Du und ich: Absolute Anfänger

Mädchen geht unbeschwert die Treppe hoch

Ist es nicht eine ganz wunderbare Sache, noch ein Anfänger zu sein? Anfänger dürfen nachfragen, Fehler machen – diese auch zugeben – sich selbst überdenken und sich immer wieder korrigieren.

Denn egal wie weit fortgeschritten wir im Yoga sein mögen, wie ausgefeilt unsere Technik ist, oder welche hochspirituellen Erlebnisse wir hatten – im Mindset des Anfängers können wir begreifen, die Welt wieder unbefangen wie ein Kind zu betrachten und voller Neugierde zu lernen.

Zurück auf Anfang

Als Anfänger dürfen wir uns wandeln und entwickeln, ohne in festen Strukturen stecken zu bleiben. Denn wenn man immer perfekt sein will, hat man unter Umständen so viel Angst davor etwas falsch zu machen, dass man es lieber gar nicht erst versuchst. Anfänger müssen nicht perfekt sein – sie können es ja auch gar nicht.

Sich selbst als fortgeschrittenen Yogi zu betrachten, kann motivierend sein. Es kann uns aber auch in eine kleine Ego-Falle tappen lassen: zu glauben, dass man schon besser ist als andere. Zu denken, dass man weiter ist und irgendwie überlegen. Auch so ein von-oben-herab-schauender Yogi ist noch ein Anfänger.

Mädchen macht Seifenblasen

"Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben."

Hermann Hesse, Stufen

Ich persönlich finde es ungemein erleichternd, mir immer wieder klarzumachen, dass wir alle Anfänger sind. Wir sitzen alle im selben Boot, auf dem weiten Ozean des Lebens und versuchen den Kurs zu halten, auf unserem Weg zum Licht des Bewusstseins.

Wir sind alle auf dem Weg

Natürlich sind wir schon ein ganzes Stück weit gekommen. Keiner unserer Schritte war umsonst! Aber jetzt so zu tun, als wären wir schon da – nur um auf die anderen herabzublicken – die es eben noch nicht sind –  das hält uns mit Sicherheit davon ab weiterzugehen.

Niemand hier ist besser als der andere! In den Anfängerstunden hört man es noch sehr oft: “Achte auf deinen Körper. Geh nur so weit, wie es sich jetzt für dich gut anfühlt.” Und besonders: “Yoga ist kein Wettbewerb!”. Nicht umsonst gilt das Unterrichtsprinzip für Yoga Vidya Yogalehrer, Raum für das Spüren und die Innere Intelligenz des Schülers zu lassen.

Die Augen der Anfänger

Unter “fortgeschrittenen” Hatha-Yogis, oder denen, die es werden wollen, wird diese Weisheit, meiner Beobachtung nach, ab und zu übersehen. Gezerrte Bänder und Muskeln, Schmerzen in den Knien und im Rücken – nach Yoga-Übungen dann nichts Ungewöhnliches.

Hier möchte ich dich ganz herzlich dazu einladen, jedes Desinteresse über Bord zu werfen und die Welt mit den Augen eines Anfängers völlig neu zu sehen. Voller Wissensdurst und Neugier gibt es überall etwas zu lernen, oder auch die Möglichkeit, Altbekanntes neu zu entdecken.

Alles für Anfänger

Wer gerne mal in die Yogapraxis einsteigen möchte, oder überhaupt noch keine Erfahrungen mit Yoga und Meditation hat, der profitiert von der Erfahrung der größten Seminarhäuser für Meditation und Yoga in Europa. Dazu bieten wir viele speziell für Anfänger konzipierte Kurse im ganzheitlichen Yoga:

Im Yoga Vidya Portal „Yoga für Anfänger“ kannst du es gleich ausprobieren, Neues zu erfahren, oder Altes neu entdecken. Selbst die ganz alten Yoga-Hasen haben ja vielleicht noch einige kleine Wissenslücken. Es gibt z.B. einen schönen Artikel zum Thema Yamas und Niyamas, über die sechs Yoga Wege, über Yogische Ernährung und über unsere Tradition:

8 Kommentare zu “Du und ich: Absolute Anfänger

  1. Om Om Om liebe Diana,

    vielen Dank für deine PN.
    Habe mich sehr darüber gefreud, besonders dass du und dein Freund sehr glücklich seit, und das es dir und dem Baby sehr gut geht.
    Ich lasse noch von mir hören, PN.
    ((o;

  2. Meine liebe Rafaela,

    ich schreibe Dir eine PN!
    (o;

  3. Om Liebe Waldfee,
    wie geht es dir und deinem Baby im Bauch?

    Ein kleines Gedicht für euch.
    Klein, unsagbar klein, doch darf ich wissen von dir. Kann dich nicht fassen, dich nicht berühren. Du bist Leben in mir.

    Ich liebe schon jetzt deine Augen, ich freue mich auf deine Art, du bist das Leben, von Gott mir geschenkt, nach Gottes Blindnis gemacht.

    Leise, immer noch leise sind meine Gedanken an dich. Keiner erahnt es, was du für mich bist. Du bist Leben in mir.

    Zärtlich, immer sehr zart sind meine Gefühle für dich, kannst kaum begreifen, es ist wunderschön. Du bist Leben in mir.

    Wärme, immer ganz warm, sollst du es haben bei mir. Wenn Gottes Liebe dich trägt und erfüllt, ist “Er” das Leben in dir.

    (((o: Om Rafaela

  4. Liebe Lisa, liebe Rafaela,

    ich habe eben mit großer Begeisterung Eure beiden Beiträge gelesen und dazu ist mir folgendes aufgefallen:
    so wie Du das beschreibst, Lisa, kenne ich es außerhalb von Yoga-Vidya-Kreisen auch! In meinem Bekanntenkreis gab es welche, die nach dem großen Muß einen Marathon zu laufen der Meinung waren, etwas beweglicher zu werden. Aus Yogaillustrierten haben sie “Bikram”-Yoga gewählt, weil da die Wirkung auf den Körper besonders extrem sei: besonders extrem beim Kalorienverbrauch und durch die Hitze besonders extrem, um TIEF in die Stellungen zu kommen….
    Wir treffen uns in regelmäßigen Abständen und der letze Stand ist, daß sie alle damit aufgehört haben. Die Gründe: Rückenschmerzen, Zerrungen, Kreislaufversagen etc….Zu Beginn waren sie sehr begeistert, belächelten “unsere harmlose Yoga-Vidya-Grundreihe” und berichteten so enthusiastisch vom Bikramyoga….und da hatte ich auch den Eindruck, daß sie sich so viel FORTGESCHRITTENER fühlten…darum kann ich Deinen Beitrag so gut nachvollziehen.

    Liebe Rafaela:
    genauso wie Du das beschreibst, empfinde ich es bei Yoga Vidya!:-)
    Das ist es, was mir dort so wahnsinnig gut gefällt. Die Arroganz eines Fortgeschrittenen habe ich dort noch nie angetroffen!!! Ganz im Gegenteil, man fühlt sich so gut aufgehoben und genau so richtig wie man ist! Und das habe ich ganz besonders bei meinem allerersten Aufenthalt dort und allererster Yogastunde (bei Dir (o;)so empfunden!DANKE!!!

    Herzliche Grüße nach Bad Meinberg,
    in 4 Wochen bin ich endlich wieder da!(((o;

  5. Premajyoti

    OM
    ach Quatschi, wir müssen alle auch mal ein bisschen Kritik aushalten können,als Yogis und als Menschen.
    😉

    …..das Leben ist ein Spiel…..

    ist doch alles halb so wild,
    habt Ihr beide wunderbar geschrieben.
    Ihr seid Klasse.
    Om Shanti

  6. Om Liebe Lisa,
    sorry hätte ich nicht schreiben sollen.
    Om
    Rafaela

  7. Satyadevi

    Danke liebe Lisa,
    sehr ermutigend geschrieben!
    vielleicht der letzte Ruck für die, die schon lange überlegen mit Yoga
    anzufangen….:-) Yoga-ein Weg in die Freiheit……..Yoga tut gut………

  8. Nachtschatten

    Lisa und Rafaela leben in der selben Welt und sehen sie mit unterschiedlichen Augen.. Vielleicht könnt ihr euch gegenseitig ein paar Filter von den Augen nehmen 🙂

    Zum Thema fällt mir ein schönes Buch ein von Shunryu Suzuki: Zen-Geist Anfänger Geist.
    Aus dem Einband-Text:
    “Ich kenne doch meinen Geist”, sagt ihr, “aber was ist Zen-Geist? Weiß ich auch wirklich, was mein eigener Geist ist? Ist er das, was ich jetzt tue? Ist er das, was ich jetzt denke?” Und wenn ihr dann versuchen solltet, für eine Weile physisch bewegungslos zu sitzen, um zu sehen, ob ihr einfach herausfinden könnt, was euer Geist ist, um zu sehen, ob ihr ihn lokalisieren könnt – dann habt ihr die Zen-Praxis begonnen, dann habt ihr angefangen, den unbegrenzten Geist zu erkennen. Die Unschuld dieser Nachforschung – einfach zu fragen, was ihr seid – ist Anfänger-Geist. Er ist der offene Geist, die Haltung, die sowohl Zweifel wie Zuversicht einschließt als auch die Fähigkeit, die Dinge immer wieder frisch und neu zu sehen.

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