Durga, Maya und Rahu – die schöpferisch weibliche Kraft

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Durga, Maya und Rahu, 3 Begriffe, die für die gleiche archetypische Energie stehen. Eine gefürchtete und obskure Kraft, allgegenwärtig, gesucht von den Mächtigen und spirituellen Suchern und doch auch dämonisiert und vollkommen unterschätzt. Wir müssen nicht weit suchen, um zu sehen, wie diese kosmische, kreative Urkraft, die es vermag, mit dem Schleier der Ignoranz unsere wahre Natur zu verhüllen, im Yoga als Maya dämonisiert wird. Im Yoga beschreibt Maya eine kosmische Illusion, während sie im Vedanta lediglich die Schöpferkraft Ishvaras ist.

Rahu – unser Entwicklungsweg und unsere wichtigsten Lernfelder

Rahu bedeutet „verhüllen“ und entspricht dem lateinischen Begriff „occultare“. Die düsteren und zwielichtigen Assoziationen, die mit dem Okkulten verbunden sind, lassen nicht lange auf sich warten. Tatsächlich wird der nördliche Mondknoten Rahu auch als der achte Planet betrachtet und steht in Verbindung mit den Themen des achten Hauses: Magie, Schamanismus, Tiefenpsychologie, Hypnose und modernen Technologien. Diese Energie ist innovativ und ignoriert weitgehend konventionelle Normen sowie starre Traditionen. Im Horoskop beschreibt Rahu stets den Seelenweg und die entscheidenden Lernerfahrungen, die ein Mensch in diesem Leben durchlaufen muss – oft ohne darauf vorbereitet zu sein, da er von seiner karmischen Prägung konditioniert ist.

Dies kann Angst auslösen, denn wir neigen dazu, uns auf unsere vertrauten Sicherheitsparadigmen und Komfortzonen zu verlassen, selbst wenn sie uns frustrieren. In der Regel dauert es bis zur Reifephase von Rahu im Alter von 42 Jahren, bis wir bereit sind, uns den Herausforderungen des Rahu-Hauses wirklich zu stellen.

Durga – Möge die Macht mit dir sein

Durga ist die Göttin, die mit dieser weiblich-schöpferischen Urenergie in Verbindung steht. Sie verkörpert Shakti – die Kraft, den Schutz und den nährenden Funken, der unser Leben am Laufen hält. Viele mächtige Politiker:innen und Wirtschaftsführer:innen in Indien verehren Durga in der Hoffnung auf Einfluss und Magnetismus. Um Shakti haben sich ganze tantrische Kulte gebildet, und auch in Europa versammeln sich die Mächtigen im Verborgenen, um die Göttin in anderen Formen zu verehren. Die dunkle oder zerstörerische Seite dieser Macht wird durch Kali repräsentiert.

Kali ist eine Kraft, die niemanden in seinem Leben haben möchte; dennoch sind Leid, Mangel, Krankheit und Zerstörung leider Teil des menschlichen Daseins. Der astrologische Archetyp von Kali entspricht Saturn. Da Rahu als Schattenplanet nicht über Häuser herrscht, betrachten Astrologen zunächst den Zustand von Saturn, um Rahus Stärke oder Lebensphase beurteilen zu können.

Maya – Die Magie, die das Unmögliche möglich macht

Maya ist die ursprüngliche Schöpferenergie, die als Ursache dieses Universums (Ishvara) fungiert. Sie ist untrennbar mit Ishvara verbunden, ähnlich wie die Kreativität der Künstler:innen untrennbar von der Person selbst ist. Wenn sich das Universum eines Tages wieder auflöst und in seinen Samenzustand zurückkehrt, verweilt es in seinem reinen Potenzial – dieser Maya –, bevor es sich irgendwann erneut in einem Urknall manifestiert. Maya zeigt sich in unserer Welt durch die drei Gunas: Sattva, Rajas und Tamas. Diese wertvollen Energien können wir intelligent nutzen und im Einklang mit unseren Zielen managen. Es handelt sich hierbei nicht nur um eine Illusion; die zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten bieten uns die Möglichkeit, unseren Geist zu reinigen, das Wissen des Vedanta zu erlangen und den Schleier der Ignoranz zu lüften.

Im Vedanta wird die Spinne oft als Analogie für diese schöpferische Kraft Ishvaras verwendet, da sie mit ihren Fäden ein Netz aus sich selbst spinnt und somit die materielle Ursache dieses Universums darstellt. Interessanterweise hat eine Spinne in der Regel acht Beine – eine Zahl, die auch Rahu zugeordnet wird. Zudem spielt sie im schamanischen Bereich eine bedeutende Rolle, da sie Realitätsfäden verwebt und heilende Kohärenz schafft.

Die Verbindung von Durga, Maya und Rahu zeigt uns die kraftvollen Energien, die unser Leben beeinflussen. Wie kannst du diese archetypischen Kräfte nutzen, um deine eigene Reise zu bereichern?

Kavi Daniel Roth

Kavi Daniel Roth

Kavi ist leidenschaftlicher Astrologe und begeistert von vedischer Rezitation und Advaita Vedanta. Er hat intensiv in der Dayananda-Tradition studiert und verfügt über mehrere Jahre Erfahrung im Integrationsbereich als Sprachwissenschaftler. Nach 9 Monaten als Sevaka in Bad Meinberg machte er sich nun erfolgreich als Berater selbstständig.


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