Ayurveda vegan

Von der Heilpraktikerin und Leiterin der Ayurveda Oase Bad Meinberg erfährst du hier, warum nur noch pflanzliche Produkte in der Oase verwendet werden. Eine vegane Lebensweise hat viele Vorteile..

Glücklicherweise ist vegan inzwischen voll im Trend und so manch einer schmückt sich derzeit gern mit dem beliebten Adjektiv. Teilzeit- oder 98% Veganer gibt es da, ein bisschen vegan is(s)t man gerade gern. Konsequent sind nur wenige (trotzdem immerhin fast eine Million Menschen in Deutschland).

Die Ayurveda Oase ist vegan

Erfreulich auch der Trend im Ayurveda, vegan zu essen und zu therapieren. Genau da tun sich die meisten allerdings noch etwas sehr schwer und halten an Milch, Ghee und Honig fest. Nicht so im Ayurveda Therapie- und Wellnessbereich bei Yoga Vidya.
Seit ich vor etwa 2,5 Jahren die Leitung dieses Bereichs übernahm, arbeiten wir zu 100% vegan und bieten auch individuelles Pancha Karma vegan an (Artikel im Herbstjournal 2013). Hier wird Ghee z.B. durch Oliven- oder Leinöl ersetzt und statt Joghurt Sojajoghurt oder Pflanzenmilch genommen. Die von uns verwendeten Öle sind rein pflanzlich. Wir wählen auch Rezepturen von Anbietern aus, die therapeutische Öle, wie bspw. das Mahanarayana, ohne Milch herstellen.

Für vegan lebende Menschen ist es gar nicht so einfach, eine Ayurveda Therapie oder Pancha Karma Kur zu machen, ohne tierische Produkte geradezu aufgedrängt zu bekommen. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass der Ayurveda eine Art Rezeptsammlung ist, aus der wir auswählen können – je nach
Zeit, Ort, individuellen Eigenarten, Geburtsort, Dosha usw. Es gibt keine statischen Gesetze und so können wir wählen, ob wir uns für tierische oder pflanzliche Alternativen entscheiden. In geschickter Kombination sind letztere den Stoffen tierischer Herkunft mindestens ebenbürtig, wenn nicht überlegen.

Warum vegan?

Außerdem dürfen wir einige wichtige Aspekte nicht außer Acht lassen, wobei hier an erster Stelle Ahimsa, Nicht-Verletzen erwähnt sein soll: Für Milch leiden und sterben fühlende Wesen – Informationen darüber gibt es genug, z.B. in „Peacefood“, von Rüdiger Dahlke. Laut Schweizer Bundesamt für Ernährung, Herbst 2013, ist Milch mit 52% (!) der größte einzelne Giftlieferant in der Nahrung. Nur 8% stammen aus Pflanzen. Die heutige Substanz Milch, ein Giftcocktail par excellence, hat also so gut wie nichts mehr gemein mit der, die in den alten Schriften gemeint ist.
Damals waren Kühe tatsächlich heilig, das Kälbchen durfte leben, bei der Mutter bleiben und sich satt trinken. Der Mensch nahm lediglich den Überschuss, dafür, dass er die Kuh und ihre Nachkommen pflegte. Wenn sie nicht mehr so viel Milch gab, durfte sie in Ruhe alt werden und eines natürlichen Todes sterben. Auch gab es nicht die immense Giftbelastung in der Umwelt, wie wir sie heute haben und die sich in der Milch von Säugetieren am Ende der Nahrungskette natürlich potenziert. Selbstverständlich auch beim Menschen, weswegen für Frauen, die eine Schwangerschaft planen, erstens eine Entgiftung (Pancha Karma) und zweitens eine vegane Lebensweise besonders empfehlenswert ist. Die heute völlig inadäquate Einordnung der Milch als sattwiges, also reines Nahrungsmittel, auf die sich noch immer gerne berufen wird, bezieht sich also auf eine früher ganz andere Substanz.

Die 3 Eigenschaften der Natur

Workshop mit Julia Lang
Workshop mit Julia Lang

Sattwig (von Sattva) = In der Philosophie des Samkhya ist Sattva einer der drei Gunas bzw. Eigenschaften der Natur (Prakriti). Es entspricht Reinheit, Licht, Gleichgewicht, Harmonie. Das bedeutet rhythmische Übereinstimmung mit der reinen Existenz; entspricht dem „intellektuellen Licht“, der intelligenten Substanz. Sattva manifestiert sich im Menschen als Reinheit und Weisheit. Yogis streben nach einer möglichst sattwigen Lebens weise.
Rajasig (von Rajas) = entspricht Aktivität, Energie, Begehren, Leidenschaft, Unruhe, Expansion, Bewegung, Entwicklung und dem leidenschaftlichen Dynamismus.
Tamasig (von Tamas) = Es hat den Charakter von Dunkelheit und Trägheit, ist verdunkelnd, dicht und kondensiert; es entspricht der Unwissenheit (Avidya) und ist die Kristallisierung einer mit Rajas-Eigenschaften behafteten Energie, deren Essenz Sattva ist.

Bei Vorträgen bin ich immer wieder erstaunt darüber, dass etwa die Hälfte der Menschen gar nicht weiß, dass für Milch Kälber sterben, auch in der Biohaltung… All die Gefühle und der Stress der Mütter gehen in die Milch. Sattwig ist das nicht. Tamasig (Gifte, Beta Blocker, Casomorphine etc.) und rajasig (Stresshormone) trifft es wohl eher. Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Studien belegen, dass alle sogenannten Zivilisationskrankheiten, wie Rheuma, Diabetes, Herz- Kreislauferkrankungen, Krebs, Osteoporose usw. in Zusammenhang mit der Höhe der verzehrten Substanzen tierischer Herkunft, besonders auch Milch, stehen. (Referenz: China Study, Prof. Colin Campbell.)

Abgesehen davon verbraucht die Herstellung eines Liters Milch 1000 Liter Wasser, eines Kilos Butter (Ghee) also 25000 Liter! Die Auswirkungen der Tierhaltung auf das Klima, die Regenwaldabholzung und den Hunger in der Welt sind immens. Ich kann aus den genannten Gründen niemandem guten Gewissens dazu raten Milch, Ghee (gesättigtes tierisches Fett, fettlösliche Giftstoffe) und andere tierische Substanzen zu sich zu nehmen.

Vegan ist gesünder

In den 8 Jahren, in denen ich nun eine vollwertige pflanzliche Ernährung mit hohem Frischkostanteil empfehle, durfte ich etliche beeindruckende Veränderungen beobachten. Schön dargestellt sind solche Veränderungen auch in dem hervorragenden Film „Gabel statt Skalpell“ von Roger Ebert. Wenn wir noch die Doshas (Konstitutionen) und die daraus resultierenden individuellen Bedürfnisse einbeziehen, haben wir mit der veganen Ernährung ein enorm segensreiches Instrument in der Hand.
Die beste Medizin für unsere Patienten sowie für Mutter Erde und unsere Mitgeschöpfe ist die Erkenntnis, dass alles miteinander verbunden ist und dass wir nicht hilflos sind, sondern mit der einfachen Entscheidung, vegan zu leben und zu therapieren einen großen Einfluss ausüben können.

Wir können an alten Gewohnheiten, die schädlich und nicht mehr zeitgemäß sind, festhalten oder aus dem reichen Schatz des Ayurveda, in Übereinstimmung mit den Schriften, eben jene pflanzlichen und mineralischen Substanzen auswählen, die den Menschen in seiner evolutionären Entwicklung hin zu mehr Sattwa unterstützen.
Und natürlich „nebenbei“ auch noch die Welt retten…

JuliaPortraitJulia Lang ist Heilpraktikerin, Ayurveda- und Yogatherapeutin. Nachdem sie 10 Jahre in eigener Praxis tätig war, leitet sie seit 2012 die Ayurveda Oase in Bad Meinberg und gibt Seminare, Konsultationen und Ausbildungen zu den Themen vegan, Ayurveda, Yoga und energetische Heilweisen. Sie ist sowohl vom tibetischen Buddhismus als auch vom Yoga Swami Sivanandas geprägt.

Die nächsten Seminare mit Julia Lang:

Vegan Basics
Dieser besonders für Neueinsteiger empfohlene Kurs beleuchtet die Gründe für eine vegane Lebensweise, liefert dir die Grundlagen zu Anatomie und Physiologie des Verdauungssystems und
das Basiswissen für eine gesunde vegane Ernährung. Auch als Info und Vorbereitung für die vegane Ernährungsberater Ausbildung geeignet. Ab 140 € pro Person für 2 Übernachtungen.

Vegane Ernährungsberater/in Ausbildung
Auf der Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse lernst du Einzelne und Gruppen bezüglich einer veganen Lebensweise zu beraten und auch auf die Bedürfnisse in besonderen Lebensphasen (Schwangerschaft, Senioren etc.) einzugehen.
Ab 512 € pro Person für 7 Übernachtungen.

Ayurveda vegan
Diese empfohlene Grundlage zur Ausbildung zum/zur veganen Ernährungsberater/in vermittelt dir zum einen ein fundiertes Basiswissen und lässt dich zum anderen genüsslich in die neue, kreative, rohkostbetonte Ayurvedaküche eintauchen. Superfoods und das Sammeln von Wildkräutern zur Herstellung von Smoothies und Suppen gehören ebenso dazu wie die Kreation ayurvedisch-typgerechter Salate, Soßen, Pesti, Desserts und vielem mehr. Ab 292 € pro Person für 5 Übernachtungen.

Ayurveda aus der Natur und dem eigenen Garten
Ayurveda ist nicht (nur) indisch, sondern es bedeutet, angepasst an die Region, an die Jahreszeit und die individuellen Bedürfnisse zu leben und zu heilen. Dich erwartet ein erlebnisreicher Mix aus Theorie und Praxis, inklusive Herstellung und Genuss eines ayurvedisch konzipierten Wildkräutersmoothies und heilsamer Kräuterrezepturen.
Ab 140 € pro Person für 2 Übernachtungen

10 Kommentare zu “Ayurveda vegan

  1. Ich liebe eure informative Seite! Auch ich habe in der letzten Zeit mehr und mehr auf vegane Ernährung umgestellt und es keinen Tag bereut. Mich von Ghee und Joghurt zu verabschieden fiel mir bisher am schwersten, aber dank euren Tipps weiß ich jetzt, auf welche Alternativen ich zurückgreifen kann, um mir den Abschied leichter zu gestalten.
    Vielen Dank!

  2. Eine Kuh hat eine Tragezeit von 9 Monaten und 10 Tagen, also kalbt sie ein einziges mal pro Jahr. Also nicht für jedes Kilo Milch muss ein Kalb geboren werden(Schreibfehler?), sondern nur einmal im Jahr. Durchgehend Milch gibt kein Säugetier, nicht mal eine äberzuchtete Milchkuh. Mind.2 Monate vor dem Abkalben muss eine Kuh trocken stehen, d.h.sie gibt in dieser Zeit keine Milch. Wir haben selber Kühe und es nervt, wenn so Fachidioten unwahre Tatsachen ins Web schreiben.
    Zudem bin ich Veganer, kann da auch mitreden….

  3. Es ist doch ausgemachter Quatsch, dass für jeden Liter Milch ein Kalb geboren werden und damit sterben muss. Bin selbst iin einem Dorf im Allgäu aufgewachsten, in dem mehr Kühe als Menschen leben und dort bekommt ein Bauer mit 40 Kühen vlt drei mal im Jahr ein Kalb von einer Kuh und das auch nur wenn besamt wird!! Trotzdem geben alle 40 Kühe durchgehend Milch.

  4. cris egger

    Hallo

    Ich würde gerne Julia Lang gratulieren!
    Ich habe das Video gesehen aus der Kongress 2014
    Ich lerne Ayurveda, bin aber seit 2011 fast Vegan ( ausnahme etwas Ghee, Honig)
    und im Moment möchte ich 100% Vegan leben.
    Ich interesseriere mich deswegen sehr auf ihre Wissen und Vorträge.

    Gibt es eventuell einen Besuch von Frau Lang in Berlin?
    oder einen Wochenende Seminar?

    Berliner Grüße
    Cris Egger

  5. an Anonymaus: komplett perfekt hat noch nie eine echte Veränderung begonnen, das sollte einen aber nicht daran hindern, dort anzufangen, wo man gerade steht mit den Mitteln, die gerade möglich sind. Und nein, es geht beim Töten der Kälber für Milch in diesem Fall nicht um das Lab. Es geht um die Kälber, die geboren werden müssen, damit eine Kuh durchgehend Milch gibt. Denn die werden, nachdem sie ihrer Mutter gewaltsam entrissen wurden (damit sie uns Menschen die Milch nicht wegtrinken) entweder gleich geschlachtet – oder sie erwartet das gleiche Schicksal wie ihre Mutter: sie werden ein paar Jahre als Milchkuh arbeiten und dann geschlachtet, wenn sie von ihrer Arbeit, den vielen Schwangerschaften und den ständigen Verlusten ihrer Babys ausgelaugt sind.

  6. Anonymaus

    Das mit dem Wasserverbrauch für 1 Liter Milch habe ich nun selber etwas gegoogelt und dabei bin ich auf folgende Veröffentlichung vom SWR gekommen:
    http://www.swr.de/blog/wissenschaftaktuell/2012/06/01/100-liter-wasser-fur-einen-liter-milch/
    Eine sehr interessante und aufklärende Studie zum Thema Wasserfussabdruck und Klimaschutz.

    Ergebnis: der Wasserverbrauch für die Herstellung von einem Liter Milch liegt zwischen 10 und 400 Liter Wasser – je nachdem, ob die Kühe auf der Alm oder einer Weide grasen oder im Stall etwa Mais, Soja und Luzernen fressen.

    Ganz unter im Text des obigen Links findet sich jedoch auch noch die Info, dass zur Herstellung eines Baumwoll T-Shirts 2500 Liter Wasser verbraucht werden. *uuups*

    Konsequent Vegan würde ja auch z.B. bedeuten … keine Wolle und kein Leder mehr bei der Kleidung. Und irgendwie habe ich das Gefühl dass die Herstellung von Soja-Produkten oder sonstigen Ersatzprodukten teils mehr Energie verbraucht und somit dieser Zielkonflikt (Umweltschutz, Klimaschutz, Tierschutz, etc.) entsteht, wie in dem Artikel beschrieben.

  7. Anonymaus

    Ist hier im Text mit „dass für Milch Kälber sterben“, die Lab-Herstellung gemeint?
    Es gibt ja zum Glück mittlerweile immer mehr Käse-Sorten, die mit Microbiellem Lab hergestellt werden und so auch auf dem Produkt gekennzeichnet werden.

    Was mir allerdings sehr zu denken gegeben hat ist die Information hier, dass 1 Liter Milch Herstellung 1000 Liter Wasser verbraucht. Wofür das denn?!?
    Und wieviel Liter Wasser werden für die Herstellung von 1 Liter Soja-Milch oder Soja-Yoghurt oder Hafermilch, Reismilch, Dinkelmilch, etc. verbraucht?

    Vegan Leben ist ja mittlerweile auch zum Trend und somit auch zu einem Markt in unserer Wirtschaft geworden. Lebe selbst schon sehr lange vegetarisch, und denke immer immer mehr in Richtung vegan, nur ist vegan auch doppelt, wenn nicht sogar 3 bis 4 fach teurer, wenn man sich teils mit (Soya)-Ersatzprodukten ernähren möchte.
    Darüber habe ich leider auch die Erfahrung gemacht, dass es nicht sehr viele Vegetarierer-oder Veganer-Freundliche Mediziner / ÄrztInnen gibt, die über entsprechendes Wissen einer gesunden bzw. heilsamen Ernährung wissen.
    Und selbst dann wird man ordentlich zur Kasse gebeten. Vitamin B12, Vitamin D oder Jod Bluttests, die die Kasse nicht zahlt, oder eine Magenspiegelung beim Spezialisten … nur um dann mitgeteilt zu bekommen, dass doch alles in Ordnung ist.
    Und der Energie-Mangel? Vielleicht daher, dass es so wenig Gleichgesinnte gibt und man sich für eine gesunde, nachhaltige, ethische Lebensführung ständig rechtfertigen muss oder mit viel Negativität konfrontiert wird?

  8. Julia Lang

    Tatsächlich sind tierische Proteine für den Menschen lediglich in Form von Muttermilch durchaus sinnvoll:) Eine gut geplante vegane Ernährung ist auch laut ADA, der amerikanischen Gesellschaft der Ernährungswissenschaftler, für Menschen aller Altersstufen geeignet, eingeschlossen Schwangere, Stillende, Kleinkinder, Kinder, Heranwachsende und Sportler.
    In der Ausbildung zum/zur veganen Ernährungsberater/in wird auf den besonderen Bedarf dieser Menschen gezielt eingegangen. Hier noch ein schönes Video zum Thema:
    https://www.youtube.com/watch?v=OOXlADInm1A

  9. Ein Neugeborene bekommt im Regelfall Milch von der eigenen Mutter. Egal ob Mensch, Hund, Maus oder Kuh. Es gibt keinen Grund, warum jemand Muttermilch einer fremden Spezies trinken sollte. Insbesondere nicht im Erwachsenenalter. Muttermilch ist biologisch betrachtet nunmal Babynahrung.

  10. Werdende Mütter ( Schwangere ) sollten auf jedem Fall den Arzt konsultieren um eine vegane Ernährung abzuklären, da die Tierischen Proteine eine Evolutionsbedingte Kette im Wachstumshaushalt des Menschen seit Anbeginn darstellt !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.