Yoga statt Zappeln – Interview in der Lippischen Landeszeitung

Lippische Landeszeitung

Yoga statt zappeln

Narendra

Wichtiges Entspannen: Narenda Hübner ist einer der Referenten beim Kinderyoga-Kongress, der heute beginnt und bis Sonntag in Horn-Bad Meinberg stattfi ndet.

FOTO: PRIVAT

Kurz gefragt mit Narendra Hübner über Entspannung für Kinder

Horn-Bad Meinberg (pep).

Yoga tut nicht nur Erwachsenen gut, sondern auch Kindern – eine Erkenntnis, die am kommenden Wochenende im Mittelpunkt des Kongresses „Yoga mit Kindern und Jugendlichen“ im Bad Meinberger Haus Yoga Vidya stehen wird. Die LZ sprach mit Yoga-Lehrer Narendra Hübner über den Trend zu Kinderyoga.

?Sind Kinder heute so zappelig und unkonzentriert, dass sie nur noch mit Hilfe von Yoga entspannen können?

Narendra Hübner: Kinder sind heute zappelig, weil sie unter Bewegungsmangel leiden. Bewegung ist wichtig für die motorische, aber auch die emotionale oder kognitive Entwicklung. Wenn sie sich nicht genügend bewegen, können sie auch nicht entspannen. Deshalb steht beim Kinderyoga die Bewegung im Mittelpunkt.

?Lernen Kinder die klassischen Yoga-Stellungen oder gibt es spezielle Übungen für sie?

Hübner: Kinder können durchaus viele der klassischen Stellungen ausführen, doch einige sind ungeeignet, weil ihre Muskulatur noch nicht stark genug oder die Gelenke noch zu weich sind. Wir unterrichten deshalb auch Übungen, die speziell für Kinder geeignet sind.

?Welche Kurse haben Sie im Programm?

Hübner: Wir haben bei uns zum Beispiel verschiedene Übungsgruppen für Kinder im Alter von jeweils drei bis fünf und von sechs bis zehn Jahren. Es gibt einige Kurse, die über mehrere

Wochen gehen und hauptsächlich Kinder in der Umgebung ansprechen. Darüber hinaus bieten wir Seminare für Gäste von außerhalb an, die sich über mehrere Tagen oder Wochen

erstrecken. Häufi g bringen Eltern ihre Kinder mit, Erwachsenen- und Kinderseminare laufen dann parallel. Auch in den Schulferien erwartet Kinder ein umfangreiches Angebot.

?Welche Rückmeldungen erhalten Sie von den Eltern?

Hübner: Viele positive. Es gibt Eltern, die regelmäßig mit ihren Kindern kommen. Und bei Kindern, die über einen längeren Zeitraum einen Kurs besuchen, bestätigen uns die Eltern, dass sie sich besser konzentrieren können, ja sogar bessere Leistungen in der Schule erzielen. Das belegen übrigens auch eine ganze Reihe von wissenschaft liche Studien.

?Die Nachfrage nach speziellen Kinderyogakursen dürft e also aus Ihrer Sicht in Zukunft – steigen?

Hübner: In den ersten ein bis zwei Jahren war unser Kinderyogaangebot noch so nicht stark nachgefragt, es brauchte eine Anlaufzeit. Aber jetzt zeichnet sich klar eine steigende Tendenz ab.

Der Kongress fi ndet statt vom heutigen Freitag, 6. Juni, bis zum Sonntag, 8. Juni. Informationen gibt es unter Telefon . (0 52 34) / 8 70 oder im Internet unter der Adresse:

@ www.yoga-vidya.de

2 Kommentare zu “Yoga statt Zappeln – Interview in der Lippischen Landeszeitung

  1. Om Namah Shivaya

    Liebe Irina,

    Dein quote
    Ich will schließlich auch meinen Beitrag leisten zum Wohle der Gesellschaft. Das Kindeswohl – vergleichsweise uninteressant. Ist die Schule zufrieden, freun sich die Eltern. Freun sich die Eltern, gehts dem Kind gut. Und schon sind alle zufrieden und das freut wiederum die Gesellschaft.
    unquote

    Ja, den Kreis so leicht schließen, und dem Kind geht es dann gut, ja, großartig. – Ich kann mir lebhaft vorstellen, wenn man so nah dran ist an den Kindern tagaus tagein wie Du in Deinem Beruf, dann kann man nur noch ironisch, sarkastisch, lakonisch auf das Elend reagieren. Unsere Kinder, kostbarstes Gut unserer Gesellschaft …

    Ich danke Dir sehr für Deine Ausführungen, ich hatte schon eine Antwortmail gestern geschrieben, aber sie ist irgendwie weg, sollte wohl nicht sein.

    Ich lese Deinen Beitrag als Ergänzung und Erläuterung zu der hervorragenden Arbeit von Marcus Stück (siehe gleich hier unten 2. Beitrag). Er hat die schockierenden Ergebnisse seiner Untersuchungen zur Lage der Kinder und besonders auch der Lehrer in unserem hochzivilisierten Staate vorgestellt beim Kinderyoga-Kongress.

    Wieso mein Engagement? Ich bin eine begeisterte Großmutter, die an die Decke gehen könnte, wenn die Rede auf Ritalin-Kinder kommt, und die dann am liebsten gewalttätig die gesamte Gesellschaft unter Kuratel stellen oder nach Schweden rüberheben würde – möge die liebe kosmische Kraft mir solche plumpen Gewaltgedanken verzeihen, sie dauern ja
    höchstens 1 Minute –, auf jeden Fall, das wollte ich nur sagen, ist alles, was Du beschrieben hast, für mich direkt nachvollziehbar. Nochmals vielen Dank.

    Mit herzlichen Grüßen, Erika – Om Shanti Om mit viel Ahimsa-Wünschen –

  2. Hmm ja, die Wissenschaft, die Wissenschaft hat festgestellt…

    Was ich als Kindertherapeutin in der Praxis erlebe, sind Kinder, die schon im Grundschulalter wie kleine Erwachsene über Stress reden, regelrechte Burn-Out-Symptome zeigen oder wie aufgedreht durch die Gegend sausen und die kaum noch (kreativ) zu spielen geschweige denn mit sich selbst was anzufangen wissen.

    Und dabei gibts doch so viele Heilverfahren, vom Anti-Stress-Training über Bachblüten, Edelsteintherapie und Hömeopathie bis hin zu Yoga. Alle versprechen eine Verbesserung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Wissenschaftlich gesehen erzielt dabei die Verhaltenstherapie bisher die besten Erfolge.

    Na, da hab ich ja noch mal Glück gehabt! Bestens ausgebildet! Behandlung – state of the art. Zu dumm, dass ich als Psychologin auch weiss, wie „Wissenschaft“ oft zustande kommt. Traue keiner Statistik, es sei denn, du hast sie selbst gefälscht, wie es so schön heißt.

    Und dann sitzen diese Kinder vor mir, müde, ausgelaugt oder völlig nervös und hippelig und schauen mich stumm an mit grossen runden Augen. Schon wieder jemand, der was von mir will! Dann seufze ich jedes Mal innerlich, schiebe meine schönen perfekt ausgearbeiteten Arbeitsblätter und das Trainingsmanual beiseite und … schwöre mir, beim nächsten Kind aber nun wirklich endlich ganz ernsthaft und korrekt nach Lehrbuch vorzugehen. Damit ich auch mal so gute Ergebnisse vorweisen kann. Deutliche Verbesserung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit! Schulnoten, die sich signifikant verbessert haben, dank meiner Therapie!

    Ich will schließlich auch meinen Beitrag leisten zum Wohle der Gesellschaft. Das Kindeswohl – vergleichsweise uninteressant. Ist die Schule zufrieden, freun sich die Eltern. Freun sich die Eltern, gehts dem Kind gut. Und schon sind alle zufrieden und das freut wiederum die Gesellschaft. Bildung ist schließlich ein äußerst wichtiges Gut! Und damit die Schule zufrieden ist, brauchts Konzentrations- und Leistungsfähigkeit beim Kind. So einfach ist das! Zu schade, dass es den Nürnberger Trichter nicht mehr gibt…

    Tja, ich habe inzwischen aufgehört, Kinder mit Schulproblemen zu behandeln. Seitdem gehts zumindest mit meiner Konzentrations- und Leistungsfähigkeit wieder bergauf. Und ich freue mich, dass es zunehmend mehr Kinderyogalehrer gibt, die hochmotiviert und voller Elan frischen Wind an deutsche Schulen bringen. Möge ihr Wirken von Erfolg gekrönt sein!

    Om Shanti

    Irina

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