friedlichen Land mit einem gut .funktionierendem Sozial-und Rechtsstaat leben darf. Nichts davon ist mein Verdienst.

    Ich habe fünf Jahr als Betreuungsassistentin an einer Förderschule für Körperbehinderte gearbeitet.
    Was sollen diese Kinder und ihre Familien denn gesät haben?

    Was den Tod und die Auferstehung Christi angeht, so halte ich mich an das traditionelle christliche Verständnis.Als ich mich habe taufen lassen, geschah das aus der Einsicht heraus, dass ich mich niemals selbst erlösen kann, trotz aller Bemühungen um einen guten und ethischen Lebensstil. Deshalb bin ich Jesus so unendlich dankbar, dass er das für mich getan hat. Deshalb ist Ostern für mich in jedem Jahr das größte Highlight.

    Frohe Ostern wünsche ich Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Mitarbeitern – wie immer Sie das Fest verstehen.

  4. Anonymous

    Lange nicht mehr eine so besondere Sicht auf Ostern bekommen wie durch diesen aktuellen Bericht , danke ! Ich werde es allen Freunden weitermailen …….Lisa Nitschke

  5. Joe Taylor

    Das ist eine schöne Warheit. So lange es jedoch Machtstreben und Gier gibt bleibt das eine Herausforderung.

  6. Alschwicht

    Wenn jeder sich bewusst macht, dass nur er/sie für das Handeln die Veränderung trägt, wäre die Welt friedlicher? Ich hoffe es sehr. Nun kann die Schuld ja vergeben werden. Jeder legt sie ab und trägt keine Verantwortung. Danke für den Beitrag.

  7. Diese Worte regen dazu an vieles in Frage zu stellen,ich stehe hinter diesen Aussagen.Danke für diese Zeilen

  8. Jens Kuhn

    Ich komme gerade aus Indien wo ich mich länger aufgehalten habe und muss sagen, wenn jeder Mensch der an das Karma glaubt, sich auch danach verhalten würde müsste die Welt dort ja friedlicher sein ! Ist sie aber nicht! Also funktioniert auch diese Philosophie oder spirituelle Sichtweite nicht für unsere kümmerliche menschliche Existenz.
    Mit österlichem Gruß
    Jens Kuhn

  9. Katrin Regele

    Liebes Yoga Vidya-Team, DANKE von Herzen für diese stimmige Interpretation 💖 Berührt mich und lässt mich diesen Tag heute mit „erweiterter“ Bewusstheit feiern.
    Gesegnetes Fest ✨

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