Selbstversuche in yogischer Ernährung

Du bist, was du isst. Das ist eine Binsenweisheit. Interessant finde ich es gerade zu sehen, dass nicht nur in Bio- und Esoterikkreisen, sondern auch in der ganz normalen Welt solcherlei Wahrheiten gerade wieder eine Renaissance erleben. Besonders beliebt auch jener alten Satz des Paracelsus: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein.“, der sich gut auf Visitenkarten von kleinen Bistros und vegetarischen Restaurants macht.

Mich freut es ja immer, wenn ich so etwas lese, weil mir nämlich langsam die wahre Konsequenz solcher schmucken Sprüche zu dämmern beginnt: Wir sind tatsächlich, was wir sind – nicht nur irgendwie und übertragbar. Und das heißt nicht gleich, dass ich mich fortan wechselweise als Brötchen, Reissalat oder Sahnetorte durch die Gegend bewege.

Wenn ich die Erkenntnisse der neuesten Wissenschaft und das Wissen der alten Yogis ernst nehme, dann komme ich ja auch gar nicht darum herum: Alles ist Energie. Die Schwingung dessen, was ich zu mir nehme, wird folglich zu einem Teil der Schwingung, in der ich lebe, die ich ausstrahle und die mich zu dieser oder jener Wahrnehmung bewegt. Nehme ich also ein großes Erdbeereis mit Sahne zu mir, dann wirkt in mir die Schwingung von Erdbeereis mit Sahne – kombiniert mit der Energie, in der ich das  genoss – oder auch nicht.

Hat schon mal jemand von euch die Schwingung von Erdbeereis mit Sahne gesehen? Die stelle ich mir recht kompliziert vor. Wie um Himmels willen soll ich mir die Schwingung von so viel Inhalt und Prozess vorstellen, geschweige denn sie wahrnehmen? Mit dem Kopf jedenfalls nicht. Da helfen mir vermutlich nur meine Intuition und mein spontanes Erleben nach dem Erdbeereis-mit-Sahne-Genuss weiter. Da fällt mir ein: Als ich begann, Vegetarier zu werden und das erste Mal auf Fleisch verzichtete, fühlte ich mich so leicht, dass ich es kaum ertragen konnte und erst wieder Ruhe fand, nachdem ich mehrere Stücke Schokolade zu mir genommen hatte.

Sehr eindrucksvoll erlebe ich die energetische Wirkung der Nahrung nach einer guten Portion Smoothie aus wilden oder grünen Kräutern – ein Experiment, dass sich zu erleben lohnt. Smoothies sind nämlich auch gerade voll im Trend und aus yogischer Sicht wahre Bewusstseinsöffner.

Man nehme für ein schwingungsvolles Frühstück etwas Obst (am besten süßes, noch besser regional und auf jeden Fall biologisch angebaut – spanisches Gewächshaus-Gezogenes ist eher tamasig als sattvig), frisches Grün von Salaten, Möhren, Radieschen oder Kohlrabi, Wildkräuter wie Brennessel oder Vogelmiere nach Geschmack und Möglichkeit, evtl. etwas Minze, Vanille oder Kardamon und frisches Grander- oder Quellwasser. Alles mit viel Liebe und Herzensfreude waschen, schneiden und kurz im Mixer pürieren. Wundervoll!

Man mag das für verrückt halten, aber die Lichtenergie von so viel frischem Obst und Grün mäandert nach so einem Drink sehr spürbar durch mein Bewusstsein. Womit ich nicht sagen will, dass ich fortan des Öfteren mit grünem Teint durch die Gegend laufe und heimlich Photosynthese betreibe. Das überlasse ich dann doch lieber den Pflanzen, die uns so viel Licht, Kraft und Weisheit schenken. Mein großer, hingebungsvoller und unendlich tiefer Dank also an diese energetischen Wesen, von deren unbeschwerter Schwingung ich noch unendlich viel lernen kann. Wollte ich jetzt  zu dem zurückkehren, was man gemeinhin „den Boden der Tatsachen“ nennt, dann müsste ich vermutlich sofort eine große Portion Pommes mit Ketchup essen. Abwarten. Die Gelegenheit dazu kommt bestimmt.

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Dietlind Arndt lebt und schreibt seit Januar 2010 bei Yoga Vidya in Bad Meinberg.

9 Kommentare zu “Selbstversuche in yogischer Ernährung

  1. Schöner Beitrag. Dir weiterhin alles Gute mit deinen Erfahrungen in Yoga Ernährung.

  2. Toll, das ist endlich mal ein gut geschriebener Beitrag, vielen Dank. Muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Generell finde ich die Seite leicht zugaenglich.

  3. ichnicht

    @ Anonymous
    erwischt 😀

  4. Premajyoti

    OM
    liebe Rafaela,
    ja hat alles wieder geklappt!!!
    🙂
    Wünsche Dir einen sonnigen Nachmittag.
    Liebe Grüße von Premajyoti

  5. Om
    Guten Morgen liebe Premajyoti,
    da habe ich auch gestaund!

    Geht dein HeimPC wieder?
    Hoffentlich, so dass diese unsichtbare schöne Verbindung mit uns allen stark bleibt 😀

    Liebe Grüße
    Rafaela

  6. Anonymous

    Oh, das war wohl ein Trigger :-). Aber um das wieder ins richtige Licht zu rücken: Ich halte mich weder für weise noch für einen Yogi im Weisheitssinne. Stelle nur fest, dass das Wissen, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes sind, was wir essen (uraltes esoterisches, nicht exoterisches Wissen), langsam wieder in der Gesellschaft ankommt. Wie übrigens auch das übrige esoterische Wissen auch, das ja lange Zeit ein Geheimwissen war.

  7. Premajyoti

    Om
    komisch, was lest Ihr denn?!
    Om

  8. ichnicht

    ja, ist leider weit verbreitet in der „spirituellen scene“. das muster von mehr, weiter & besser lebt in anderer form weiter 😉

  9. Manuela

    Hallo,

    die „Bio- und Esoterikkreise“ leben auch in der sogenannten normalen Welt!!! Yogis sind weder besser noch schlechter als alle und alles andere.

    Wegen diesem elitären Satz habe ich den Artikel nicht weitergelesen – und jemand der so einen Artikel verfasst will sich Yogi nennen – Weisheit wo isse….

    Manuela

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