Yoga im Sommer: Sitali zur Abkühlung

Dreißig Grad im Schatten und kein Wölkchen in Sicht. Da zeigt sich, wer ein echter Sonnenanbeter ist. Der oder die legt jetzt nämlich alle entbehrlichen Kleidungsstücke ab und lässt sich braun brutzeln. Alle anderen ziehen sich lieber in den Schatten zurück. Und genießen den Sommer entweder mit Drink und Sandalen oder stöhnen über die nicht enden wollende Hitze. Ist ja alles schön und gut, aber etwas weniger schweißtreibend dürfte es schon sein. An Yoga ist bei solchen Temperaturen gar nicht erst zu denken. Könnte man denken.

Dabei unterschätzt man aber die Vielseitigkeit des Yoga. Die alte Weisheitslehre stammt ja nicht von ungefähr aus Indien, das nicht gerade für seine strengen Winter bekannt ist. Was taten also die alten Yogis an heißen Sommertagen? Sich vor der Sonne schützen, viel trinken möglichst nicht auf heißen Asphaltstrassen herumgurken.

Außerdem übten sie Yoga in den frühen Morgenstunden. Und das am besten draußen zwischen Bäumen und Meerufern und nach einer erfrischenden Sonnenaufgangs-Meditation.
Derart gestärkt konnten sie dann leichten Herzens unter Temperaturen wandeln, bei denen unsereins sich schon langsam gar und knusprig werden sieht. Auch wenn das auf den ersten Blick unmöglich klingt – den Versuch ist es wert.

Für alle, für die das frühe Aufstehen so gar nichts ist, gibt es aber glücklicherweise noch ein paar andere Yoga Tricks gegen akute Hitzewallungen. Und dazu gehören neben erfrischenden, leicht gesalzenen Lassis, feuchten Tüchern und einfachen Bein-hoch-Umkehrstellungen, wie der Schulterstand oder Shavasana mit nach oben gestreckten Beinen, vor allem die passenden Atemtechniken.

Das perfekte Pranayama für einen kühlen Kopf ist zum Beispiel Sitali, das nebenbei gleich noch Hungergefühle reduziert. Das geht so: Strecke die Zunge leicht aus dem Mund und rolle die Seiten nach oben, so dass du eine Art Rinne erhältst. Dann atme lang und tief mit einem Zischen ein, halte fünf Sekunden den Atem an und atme langsam durch die Nase wieder aus. Das Ganz fünf bis zehn mal: schon beginnt das träge Blut im Körper wieder zu fließen. Tief atmen, nachspüren, lächeln. Yoga kann so einfach sein und das Leben im Sommer so schön und freundlich.

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Dietlind Arndt lebt und arbeitet seit Januar 2010 bei Yoga Vidya in Bad Meinberg.

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