Yoga im Herbst: Frei wie ein Zugvogel

Was wäre der Herbst ohne Zugvögel? Ohne die Schwärme von Kranichen und Schwalben und Singvögeln, die wie im Bilderbuch über den herbstblauen Himmel ziehen? Da fliegen sie, frei, wie Vögel nun mal sind, und tun das, wovon mancher von uns nur träumt: Der kalten und dunklen Jahreszeit entfliehen und den Winter unter der afrikanischen Sonne verbringen.
Moment mal… Wer sagt, dass wir dass nicht könnten? Wieso eigentlich können Vögel freier sein als wir Menschen, die wir uns doch so oft selbst als das schlauste und einfallsreichste aller Lebewesen loben? Der Traum von Freiheit ist so alt wie die Menschen selbst. Und immer noch nicht wissen wir wirklich, wie das geht?

Wann fühle ich mich frei? Im Urlaub? Bei einer flotten Fahrt im Cabrio oder gar beim Segelfliegen? Immerhin komme ich da den Vögeln schon näher. Leider bin ich – abgesehen von ein paar Urlaubsflügen – so hoch hinaus bisher noch nicht gekommen. Frei fühle ich mich interessanterweise trotzdem. Zumindest, wenn ich mich daran erinnere, dass ich theoretisch jederzeit die Koffer packen und gehen könnte. Wer wollte mich aufhalten, wenn ich wirklich wollte?

Bleibt allerdings die kleine Frage mit dem Haken: Wohin? Und mit welchen Konsequenzen? Weiß ich, wo ich hin will, weil dort der Platz ist, an dem ich am besten wirken kann? Und was, wenn der gerade hier wäre? Ach, da grinst sie wieder, die Frage nach dem Sinn und Zweck des kleinen Lebens. Und wie so oft bleibt die Antwort ein Geheimnis meines Unter- oder auch Überbewusstseins.

Dann stelle ich mir einfach vor, ich wäre frei wie ein Vogel. Ich wüsste ganz genau, was mein Ziel ist und niemand würde mich aufhalten. Ich würde abheben und los fliegen, meinem Ziel entgegen. Hunderte und Tausende Kilometer lägen vor mir, ohne Motor, ohne Schutz vor Wind und Regen, ohne zu wissen, was für Hindernisse und Netze sich mir so alles in den Weg stellen werden. Einzig mit dem Vertrauen, dass ich nicht alleine unterwegs bin und dass meine Kraft reichen wird. Schließlich wurde ich geboren, um zu fliegen.

Hoppla. So mühelos, wie es manchmal aussieht, scheint so ein Vogelleben dann doch nicht zu sein. Vielleicht habe ich es hier unten als Mensch doch ganz gut getroffen. Ich kann nämlich Yoga praktizieren. Im Hatha Yoga zum Fisch werden, zum Löwen, zur Kobra, zum Delphin, zum Hund oder eben auch zum Vogel. Ich kann Jnana Yoga üben, bis ich weiß wohin, Karma Yoga, um den Menschen immer neu und tiefer zu begegnen oder Bhakti Yoga, bis mein Herz vor Freude überfließt. Ganz wie es mir beliebt. Und mit jeder Erfahrung finde ich ein kleines bisschen mehr zu mir selbst.

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Autorin: Dietlind Arndt

Dietlind Arndt lebte und schrieb 2010 bis 2011 bei Yoga Vidya in Bad Meinberg.

2 Kommentare zu “Yoga im Herbst: Frei wie ein Zugvogel

  1. Liebe Dietlind,

    falls Du mal einen Jahreskalender rausbringen solltest, mit schönen Sprüchen zu Jahreszeiten/ Feiertagen etc….- ich wäre sehr interessiert! Du schreibst einfach wunderbar! Ich liebe Deine Blogs! (((((((o;

    Herzliche Grüße nach Bad Meinberg

  2. Hallo,
    ich kann mich auch frei fühlen ohne das ich mir vorstelle ich wäre ein Zugvogel und würde wegfliegen.
    Ich stelle mir vor ich wäre ein Standvogel. Die bleiben hier und sind auch frei und singen sogar an sonnigen Wintertagen.
    Ich gebe es zu: die Vorstellung ich sei ein Storch und würde mal eben quer über Europa fliegen mit meinen Kumpels, welch ein Gefühl….
    Am Ziel habe ich ein paar Kilo abgenommen und bin mal komplett austrainiert.
    Wenn ich noch mal reinkarniere dann als Storch.

    Om namah Shivaya – Ich bin (mal wieder) inkarniert

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