Yogalehrerin werden an der Nordsee – Teil 4

Geschafft. Die ersten beiden Wochen der YLA liegen hinter mir. Und Philosophie hin, „Wer-bin-ich-Fragen“ her, nachdem ich zwei sehr erholsame Nächte darüber geschlafen habe, komme ich zu dem Schluss, dass ich die intensive Yoga Praxis von allen Eindrücken am meisten inspiriert hat. Und das Wattenmeer unter blauem Himmel natürlich.

Wer noch nie über längere Zeit täglich intensiv Hatha Yoga, Meditation, frühes Aufstehen und Mantrasingen, geübt hat, dem und der lege diese Erfahrung hiermit wärmstens ans Herz. Kaum zu fassen, was für tief gehende Energien Körper, Geist und Seele dadurch zu spüren bekommen. Auf einmal sieht man das Leben und die eigenen Wünsche und Sehnsüchte mit ganz anderen – und viel klareren Augen.

Und dann das Unterrichten. Das war auf jeden Fall eine Erfahrung der – na ja, nenne ich es mal – ganz anderen Art. Vor ein paar Menschen zu stehen, die bereit sind, sich einfach einzulassen und diesen dann 60 bis 90 Minuten lang quasi nonstop Anweisungen zu erteilen, daran muss ich mich wohl erst mal gewöhnen! Ist ja gar nicht so einfach herauszufinden, wie es den erwartungsfrohen Yoga Aspiranten vor einem gerade geht. War der Sonnengruß jetzt schnell genug? Die Asana lang genug gehalten? Die Entspannungsansage ausführlich genug? Fragezeichen. Es wird mich wohl nie wieder wundern, wenn in der einen oder anderen Stunde mal wieder ein Yogalehrer nach Worten ringt. Selten genug kommt es ja erstaunlicherweise vor. Was vermutlich für zwei Dinge spricht: Für den großen Wert von Offenheit und Einfühlungsvermögen. Und für die ausführlichen Ansagen im Yogalehrer-Handbuch. Ein Glück, dass ich die vorher so sorgfältig in mein kleines kostbares Notizbuch eingetragen hatte. Aber letzten Endes… was sind schon Worte?

Wenn ich noch etwas von der Nordsee wieder in Richtung Süden mitgenommen habe, dann die Erkenntnis, dass (im Yoga wie im Leben) allem eins wichtig ist: Ein offenes Herz. Wenn du schon Yoga unterrichtest, dann mit Vertrauen und mit Liebe. Und noch eine nützliche Lektion: Auch in Yoga Stunden darf gelacht werden. Mit ein bisschen Spaß werden auf einmal sogar Asanas möglich, die man bisher nie für möglich gehalten hätte.

Wer hat schließlich schon in der ersten Yoga Stunde ernsthaft daran geglaubt, dass sie oder er mal im Skorpion oder im Handstand stehen könnte? Oder eines Tages ganz locker auf die Bühne spazieren und ein Mantra singen? Nun weiß ich’s: es geht. Und gleich nochmal so gut mit vielen fröhlichen und offenherzigen Menschen drumrum.

Danke an das Yoga Vidya Team an der Nordsee. Und an unsere wunderbare YLA-Gruppe. Ich wünsche allen viel Spaß, die gerade noch mitten drin sind und freue ich schon auf die nächsten beiden Wochen.
Eure Blogschreiberin Dietlind, gerade zurück von der Nordsee.

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