Yoga und der verflixte Reichtum

Es gibt ja jede Menge Werte, die wir im Yoga anstreben und in uns und in der Welt umsetzen wollen: Liebe, Frieden, Mitgefühl, Weisheit, Herzensfreude… und natürlich auch innere und äußere Fülle. So weit, so gut, das würde wohl jeder Yogi unterschreiben. Guckt man genauer hin, dann zeigt sich diese Vorstellung von Fülle als eine recht komplexe Form von Lebensqualität: gute Nahrung, ein Dach über dem Kopf, Freundschaften, Beziehungen, die Möglichkeit zu lernen und zu wachsen, ein abwechslungsreiches Leben, Er-Füllung… Ja, das alles sollte zum Leben gehören, solange wir hier auf Erden wandeln.

Und Geld? Na, das ist eben Mittel zum Zweck. Und manchmal eine unliebsame Thematik. Oder eben das Mittel der Wahl, das anzeigt, was einem die Dinge wirklich wert sind? „Geld ist kein Thema!“ Es sollte einfach da sein, oder? Es sei denn, man zählt sich zu den originalen Yogis, die in Indien und anderswo dem Wohlstand entsagen und der materiellen Welt den Rücken kehren. Pech, wenn wir keine indischen Yogis sind und uns das Geld an der einen oder anderen Stelle fehlt. Oder immer gerade nur so viel da ist, wie wir es zum Überleben brauchen. Und bei Yogis kann das bekanntermaßen weniger sein – wo wir doch wissen, dass wir die wahre Fülle nicht im Außen finden. 😉

Geld ist manchmal eine Art Tabuthema. In der Gesellschaft aus einem zwiegespaltenen Verhältnis heraus, und im Yoga aufgrund von Überzeugung. Irgendwie haftet den Zahlen auf unserem Konto gerne die Energie von Ruchlosigkeit und materieller Verirrung an. Swami Sivananda hatte schließlich auch nie welches und doch immer irgendwie genug. Allerdings verfügte der große Meister schon in jungen Jahren als Krankenhausleiter über ein beachtliches Einkommen. Das hielt ihn nicht davon ab, mehr zu geben als zu nehmen.

So manch ein moderner Yogi hat auch heutzutage ein recht großes Herz und ist gerne bereit, zu geben – und darüberhinaus auch Skrupel, Geld anzunehmen. Denn wie kann ich für eine Energie, die doch nur durch mich fließt, hartes Klein- und Großgeld annehmen, ohne mich zu schämen? Das ist in der Tat für so manchen schwierig.

Wie komme ich überhaupt auf dieses Thema? Weil überall auf der Welt, wo gerne mutig neue Wege beschritten werden und interessante Verbindungen zwischen Geld und spirituellem Leben entstehen. Und weil viele Menschen ganz erstaunt feststellen, das Geldflussblockaden, die schon in der Kindheit entstanden sind, in den Chakras sitzen und dass Geld auch ein Ausdruck von Selbstwertschätzung ist. Geld – man höre und staune – spiegelt demnach sogar das Thema „Lieben und sich geliebt fühlen“.

Ohne Asanas, aber mit viel Bewusstsein entdecken da Coaches und Therapeuten, dass wir unser familiäres Geld-Thema mit in unsere Lebensformen schleppen, ganz egal ob als Geschäftsmann, Angestellter oder Yogalehrer. Und dass wir uns unsere Beziehung zum Geld ruhig mal als Beziehung zu einer lebendigen Person vorstellen können. Ganz ehrlich: Würde ich bei mir bleiben oder gar zu mir kommen, wenn ich mein Geld wäre und mich so bewertet fühlte?

Das ist doch eine spannende Frage, der man auch mal mit voller Konzentration in der einen oder anderen Asana nachgehen kann. Auch wenn man dabei in Kauf nimmt, dass das Materielle doch wieder Einzug ins eigene Leben hält. Mehr Infos dazu gibt es im Internet, z.B. bei Morgana Rae oder Margaret Lynch. Und mehr Yoga Asana Tipps wie immer in den Yoga Vidya Asana Videos >>

Seminar zum Thema Spiritualität und Geld >>

Dietlind Arndt lebt und arbeitet seit Januar 2010 bei Yoga Vidya in Bad Meinberg.

2 Kommentare zu “Yoga und der verflixte Reichtum

  1. Sehr gut geschrieben. Vielen Dank!

  2. Sehr schöner Beitrag! =)

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