Kinderyoga Kongress: Brauchen wir Yoga für Kinder?

So viel schon mal vorweg: Natürlich nicht. Wirklich brauchen tun wir bekanntlich wenig, vor allem, wenn wir hier schon mal aus der Yoga Erfahrung sprechen. Nur wird leider die Frage, was Kinder wirklich brauchen, hierzulande immer noch erschreckend wenig gestellt.

Oder besser: Gestellt wird sie – danach gehandelt wird herzlich wenig. Weswegen fleißige Lehramtsstudenten Jahrgang für Jahrgang wieder und wieder lernen, wie man Gruppenarbeit, Bewegung, kreative Lernprozesse und klärende Gespräche in den Unterricht mit einbringt – während diese Techniken im durchstrukturierten Schulalltag fast ein Ding der Unmöglichkeit sind. Das Ergebnis ist bekannt: Frontalunterricht, strikte Lehrpläne und auffällige, weil nicht normgerechte Kinder sind ja nicht gerade selten in unserer Gesellschaft.

Kürzlich hörte ich eine seltsame Geschichte von Kindern, die im zarten Alter von sieben Jahren mit viel Herzblut und Begeisterung ihr erstes Forschungsprojekt betrieben. Und von solchen, die voller Hingabe und Konzentration einen Brief auf Spanisch verfassten – unaufgefordert. Wie bitte, dachte ich, kommen die aus einem Märchenland? Nein, es handelte sich lediglich um Geschichten von Kindern, die das Glück haben, in einer freien Schule mit ganz anderen Lehrmethoden zu lernen und zu wachsen. Und in dieser gehörten Projekttage statt Unterricht im Dreiviertelstundentakt, selbstverantwortliches Lernen, gegenseitige Hilfe fest zum Unterrichtsplan. Und selbstverständlich auch Yoga – übrigens eine der Unterrichtszeiten, die von vielen Schülern am sehnsüchtigsten erwartet wurde. Warum?

„Weil ich hier einfach so sein kann, wie ich bin.“ „Weil ich da so viele Abenteuer erlebe.“ „Weil ich hier ganz stark werde.“ „Weil man da tanzen und singen darf“.

Genau darum geht es im Kinderyoga: Den Kindern einen Raum zu geben, in dem sie sich selbst entdecken können – fernab von Leistungsdruck und vorgefertigten Mustern. Indem sie sein können, was sie sind. Und jedes Mal etwas Neues in sich entdecken können.

Wie viel angeborene Lernfreude und Wissenslust steckt eigentlich in einem Kind? Wie viel Lebenskunst und Fähigkeit zu Empathie? Wie viel Ideenreichtum und Kreativität? Kinder sind feinsinnige Künstler, intuitive Entdecker, mutige Abenteurer und hochkonzentrierte Schüler – wenn wir ihnen den nötigen Raum dafür lassen, in dem sie ihre Talente ohne Druck und ferngesteuerte Vorgaben entfalten können. Kinder können in Sachen Lebenskunst und Persönlichkeitsentwicklung unsere besten Lehrer sein – wenn wir sie lassen.

Genau da ist Kinderyoga ein wunderbarer Anfang. Schulen und Kindergärten, in denen Yoga, Entspannung und kindgerechte Meditation zum Alltag gehören, wären ein wundervolle und ganz folgerichtige Fortsetzung. Und hier die gute Nachricht für alle, die das für übertrieben halten: Es gibt sie schon. Die jungen Menschen, die das Glück haben, von solchen Orten aus in die Welt zu gehen, haben die Kraft und Kreativität, unsere Welt zu verwandeln.

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Dietlind Arndt lebt und arbeitet seit Januar 2010 bei Yoga Vidya in Bad Meinberg.

2 Kommentare zu “Kinderyoga Kongress: Brauchen wir Yoga für Kinder?

  1. Ich wills hoffen, hab selber einen Lehrerschein und denke dass es für Kinder nicht früh genug gehen kann, einen ruhepunkt haben zu können.

  2. 🙂 Liebe Dieta,
    das verstehe ich nicht. Natürlich brauchen wir Yoga für Kinder! Oder habe ich etwas falsch verstanden??

    Und so wie ich höre und weiß, ist es keine seltsame Geschichte, sondern, dass bereits in vielen Schulen die Kinder die Möglichkeit haben mit viel Herzblut und Begeisterung Forschungsprojekt zu betreiben.

    Natürlich gibt es auch ganz besondere Schulen die Glanzpunkte setzen, wie z.B. diese wunderbare freie Schule Pankow.

    Ja, es ist von größter Wichtigkeit und essentiell für die Kinder, dass in der bewußtseinserweiternte Zeit das Yoga schon in Kindersalter gelehrt wird.

    Der KINDERYOGA KONGRESS mit seinen vielen hochkarätigen Referenten… wird sicherlich einen weiteren Durchbruch schaffen.

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