Spontan sein macht glücklich

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Planen oder spontan sein? Was macht wirklich glücklich? Und was hat das Festhalten an der Zukunft mit unserem Glückszustand zu tun?

Warum planen oft stressiger ist, als sich einfach mal fließen zu lassen. Hier geht es zu einem Erfahrungsbricht aus tiefer Selbstbeobachtung und wie das auch mit Yoga zusammenhängt.

Wer hat das noch nicht so oder ähnlich einmal gehört? „Das machen wir spontan“. „Im Flow sein“. „Wird schon werden“. „Wir schauen mal“. „Vertraue dem Universum“. All diese Sprüche mochte ich schon immer irgendwie gern. Bevor ich jedoch angefangen habe, mich wirklich mit mir selbst zu beschäftigen, habe ich, wie viele Menschen, ständig Verabredungen getroffen, mir viele Termine gelegt, meinen Tag akribisch durchgeplant und weit in die Zukunft geschaut.

Teufelskreis aus Verabredungen: Spontan sein im Alltag?

Damals war das einfach so, habe darüber nie reflektiert. Dachte ich muss Verabredungen machen, eine nach der anderen. Oft war ich gestresst, mir ging es nicht gut. Meine Energie stockte. Ich musste mich oft sehr überwinden diese Termine und Verabredungen dann auch wirklich alle einzuhalten. Es kostete mich oft viel Kraft. Häufig habe ich auch abgesagt und mich dabei aber wahnsinnig schlecht gefühlt. Ich war oft sehr müde.

Eigentlich kam ich aus diesem Teufelskreis aus Verabredungen machen und mich dann dazu zwingen zu müssen sie einzuhalten, gar nicht mehr richtig raus. Resultat war ein ständig gestresstes Grundgefühl. Und oft hörte ich von Freunden: „Ich finde es nicht gut, dass du Verabredungen wieder absagst, weil man sich auf dich nicht verlassen kann“. Das tat irgendwie weh. Denn verletzten wollte ich nun wirklich niemanden.

Yogapraktiken zeigten mir mein wirkliches Wesen

Vor drei Jahren fing ich dann an regelmäßig Yogaübungen (Pranayama, Sukshma vyayama und Asanas) für mich allein zu praktizieren und dies mit der Zeit immer weiter zu vertieften und auszuweiten. Ich merkte eine deutliche Veränderung in mir. Ich begann zu verstehen und zu spüren, dass Verabredungen und Planungen weit in die Zukunft gar nicht meinem wirklichen Wesen entsprechen.

Mit jedem weiterem Fortschritt meiner Praxis, entwickelte sich das Bewusstsein, meine Energien einfach laufen zu lassen. Wie es auch im Yoga immer nur um den nächsten Atemzug geht, geht es im Leben eigentlich auch nur um den nächsten Atemzug. Den nächsten Schritt. Auch Beppo der Straßenkehrer aus dem Buch „Momo“, hatte es schon erfasst: „Ein Schritt. Ein Atemzug. Ein Besenstrich.“

Wenn du dir deinen Weg komplett anschaust, um das Ziel weit in der Zukunft zu sehen, wirst du vielleicht gestresst sein, von den vielen Hindernissen, die du schon meinst erkennen zu können. Du wirst vielleicht das Gefühl haben: „Wie soll ich das bloß jemals schaffen?“. „Und ist das überhaupt der richtige Weg?“. Wenn du aber immer nur den nächsten Atemzug und Schritt siehst, dann ist der Weg einfacher zu gehen. Die Gedanken der Zukunft können dir nicht die Kraft nehmen. Vor allem die Angst um Dinge in der Zukunft sind meiner Meinung nach die größten Krafträuber. Denn sie sind irreal.

Ich habe erkannt, dass auch zu viele Verabredungen, Pläne, feste Daten und Uhrzeiten eine Art Straße sind, die man sich vorher schon anschaut und gedanklich durchspielt. Ich habe erkannt: je weniger feste Termine ich in mein Leben lege, desto glücklicher bin ich. So mache ich nur noch wirklich wichtige Termine mit wahrer Relevanz. Und solche, auf die ich richtig Lust habe. Der Rest darf spontan passieren. Dann passiert auch meistens das, was Spaß macht und zu dem Ziel führt, was genau richtig ist.

Glücklich sein mithilfe von“Spontan-Tagen“

Viele Tage habe ich schon zu „Spontan-Tagen“ gemacht und einfach immer nur den nächsten Atemzug und den nächsten Schritt gemacht. Spontan, ohne Plan. Wie ein Kind, was von Moment zu Moment lebt. Das waren die glücklichsten Tage. Der Tag kam mir nicht nur länger vor, sondern ich war auch wacher und aufnahmefähiger für das was kam. Konnte mich flexibel auf das einstellen, was sich mir eröffnete und fiel am Ende völlig erfüllt ins Bett. Hatte keine wirren Zukunftsgedanken beim Einschlafen.

Fühlte mich den ganzen Tag frei und präsent. Und das wunderbarste an solchen Tagen: Es kommt das, was kommen soll! Denn ich bin fester Überzeugung, dass du das anziehst, was du wirklich brauchst: Wenn du spontan bist. Im Flow bist. Du es schon werden lässt. Einfach mal schaust. Dem Universum vertraust.

So erreichst du dein Ziel, ohne dich durch den Blick auf die lange Straße stressen und verunsichern zu lassen.

Die Selbstwahrnehmung schärfen

Man muss nicht immer alles selber wuppen. Yoga Vidya bietet dir viele tolle Seminare und Workshops, die dir helfen, dich selbst besser kennen zu lernen:

Wenn sich Müdigkeit, Stress und Erschöpfung in den Alltag schleichen, kann außerdem eine yogatherapeutische Beratung neuen Schwung und Freude in den Alltag zurückbringen:

5 Kommentare zu “Spontan sein macht glücklich

  1. Marionina

    Wow, toller Blog, ja so ist es. Als ich von einer Personalberaterin gefragt wurde, wo ich mich in fünf Jahren sehe und ich antwortete, dass ich in solchen Zeiträumen nicht denken kann, da hat sie mich der Entscheidungskommission (wie ich später hörte) als völlig unbrauchbar dargestellt. Ich rutschte einen weiteren Platz nach hinten und bekam die begehrte Position nicht. Hätte ich sie bekommen, hätte ich sehr hart arbeiten müssen und vor allem hätte ich mir nicht einfach zwei Monate frei nehmen können. Aber das tat ich dann, weil das mein größerer Wunsch als der Karrieresprung war, fuhr nach Indien und tauchte tatsächlich in die Gegenwart ab. Ich vergaß stundenweise, dass es Europa überhaupt gibt. Es war derart überwältigend, dass ich bald zurückkehren wollte, doch mein Visa wurde wegen Corona für ungültig erklärt. Die deutsche Bollywooddarstellerin Susanne Bernhart hat es einmal bestens ausgedrückt, was sie in Indien gelernt hat: “Du planst dein Leben, aber das Leben plant für dich.”

  2. RoswitJa.

    Rosinen

    Ĺiebe Laut,
    die Spontanität fehlt mir manchmal.
    Ich hatte heute morgen das Bedürfnis
    Mantra zu singen mit der Yogaapp. Dieses
    Mantra OUM gibt viel Kraft zu mir selbst.
    Habe einen Garten , wo viele Blumen und Gemüse wächst, was ich selbst angepflanzt habe. Ich genieße die Natur.
    Gehe gerne im Wald wandern. Ich bedanke mich nochmals für die wunderbaren Gedanken.
    Gruß Rosi

  3. Daniela

    🙏❤️Man nennt es auch „Hingabe“

  4. Auch ich möchte mich für Deine Inspiration bedanken, liebe Laura. Ich neige auch dazu, alles durch zu planen..aber wenn mal keine Kraft mehr da ist und man lässt den Tag geschehen…dann passiert oftmals etwas Feines, Kleines..wie heute…ich sitze auf meinem Balkon, ganz alleine…und im Haus neben mir..meine Nachbarin…“Hey…Franzi..kennst Du den neuen Beatles Song (sie meinte natürlich den neuen Song von Paul 😉 )..“ und wir hören gemeinsam: „Woman and Wifes“..oh war das schön…so habe ich jetzt, durch dich Laura noch mehr das Gefühl, dass es richtig ist..es mal einfach laufen zu lassen..thank you very much! 🙂

  5. Claudia

    Vielen Dank Laura für das Teilen Deiner ganz persönlichen Erfahrungen.

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