Yoga Wiki über Vedanta

Vedanta heißt wörtlich „Ende des Wissens“. „Anta“ heißt Ende, „Veda“ heißt Wissen. Vedanta beruht auf den Upanishaden, und das ist eine zweite Wortableitung des Wortes Vedanta, denn Veda ist die älteste indische Schrift, Veda ist die wichtigste heilige Schrift Indiens, oder eigentlich muss man sagen, die wichtigste Schriftensammlung in Indien, mindestens 3.500 Jahre alt, nach klassischer Chronologie sogar über 5.000 Jahre alt. Und der letzte Teil der Veden nennt sich „Upanishaden“. So bezieht sich Vedanta auch auf die Upanishaden. Vedanta ist also auch das Ende der Veden. So ist Vedanta auch ein anderer Name für die Upanishaden.

Vedanta ist aber vor allen Dingen der Name eines Philosophiesystems, eines spirituellen Philosophiesystems, mit dem Ziel, zum Ende des Wissens zu führen. Vedanta beruht eben auf den Upanishaden. Upanishad heißt „sitzend zu Füßen“. Das heißt, im Vedanta gibt es Schüler oder in den Upanishaden gibt es Schüler, die zum Meister gehen und fragen: „Meister, zeige mir das, nach dessen Erfahrung alle Wünsche erfüllt sind. Meister, zeige mir das, nach dessen Erkenntnis alles Wissen erreicht ist. Meister, zeige mir das, nach dessen Verwirklichung ich unsterblich bin.“

Vedanta ist so gekennzeichnet durch diese tiefen absoluten Fragen: „Wer bin ich? Woher komme? Wohin gehe ich? Was ist das Ziel des Lebens? Was ist die Welt? Was ist die höhere Wirklichkeit? Wie erfahre ich dauerhaftes Glück? Was ist der Sinn des Lebens? Wie kann ich ihn erfahren?“ Vedanta gibt sich zunächst einmal nicht mit relativen Fragen ab, im Sinne von: „Wie kann ich gesünder leben? Wie geht es mir irgendwie besser? Wie kann ich meine Beziehungen besser gestalten?“ Sondern bei Vedanta geht es um das Absolute. Man will den Weg zur Überwindung allen Leides finden. Man will die Unendlichkeit erfahren, die Freude erfahren, die dauerhaft ist, nicht eine begrenzte Freude.

Die drei Sätze, die Shankaracharya als wichtigste Vedanta-Sätze genannt hat: „Brahma Satyam. Brahman allein ist wirklich. Jagan Mithya. Die Welt, wie du sie erfährst, ist unwirklich. Jivo Brahmaiva Na Para. Das Individuum ist nichts anderes als Brahman.“ Ein Dichter und Poet hat das zusammengefasst als: „In drei Sätzen sei es verkündet, was man in tausend Büchern findet: Brahman ist wirklich, die Welt ist Schein, das Selbst ist nichts als Brahman allein.“ Rückert war es, der diese Sätze geschrieben hat als Zusammenfassung der Vedanta-Philosophie.

Natürlich, die Vedanta-Philosophie will gelebt werden, sie will erfahren werden. Es gibt verschiedene Ausrichtungen von Vedanta. Es gibt die reinen Jnana Vedanta Richtungen, wo es darum geht: „Frage, wer bin ich, erkenne dein Selbst und sei frei.“ Und es gibt die Sadhana Vedanta Richtungen, die sagen: „Praktiziere und über die Praxis veränderst du deine Bewusstheit, so kommst du zur höchsten Erkenntnis.“

Vedanta gibt es in verschiedensten Ausprägungen, und wenn du mehr darüber wissen willst, dann gehe einfach auf unseren Artikel über Vedanta im Yoga Wiki. sk/cw

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