Yoga im Winter: Hamsasana – Die Reinheit des Geistes

Asanas begleiten uns durch alle Zeiten und auch durch alle Jahreszeiten, so dass wir unsere Yogapraxis auch ganz speziell auf den Winter ausrichten können. In der dunklen und kalten Zeit des Jahres ist es generell wohltuend, wärmende Asanas auszuführen. Zu denen zählen bspw. Stand- und Umkehrhaltungen, Rückwärtsbeugen oder Balanceübungen auf den Armen wie Hamsasana – der Schwan (die Asana wird zum Teil auch als Pfau bezeichnet). Wärme im Körper aufzubauen und zu halten kann nützlich sein, um Energie im Körper fließen zu lassen, tiefer in die Asanas zu gehen oder schwierige Körperübungen auf körperlicher und geistlicher Ebene leichter meistern zu können.

Hamsasana, wobei hamsa für Schwan oder hochfliegende Gans steht, ist eine äußerst fortgeschrittene Asana, die zunächst optimalerweise mit einem Lehrer geübt werden sollte.

Der Schwan wird aus dem Fersensitz heraus aufgebaut. Die Oberarme liegen dicht am Körper an, die Handflächen liegen flach auf dem Boden, die Fingerspitzen zeigen in Richtung Kopf. Nun gilt es die Beine ausgestreckt nach hinten zu bringen und schließlich vom Boden abzuheben, so dass man sich nur noch aus der Kraft der Arme hält und der Körper eine möglichst gerade Linie bildet. Diese Übung erfordert viel Kraft in den Armen, einen sehr guten Gleichgewichtssinn und gut ausgeprägte Bauchmuskeln. Wichtig ist es, Hamsasana niemals mit vollem Magen auszuführen!

Der Schwan als Tier voller Anmut und Grazie hat der indischen Mythologie zu Folge die Fähigkeit Milch von Wasser zu trennen und dann nur die Milch zu trinken. Im übertragenen Sinne ist damit die Befähigung zu spiritueller Unterscheidungskraft gemeint, die das Geistige vom Materiellen trennen kann. Zudem symbolisiert hamsa mit seinen vollkommenen, weißen Federn die Reinheit, mit seinem klaren Geist kann er Recht von Unrecht unterscheiden, das Göttliches sehen.

Diese anspruchsvolle Asana stärkt also nicht nur unsere Arme und Bauchmuskeln, kräftigt die Leber und regt Agni unser Verdauungsfeuer an, sondern fördert in starkem Maße auch unsere geistige Unterscheidungskraft!

Anne R.

Der Schwan im Mitmach-Video!
Hier kannst du den Schwan lernen

4 Kommentare zu “Yoga im Winter: Hamsasana – Die Reinheit des Geistes

  1. Liebe Rafaela,

    habe dazu nochmal recherchiert und es dann gleich im Artikel geändert! Danke! 🙂

  2. LIebe Anru,

    vielen Dank für deine Antwort.
    Was ich noch weiß ist, das die Handhaltung beim Schwan etwas anders ist als beim Pfau, die Finger zeigen nach vorne, und beim Pfau nach hinten. 🙂

  3. Liebe Rafaela,

    ja du hast Recht, die Übung wird in unterschiedlichen Traditionen Pfau oder Schwan genannt und bezeichnet die gleiche Asana! Ich habe mich beim Schreiben eher vom Schwan angezogen gefühlt… 🙂

  4. Om! Liebe Anru,

    deine Beschreibung ist wunderschön!
    Ich habe trotzdem eine Frage:
    ist der Schwan die gleiche Asana wie der Pfau?

    Danke!
    Rafaela

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