Auf!

Wer ist es, der da denkt, er ist das, was er ist?
Welchen Namen gibt sich das Ich, damit es sich nicht selbst vergisst?
Welche Form sieht das, was alle Formen sieht, als seine eig’ne an?
Wie kann es sein, dass das, was sucht, sich selbst nicht finden kann?

Der Rauch der Existenz verhüllt dem Suchenden die Sicht.

Vom Treiben dieser Welt in ihren Bann gezogen
verliert der Geist an Heiterkeit im Zuge seiner Sorgen.

Das Leben ist, so kann man sagen, eine sich selbst erfahrende Erfahrung.
In Widersprüchen ruhend aufzufinden, erweist es sich als wechselhaft
und doch beständig: Im Großen klein, im Groben fein.

‚Unbefleckt‘ ist nicht das Gegenteil von ‚rein‘.

Unergründlich – nicht ohne Grund – kommen die Dinge, um zu gehen.
Trotz alledem verbleibt das Sein als solches unberührt vom Weltgeschehen.
Ein Zweck und Mittel ohne Untergang.

Zwar lockt des Lebens Gunst mit einem lieblichen Gesang,
sirenengleich, dem Zeitvertreibe zugetan.

Doch: Auf, mein lieber Freund!
Setz deine Segel im Vertrauen!
Schlag mutig ein das Ruder, teurer Steuermann!
Besonnen mach dich auf zur Reise deines Lebens
und meistere des weiten Meeres Wellengang!

Den Anker deines Herzens lichte; fahre fort!
So übe dich und komm voran!

Den Schatz des reinen Wesens in dir wissend sei im Frieden.
Geduld ist bloß ein zweites Wort für Glück.
Moral vergeht, die Liebe nicht.

Die Liebe bleibt,
weil Liebe ewig ist.

~dg

 

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