21 Identifiziere dich nicht mit deinen Emotionen

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Eine einfache Weise für mehr Gelassenheit ist, dich von Emotionen zu lösen: Du kannst die Emotion lokalisieren und von außen betrachten. Du kannst sie beschreibend benennen. Du kannst dir bewusst machen, Emotion ist einfach eine Form der Informationsübertragung von deinem Unterbewusstsein. Aber du bist nicht die Emotion. So kannst du etwas gelassener sein. wie du dann tatsächlich mit der Emotion genauer umgehst, erfährst du noch in späteren Podcasts. Dies ist die 21. Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcasts von und mit Sukadev Bretz.

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Wir sind ja im Jnana Yoga Teil, dem Yoga des Wissens, und die Essenz ist, frage, „wer bin ich“, erkenne dein Selbst und sei frei. Du bist der Beobachter, du bist der Handelnde, du bist derjenige, der hinter allem ist. Du bist nicht das Beobachtbare, du bist nicht das Instrument des Handelns und du bist nicht das Instrument der Beobachtung und der Erfahrung. Das heißt auch, du bist nicht deine Emotionen. Wenn du das nächste Mal in irgendeiner Emotion bist, z.B. Ärger, z.B. Eifersucht, z.B. Neid, z.B. Gekränktheit, dann kannst du dir bewusstmachen, wo sind diese Emotionen spürbar. Du kannst dir bewusstmachen, wo fühlst du sie. Nehmen wir an, du ärgerst dich über etwas, dann kannst du feststellen, der Ärger beginnt vielleicht zwei Zentimeter unterhalb der Nabelgegend, er geht bis zwei Zentimeter oberhalb des Brustbeins, er ist drei Zentimeter breit, er geht drei Zentimeter in die Tiefe, er ragt sogar scheinbar vor den Körper hinaus. Und wenn du so spürst, dann wirst du merken, dieser Ärger ist eigentlich nichts anderes als eine Säule in deinem Körper. Und dann kannst du merken: „Ich bin nicht dieser Ärger, ich kann den Ärger beobachten. Ich bin der Beobachter.“ Wenn du das erst einmal verstanden hast und die Emotionen lokalisiert hast, dann kannst du als nächstes fragen: „Wer bin ich?“ Und du wirst feststellen: „Ich bin der Beobachter. Ich bin Bewusstsein. Ich bin Sein. Und ich kann mich lösen von den Emotionen.“

Die Emotion mag weiter da sein, die Emotion mag ihre eigenen Notwendigkeiten haben und mag ihre Gründe haben, da zu sein. Wir werden darüber noch später sprechen, gerade im Raja Yoga, wo es ja darum geht, geschickt mit den Anteilen in dir umzugehen. Und Emotion ist ja typischerweise auch eine Form der Intelligenz. Emotionen sind Möglichkeiten, wie eine unterbewusste Intelligenz mit dir kommuniziert. Jetzt in diesem Jnana Yoga Teil – frage, „wer bin ich“, erkenne dein Selbst – heißt es, beobachte die Emotionen. Also, eine Möglichkeit ist, lokalisiere deine Emotion, werde dir bewusst, wo sie zu spüren ist, und dann löse dich davon. Einen Moment lang gehe zu dem Ort in dir, der nicht emotional ist. Eine weitere Möglichkeit: Nachdem du lokalisiert hast, spüre die Emotion von oben. Anschließend spüre sie von vorne. Dann spüre sie von hinten, von links, von rechts und von unten. Das ist etwas ganz Lustiges. Wenn du deine Emotionen von verschiedenen Seiten aus beobachtest, dann kannst du wirklich merken: „Nein, ich bin nicht die Emotion. Die Emotion ist lokalisiert spürbar. Ich selbst bin Bewusstsein, welches ohne Anfang ist, ohne Ende, ohne Ausdehnung und ohne einen bestimmten Ort.“ In diesem Sinne, sei dir bewusst, wo ist die Emotion, wo ist sie spürbar.

Eine zweite Möglichkeit, dich nicht mit den Emotionen zu identifizieren, ist auch, die Emotion zu benennen. Nicht benennen im Sinne von, „ich bin jetzt grässlich ärgerlich“ oder „ich bin furchtbar wütend“, sondern du kannst sie benennen, indem du einfach sagst: „Gefühl im Herzen. Gefühl im Herzen. Gefühl im Herzen.“ Oder: „Empfindung im Bauch. Empfindung im Bauch. Empfindung im Bauch.“ Du kannst dir die Emotionen bewusst machen, du kannst sie dreimal benennen, und indem du sie nur beschreibend benannt hast, ist sie nicht mehr ganz so erheblich, nicht mehr ganz so wichtig. Nachher musst du immer noch schauen, was machst du mit deiner Emotion, denn Emotionen, wie gesagt, sind ja auch Nachrichten deines Unterbewusstseins, sind Ausdruck der Intelligenz deines Unterbewusstseins. Und sie können wichtige Handlungsinformationen beinhalten, sie können aber auch fehlgeleitet sein. Aber zunächst einmal, um mehr Gelassenheit zu haben, identifiziere dich nicht mit deinen Emotionen, identifiziere dich nicht mit deinen Gefühlen.

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