Serve, love, give, purify, meditate, realize

Swami Sivananda

Wohl jede Yogini und jeder Yogi bei Yoga Vidya kennt diese Aneinanderreihung von Verben – Swami Sivanandas wichtigste Botschaft – für Selbstverwirklichung und ein glückliches Leben: Serve, love, give, purify, meditate, realize. (Diene, liebe, gib, reinige, meditiere und verwirkliche)

Ein Beitrag von Diana Helen Fegert

What would Swamiji do?

Manchmal frage ich mich, was Swami Sivananda sagen würde, wenn er einen Tag bei Yoga Vidya verbringen könnte. Wie würde er sich fühlen, in den Yogastunden, während des Satsangs und beim Essen?

Ich selbst befinde mich gerade in der Yogalehrerausbildung, und auch wenn mich der Yoga schon über eine lange Zeit meines Lebens begleitet, so habe ich erst vor ungefähr 1 ½ Jahren beschlossen, ihn auch in die Welt tragen zu wollen und die 2-jährige Yogalehrer-Ausbildung begonnen.

Nun werde ich nächsten Winter meine Prüfung ablegen und dann gut vorbereitet meinen Mitmenschen dieses wundervolle System zur Gesunderhaltung von Körper, Seele und Geist nahebringen. Mein Weg ist der integrale Yoga, daran habe ich noch nie Zweifel gehegt.

Im Yoga liegt ein göttliches Scheinen

Meine ersten Asanas habe ich mit acht Jahren gemeinsam mit meiner Familie praktiziert, und am meisten erinnere ich mich daran, dass ich auf meinem Teppich, in eine Yogastellung vertieft, unsäglich glücklich war. Für ein achtjähriges Mädchen finde ich das bemerkenswert.

„Warum gerade der Yoga?“, frage ich mich heute rückblickend. „Wie kann es sein, dass Atemübungen und Yogastellungen ein Kind derart glücklich machen?!“ Vielleicht hat meine Seele damals das göttliche Scheinen im Yoga erkannt. Vielleicht hat Brahman seine Hand zu mir ausgestreckt und in mein kindliches Herz versinken lassen.

Das Scheinen, das Glitzern des Göttlichen, das die Yogaübungen damals in meine Seele trugen, hatten von jenem Zeitpunkt an eine magische Anziehung auf mich ausgeübt. Immer wieder kam ich im Laufe der Jahre mit dem Yoga in Berührung, später auch intensiv mit der Meditation und der Yogaphilosophie.

Letztendlich fand ich auf diesem Wege auch Heilung. Heilung brauchen wir alle, um uns wieder mit unserem Ursprung zu verbinden – mit Gott. Heil werden bedeutet für mich in seiner Essenz, eins zu werden mit dem Göttlichen, mit der kosmischen Liebe, und vielleicht in einem ersten Schritt sich überhaupt gewahr zu werden, dass unser innerstes Sein seinen Ursprung in den lichten Welten hat.

Serve, love, give, purify, meditate, realize: Immer ein guter Ratschlag

Seit Beginn meiner Ausbildung sitze ich manchmal vor einem Bild von Swami Sivananda und frage mich, was er mir raten würde auf meinem Yoga-Weg. Und ich überlege, wie er mich unterrichten würde, wenn ich einmal die besondere Gelegenheit hätte, seine Schülerin sein zu dürfen.

Am meisten bewegt mich der Spruch, den ich immer wieder unter seinem Bild lese: serve, love, give, purify, meditate, realize. Er liest sich so wunderbar einfach, doch ihn in die Praxis umzusetzen, erscheint mir an manchen Tagen schier unmöglich, kaum zu bewältigen.

So sitze ich nun also da und schaue ihn an, den großen Meister unserer Tradition. Nach einer Weile schließe ich die Augen und beginne zu meditieren. Mein Herz weitet sich, wird eins mit Brahman. – Aham Brahman Asmi – ist mein Mantra.

Und plötzlich ist es, als sei ich in Indien. Die Sonne scheint und der Himmel ist blau. Ich stehe in einem Garten unter einer Palme und schaue hinauf. Ihre Blätter wiegen sich sanft im Wind. Swami Sivananda steht vor mir.

Ich werde ganz aufgeregt, nutze die Gelegenheit und frage ihn: „Lieber Swami Sivananda, was ist es, was du mir mitgeben würdest auf meinem Yoga-Weg? Was glaubst du ist das Wichtigste, das ich unbedingt wissen und lernen sollte?“ Er steht vor mir und lächelt mich gütig an. Aus seinen Augen fließt Liebe, durch ihn hindurch strahlt Gott zu mir.


„Ich freue mich, dass du dich in den Yoga unterweisen lässt.“, sagt er. „Weißt du, der Yoga ist ein heiliges System. Er wurde uns von Gott gesandt, von dem höchsten Strahlen im Universum. Wenn du Yoga praktizierst, dann tue das mit ganzem Herzen. Suche in deinem Herzen den reinsten und heiligsten Ort, dort wo du am ehesten das Licht der Liebe Gottes spürst, und mit diesem Gewahrsein praktiziere Yoga.

Damit meine ich nicht nur die Yoga-Asanas, sondern ich meine jede einzelne deiner Handlungen, die du den ganzen Tag über vollbringst – von dem Moment an, wo du aufwachst bis zu dem Moment, wo du schlafen gehst.

Swami Sivananda

Das ist mein Rat für dich. Yoga bedeutet deine Hinwendung zu Gott, das Entwickeln deiner Seele zurück zu ihrem Ursprung, und das schaffst du nur, wenn du dich genau mit diesem Ort in deinem Herzen verbindest, wenn du den ganzen Tag über Gott in dir, in deinem Herzen suchst und dich von diesem Strahlen führen lässt auf all deinen Wegen.

Serve, love, give, purify, meditate, realize – Worte, die dich nach Hause bringen

Das ist Yoga in seiner reinsten Form und dies wird dich nach Hause bringen – zum Licht. Es wird dich befreien von deinem Körper und den damit verbundenen Strapazen, die du im Laufe eines Erdenlebens erduldest. Ein Leben ist nicht immer leicht, ein Körper wird krank, am Ende stirbt er und auch deine Seele hat viele Prüfungen zu bestehen während einer Erdenreise.

Aber ein Leben ist auch unsäglich wertvoll, vor allem dann, wenn du Gott in deinem Herzen suchst, dich von ihm führen lässt. Er wird dich mit viel Liebe und Geduld zurückführen zu sich, zu dem kosmischen Strahlen, zu dem Ort, nach dem du dich dein ganzes Leben lang sehnst. Du wirst Liebe erfahren, du wirst frei sein von Sorgen und erfahren wie es ist, ohne Schmerz zu sein. Das ist Gott.

Du kannst diesen Zustand auch schon hier auf Erden erfahren, zumindest kannst du ihm sehr nahe kommen. Wenn du also Yoga praktizierst, dann praktiziere ihn den ganzen Tag, vom ersten Moment, wo du deine Augen aufschlägst bis zu dem Moment, wo du schlafen gehst.

Du trägst Gott immer in deinem Herzen

Wird dein Leben turbulent, steigen Emotionen in dir hoch, droht die Angst dich zu überwältigen, dann gehe in dein Herz und suche dort nach dem Yoga, nach Gott.

Wenn du so lebst, im Einklang mit deinem eigenen inneren Strahlen, dann wird es für dich eine Leichtigkeit sein, der Menschheit zu dienen, sie zu lieben, freigiebig zu sein, immer wieder die Motivation und die Kraft zu spüren, dich zu reinigen an Körper, Seele und Geist, dein Gewahrsam auf Gott zu richten und in einem fortwährenden Zustand der Meditation das Gottbewusstsein zu erreichen.

Dann hast du die Worte, die so viel mehr sind als nur Worte, und die du so oft versonnen anschaust, wenn du vor meinem Bild sitzt, realisiert.“


Seine Stimme verklingt. Ich schaue wieder hinauf zum Himmel, und er scheint mir zuzuflüstern: „Höre auf ihn. Er weist dir den Weg. Gehe ihn weiter, den Weg zu Gott, dann wird deine Seele einst aufsteigen, befreit und leicht wie ein Vogel.“

Serve, love, give, purify, meditate, realize: Alles wird ganz klar

Die inneren Bilder und Gedanken verschwimmen. Ich öffne meine Augen und schaue wieder auf das Antlitz von Swami Sivananda, zuhause bei mir in meinem Yogaraum. Ich lächle. Er hat mich gehört, in meinem Zweifel, in meinem Fragen.

Ich spüre in mein Herz hinein, auf sein Pulsieren. Es flüstert mir zu: „Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich.“ Gott flüstert zu mir durch mein Herz. Ich stehe auf und bedanke mich bei Swami Sivananda. Ich weiß nicht, ob es wirklich er war, den ich in meiner Vision gesehen und gehört habe, seine Seele aus einer anderen Welt.

Wer könnte mir auch eine solche Frage beantworten!? Niemand. Nicht mit wirklicher Gewissheit. Aber ich spüre Gott in meinem Herzen und so weiß ich, dass es in seiner letzten Essenz wieder Brahman war, der seine Hand zu mir ausgestreckt hat und in mein Herz versinken ließ, so wie damals, als ich als Achtjährige auf meinem Teppich saß und die Vorwärtsbeuge übte und mich fragte, wie in aller Welt ich es schaffen sollte, meinen Bauch auf meine Knie zu legen.

Aber darauf kommt es auch gar nicht wirklich an. Ich weiß, dass Gott mich begleitet auf meinem Weg zum Licht und gerade dann, wenn ich die größten Zweifel habe, dann schaue ich zu den Meistern, zu den Gesandten Gottes, zu den Devas und den Murtis oder einfach hinauf zu Vater Sonne, zu Surya.

Ich bitte sie um Führung und auf dem einen oder anderen Weg kommt sie immer zu mir. Heute kam sie über Swami Sivananda, über Yoga Vidya. Und ich vertraue darauf und weiß, dass Gott immer seinen Weg zu mir finden wird, um mich zu ihm zurückzuholen, zum Licht, in die Ewigkeit, zu dem höchsten Strahlen des Universums.

Ich muss nur um göttliche Führung bitten, das Licht in meinem Herzen suchen und fortwährend den Yoga praktizieren, das Einswerden mit Gott.

Über die Autorin

Diana Helen Fegert ist seit Kindesbeinen mit dem Yoga verbunden. Über lange Jahre hinweg hat sie intensiv meditiert, bis sich die Grenzen zwischen diesen und den Lichtwelten begannen aufzulösen. Schamanische Praktiken haben es ihr außerdem später erleichtert, noch intensiver in Kontakt mit diesen Welten, die im Alltag oft verborgen scheinen, zu treten.

Bei Yoga Vidya hat sie ihr Wissen durch Seminare und Ausbildungen in den Bereichen Yoga, Meditation, Schamanismus und Ayurveda erweitert. Seit einigen Jahren begleiten sie intensiv auch jene Lehrer, die in ihrem Herzen residieren. Das Herz ist der Ort, der uns an unseren inneren Guru verweist, an das göttliche Licht, das uns lehrt, begleitet und durch unser Leben führt.

Dieses göttliche Licht zu finden, ist unsere wichtigste Aufgabe im Leben und wenn wir es gefunden haben, dann strahlt es durch uns hinaus in die Welt. Auf diesem Wege hat Diana ihr Dharma gefunden und möchte die Welt bereichern, mit ihren Texten, Bildern, Meditationen und dem Wissen, das die geistige Welt ihr schenkt.

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