19. Yoga Kongress bei Yoga Vidya – Eröffnung

Der 19. Yoga Kongress 2016 mit dem Thema „Erfolgreich Yoga unterrichten – Das Geheimnis, die Tiefenwirkung und die Bandbreite des Yoga Vidya Stils“ hat letzten Freitag begonnen. Hier ist ein Ausschnitt aus der Eröffnungsrede von Sukadev Bretz, Gründer und spiritueller Leiter von Yoga Vidya:

Yoga ist seit vielen Jahren in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Yoga Vidya als die führende Yoga Institution im deutschsprachigen Raum hat sich dafür besonders engagiert. Im Yoga gibt es verschiedene Richtungen, verschiedene Traditionen. Der körperliche Aspekt des Yoga nennt sich Hatha Yoga. Und im Hatha Yoga spricht man von unterschiedlichen Stilen. Der Yoga Vidya Stil gehört dabei zu den führenden Stilen.

Warum spricht man von Yoga-Stilen? Die Bezeichnung Yoga-Stil ist ja relativ neu. Vor 30 Jahren gab es die Bezeichnung Yoga-Stil noch nicht. Damals hat man, gerade im Westen darüber gestritten, wie welche Yoga Übung zu machen ist. Verschiedene Yogalehrer/innen sind dabei manchmal nicht so friedvoll miteinander umgegangen. Man hat darüber gestritten, ob in der Vorwärtsbeuge der Rücken gerade sein muss oder gebeugt sein kann… ob in der Kobra das Gesäß angespannt sein sollte oder nicht…

Dann hat man gemerkt: Es gibt unterschiedliche Yoga-Stile – die alle ihre Berechtigung haben. Wenn man überlegt, wie eine Übung oder eine Übungsfolge gemacht werden soll, dann kann man sagen: Im Iyengar Stil macht man es so, im Ashtanga Vinyasa macht man es etwas anders, im Sivananda Yoga-Stil gilt Folgendes… Und so gibt es viele Yoga-Stile – darunter eben auch den Yoga Vidya Stil.

Was ist das Besondere am Yoga Vidya Stil? Was hat ihn zum populärsten Stil in Deutschland gemacht? Wie wirkt er? Darum geht es an diesem Yoga Kongress. Der diesjährige Yoga Kongress ist noch mehr als sonst ein Fachkongress, gedacht für Yogalehrer/innen, die Inspiration für ihren Yoga Unterricht suchen – und die sich austauschen wollen mit anderen Yogalehrer/innen.

Dieser Kongress ist die erste Veranstaltung zum Jubiläum “25 Jahre Yoga Vidya – 25 Jahre Wirken für den Frieden”. Dieses Jubiläumsjahr beginnt heute – und wird abschließen mit dem Yoga Kongress nächstes Jahr im November. Die Hauptfeierlichkeiten werden im Mai 2017 sein. “25 Jahre Wirken für den Frieden” – dafür steht Yoga Vidya. Man könnte pointiert sagen: Alles, was wir bei Yoga Vidya in diesen 25 Jahren gemacht haben, ist motiviert als Engagement für den Frieden auf allen Ebenen.

Yoga verhilft zum Frieden mit uns selbst: Wir wollen gesünder, friedvoller mit unserem Körper umgehen. Durch Yogaübungen lernen wir, den Körper besser zu spüren und zu wissen, was er braucht. Der Yoga Vidya Hatha Yoga-Stil ist ein friedvoller Yoga-Stil, der auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingeht. Wir wollen friedvoll mit unseren Gefühlen umgehen, diese akzeptieren lernen, damit diese transformiert werden. Bei Yoga Vidya wollen wir nicht die “negativen Kräfte und Emotionen in uns bekämpfen” – vielmehr wollen wir annehmen, transformieren – und dabei lernen, unser Leben zu meistern.

Yoga will dazu beitragen, friedvoller mit den direkten Mitmenschen umzugehen. Yoga kann auch zu Konflikten führen: Yoga Übende verändern sich durch die Yoga-Praxis, machen ihren Lebensstil gesünder, spiritueller. Yoga Übende werden selbstbewusster, bekommen mehr Power. Es gilt, damit friedvoll umzugehen. Mitfühlender, verständnisvoller Umgang miteinander ist ein wichtiges Ideal bei Yoga Vidya. Auch im Umgang innerhalb der spirituellen Gemeinschaft, im Umgang mit Nachbarn, anderen Initiativen etc., steht Yoga Vidya für das Bemühen um ein friedvolles Miteinander. Nicht immer gelingt das und wir gelangen an die Grenzen unserer guten Vorsätze. Das weiß jeder Einzelne, der sich um einen friedvollen Umgang bemüht – und das wissen wir auch in der Yoga Vidya Gemeinschaft. So muss man lernen, auch mit eigener und fremder Unvollkommenheit, ja auch mit dem Gefühl der Ohnmacht, friedvoll umzugehen.

Zum Frieden gehört auch Frieden mit unserer Umwelt, mit den Tieren. So engagiert sich Yoga Vidya für Ökologie und Vegetarismus. Und wir glauben, dass all das ein Beitrag für den Weltfrieden ist: Yoga Übungen für inneren Frieden, zwischenmenschliche Liebe, Respekt vor Tier und Umwelt, Friedensgebete, Friedensmantras, Friedensrituale – all das soll eine Schwingung des Friedens, eine Energie des Miteinanders schaffen – was hoffentlich zu einer Kultur des Friedens beiträgt. Der tiefste Frieden kommt aus der Erfahrung spiritueller Einheit und Verbundenheit. Das ist das Ziel des Yoga: Die vollkommene Einheit, die Erfahrung absoluter Liebe, erfahrbar in tiefster Meditation, im Überbewusstsein. Daraus resultiert die tiefste Friedfertigkeit auf allen Ebenen.”

Gäste aus dem öffentlichen Leben und Politik

Zur Eröffnung hatten wir auch Gäste aus der lokalen Politik. Kerstin Vieregge, stellvertretende Landrätin des Kreises Lippe, freut sich darüber, dass Yoga Vidya hier in Bad Meinberg ist, die Gesundheitstradition fortführt und nicht zuletzt ein bedeutender Wirtschaftsfaktor darstellt. Frank Kuhlmann, stellvertretender Bürgermeister, äußert seine Wertschätzung und Freude darüber, dass hier in Bad Meinberg das größte Yogazentrum Europas ist. Er meint, dass Yoga einen Halt, ein Ziel gibt, die Kraft, Herausforderungen anzunehmen und den Unsicherheiten der Welt zu begegnen. Antonius Grothe, stellvertretender Verbandsvorsteher des Lippischen Landesverbandes, sprach darüber, dass Yoga mehr als eine Körperübung ist – vielmehr eine Lebenshaltung, friedvoll und respektvoll mit der Natur und ihren Kreaturen umzugehen. Auch er wünscht einen erfolgreichen Kongress.

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Prof. Dr Albertin, Ehrenvorsitzender des Bad Meinberg e.V., ist ebenfalls anwesend. Er hat uns vor 13 Jahren geholfen, hier anzukommen. Ihm haben wir von Yoga Vidya es zu verdanken, dass wir hier heimisch geworden sind. Er hat