Yoga im Winter: Das Licht der Könige in uns

Der sechste Januar ist der Tag, an dem Weihnachten endgültig zu Ende geht. Oder gerade erst seinen Höhepunkt erreicht. Je nachdem, in welchem Land man sich befindet und welchen Kirchenoberhäuptern man glauben will. Die Spanier und Russen feiern heute die Geburt Christi, im Markus-Evangelium wird er getauft und in die übrige christliche Kirche feiert die Ankunft dreier Weiser aus dem Morgenland, die auf der Suche nach dem neuen Licht der Welt waren.

Auch wenn einem verkleidete Kinder an der Tür und ominöse weiße Kreidezeichen nicht sonderlich viel bedeuten – irgendwie liegt heute doch etwas Besonderes in der Luft. Und eigentlich ist es doch auch ein schöner Brauch, das junge Jahr unter den Schutz und Segen der göttlichen Erkenntnis zu stellen. Wie jeder Yogi weiß, geht das natürlich viel effektiver, wenn man sich nicht nur routinemäßig segnen lässt, sondern selbst von Herzen dabei ist und um Segen bittet.

Noch besser: Man geht gleich in die Begegnung mit dem, was man selbst als göttliche Ur-Kraft des Lebens erfährt, und nimmt die tiefen Dimensionen des Lebens auf dieser Erde mit allen Sinnen wahr. Anlässlich des besonderen Ereignisses der Erkenntnis, der Segnung und der christlichen Ur-Taufe darf man ruhig mal den Alltag Alltag sein lassen und sich entschieden Platz für bewusste Wahrnehmung und Dankbarkeit schaffen. Hatha Yoga üben, meditieren, die Schönheit einer einzelnen Schneeflocke oder der schneebedeckten Landschaft bewundern, unter einem weiten Winterhimmel saubere Luft inhalieren und die Seele mit der Stille der Winternatur aufladen.

Siehe da: Wir müssen gar nicht sehnsüchtig auf den Frühling warten, um uns selbst als warm und lebendig zu erfahren. Wofür die drei Könige vor 2000 Jahren lange durch den Winter irren mussten, das können wir heute in viel kürzerer Zeit erleben. Im dem sicheren Wissen, dass das Licht und die Freude in jeder Minute, in jedem Moment und in jeder Jahreszeit stecken. Diese Kraft in uns und der Welt können wir spüren, wann immer wir wollen. Wir müssen nur tief ins Herz spüren, alles andere entschieden beiseite lassen und uns von tief innen mit der Welt verbinden.

Dank Yoga wissen wir, dass der Stern, dem die Könige folgten, gar nicht am Himmel hängt, sondern tief im eigenen Herzen. Sollte das Licht dort drinnen auch noch so verdeckt oder vergraben sein. Irgendwann werden wir es finden. Und entdecken, dass – was auch immer geschieht – dieser Stern nicht aufhört, zu leuchten.

So kann man Yoga jederzeit und in jeder Situation praktizieren. Da sage noch einer, wir seien nicht gesegnet! Egal ob mit weißen Kreidezeichen und Feiertag oder mit großen Herausforderungen und nagenden Zweifeln: Das Licht ist da. Und wir wissen, wie wir unser Herz dafür öffnen können. Haben wir es erst mal sicher in uns selbst gefunden, dann können wir auch, wie die drei Könige, alles andere loslassen und ihm alleine folgen.

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Dietlind Arndt lebt und schreibt seit Januar 2010 bei Yoga Vidya in Bad Meinberg.

2 Kommentare zu “Yoga im Winter: Das Licht der Könige in uns

  1. Danke an die König-in voller Herz!

  2. Die Weihnachtszeit endet eigentlich erst am 02. Februar
    (sieh auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachten),
    am 06.01. wird traditionell vielerorts der Weihnachtsbaum entsorgt – endet damit die Weihnachtszeit???

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