Yoga Wiki über Maitri

„Ein freundliches Lächeln bringt hohe Erträge. Ein liebenswürdiger Mensch strahlt so viel geistigen Sonnenschein, Liebe und Freundlichkeit aus, dass er sich widerspiegelt in allen verständnisvollen Herzen.“, so schreibt Swami Sivananda in seinem Buch How to cultivate virtues. Freundlichkeit, Wohlwollen, auch Liebe, Güte und Mitgefühl – das wird alles durch den Sanskrit Begriff „Maitri“ beschrieben.

Vielleicht hast du schon einmal von Maitri Bhavana Meditationen gehört – im Buddhismus auch Metta Meditation oder Liebende-Güte-Meditation genannt. Maitri Bhavana meint die Kultivierung von Freundlichkeit und Mitgefühl und ist eine beliebte Meditationstechnik. Denn Maitri ist kultivierbar. Maitri zu kultivieren ist eine der wichtigsten Aufgaben für den Yoga Aspiranten. Wer regelmäßig Maitri Meditationen praktiziert, wird immer liebevoller und mitfühlender werden und dadurch auch mehr Liebe in sein Leben einladen können. Denn, so wie Swami Sivananda behauptet, ein freundliches Lächeln bringe hohe Erträge, so kommt das, was ein Mensch ausstrahlt, auch zu ihm zurück.

Tief im Inneren ist in jedem Menschen Maitri enthalten. Man kann sagen, es ist die eigentliche Wesensnatur, die ureigene Grundstimmung. In der Regel wird unsere Wesensnatur allerdings überlagert von verschiedenen Filtern, aus denen heraus wir alles interpretieren, was um uns herum geschieht. Es gibt zum Beispiel die Filter Skepsis, Melancholie oder Ärger. Ein Mensch, der einen ausgeprägten Skepsis Filter hat, wird anderen Menschen misstrauen und sich vermutlich immer wieder in seiner Skepsis bestätigt sehen. Der Filter verhindert, dass Augen und Herz offen sind für die positiven Dinge in seiner Umgebung, für Maitri.

Melancholie, Ärger und Skepsis entfernen uns von unserer ureigenen Wesensnatur. Man kann dann auch sagen, man ist „außer sich vor Zorn“. Maitri zu entwickeln bedeutet, die Filterschichten auszuhebeln und wieder bei sich selbst anzukommen, zu seinem Wesenskern vorzudringen.

Pastries_Keks_LiebeBei sich selbst ankommen, in seiner wahren Natur ruhen – das beschreibt auch Patanjali in seinem Yoga Sutra: „Ist der Geist klar und ruhig, so ruht der Sehende in seiner wahren Natur“. Auf dem Weg zur Ruhe des Geistes schätzt er dabei Maitri sehr hoch: „Der Geist wird durch Kultivierung von Freundlichkeit und Wohlwollen klar.“, so heißt es im 1. Kapitel des Yoga Sutras. Wenn der Geist durcheinander ist, kann Maitri Bhavana also sehr nützlich sein. „Durch Entwicklung von Maitri kommen alle geistigen Kräfte“, heißt es im 3. Kapitel. Maitri Bhavana ist also laut Patanjali die Grundlage für unsere geistige Entwicklung und bringt uns dadurch in Kontakt mit unserem Wesenskern.

Bei sich selbst anzukommen, heißt auch, zu anderen zu kommen. Nur wenn du dich selbst mit Maitri, also Freundlichkeit und Liebe, behandelst, kannst du auch andere mit Freundlichkeit und Liebe behandeln. Genau so wie Swami Sivananda sagt: „Ein freundliches Lächeln bringt hohe Erträge“ – durch Kultivierung von Maitri kannst du nicht nur dein eigenes Herz öffnen und mit Liebe füllen, sondern deine mitfühlende, freundliche Ausstrahlung wird auch helfen, Maitri bei anderen Menschen hervorzurufen. (az)

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