Yoga im Sommer: Kommunikation von Herzen

Wie schon gesagt: Der Sommer ist eine wunderbare Zeit für gemeinsame Aktionen. In dieser Hinsicht wird man in keiner anderen Jahreszeit so mit Gelegenheiten gesegnet. Schön und gut, könnte man das sagen. Aber Gruppengefühl hin, Inspiration her, eigentlich fangen die Schwierigkeiten da gerade erst an. Wenn erst mal ein paar Menschen zusammen sind, wird aus einem Weg plötzlich ein Bahnhof und aus einem Gedanken schnell mal eine Grundsatzdiskussion. Und je mehr Leute mitmachen wollen, desto größer wird der Konflikte-Pool. Gehen wir um sieben los oder um halb zehn? An den See oder ins Freibad? Zum Yoga oder zum Konzert? Und muss ausgerechnet Mr. Hinz oder Dr. Kunz mit dabei sein, der mich ständig mit seinen verschrobenen Ideen auf die Palme bringt?

Wer seit längerem Yoga übt, kennt vermutlich den von Yogalehrern gerne zitierten Spruch: „Yoga fängt erst an, wenn die Yogastunde beendet ist.“ Das klingt außerordentlich schlau und weise. Allerdings oft nur solange, wie man noch an der Türschwelle steht. Und was macht man dann im Ernstfall? Wenn man sich mal wieder mit lauter Hitzköpfen in anstrengenden Diskussionen verstrickt hat und offensichtlich niemand sich bemüßigt fühlt, sich an Abmachungen zu halten, außer man selbst? Ach, wie weit ist da manchmal die Yogastunde. Und wie war das noch mal mit ahimsa, der Gewaltlosigkeit? Kein Wunder, dass laut der Yoga-Weisheit Gewalt – gegen andere und besonders gerne gegen sich selbst – schon im Kopf beginnt. Da wühlt man dann gedanklich verzweifelt in der Trickkiste des positiven Denkens und findet einfach nichts, das passen könnte.

Die gewaltfreie Kommunikation hat da einen erhellenden Grundsatz parat: „Positives Denken funktioniert nur über das Erkennen des Negativen.“ Und das, wohlgemerkt, liegt nicht im Außen, sondern irgendwo tief in jedem von uns begraben.

Was so viel sagen will wie: Es gibt nur einen Weg. Hingucken, hinfühlen, verstehen. Oder wie GfK-Vertreter so gerne sagen: Beobachte, ohne zu bewerten, werde dir deiner Gefühle bewusst, kläre die unerfüllten Bedürfnisse, die dahinter stecken und dann lass sie los. Womit wir prompt wieder beim Yoga wären: Guck genau hin, welche Bedürfnisse so viel Staub in dir aufwirbeln. Dahinter erkennst du vielleicht schon den Umriss deines wahren Wesens, das einfach so in sich und allem ruht.

Wer weiß, womöglich stellst du fest, dass hinter dem Ärger wegen diesem und jenem eigentlich etwas steckt, das schon seit einer halben Ewigkeit in der Mottenkiste der Erfahrungen vor sich hin brütet? Und dass niemand so viel Gewalt gegen dich ausübt wie du selbst mit deinen Ansprüchen und Wertvorstellungen? Ob du nun mit Kopfstand, ein paar Runden Kapalabhati oder im Delfin (auch eine großartige Übung, um kreativ, bei dir selbst und im Fluss zu bleiben) dorthin kommst oder mit einer Portion mutiger Ehrlichkeit. – Am Ende und für’s Erste zählt doch vor allem eins: dass die Energie wieder fließt und du über die Wirren des Lebens vergnüglich lächeln kannst.

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Dietlind Arndt lebt und arbeitet seit Januar 2010 bei Yoga Vidya in Bad Meinberg.

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