Yoga Wiki über das Kamel

Wenn von einem Kamel die Rede ist, ist eigentlich meistens ein Trampeltier gemeint. Kamele besitzen zwei Höcker und leben hauptsächlich in Asien. Dromedare hingegen haben nur einen Höcker und stapfen vor allem in Afrika herum. Man bezeichnet diese als einhöckrige Kamele. Egal welches Tier man nun auch wirklich meint, jeder Mensch liebt Kamele. Nicht jeder mag vielleicht auf einem Kamel reiten. Aber ein Kamel nicht zu lieben fällt schon recht schwer.

Schwer sind diese großen und warmherzigen Tiere. Sie tragen Lasten in aller Seelenruhe durch die Wüsten und sind treue Begleiter. Die Höcker von einem Kamel sind übrigens keine Wasserspeicher, wie oft angenommen. In ihnen befinden sich die Fettreserven der Tiere.

In einem menschlichen Buckel dagegen befinden sich keine Wasserspeicher und auch kaum Fettreserven. Was im Brustrückenbereich beim Menschen oft liegt, sind Anspannungen aufgrund von Fehlhaltungen im Alltag aber auch Stress und ungelöste Emotionen. Wie ein Trampeltier schleppen wir das oft ein ganzes Leben, vielleicht auch mehrere Leben, mit uns herum.

Klassische Fehlhaltungen finden wir beim Autofahren, im Büro vor dem Computer, beim Lümmeln auf der Couch oder beim Essen. Wer hört da nicht die innere Stimme seiner Oma oder seiner Mutter: „Sitz gerade.“ Yoga hat für die meisten Probleme eine Asana parat, welche einem menschlichen Kamel zu Linderung verhelfen kann. In diesem Fall die Asana namens Kamel. Im Sanskrit wird das Kamel Ushtrasana genannt.

Es ist sinnvoll mit Gelassenheit an das Kamel heranzugehen. Ausgangsposition ist der Fersensitz, Vajrasana. Richte dich auf in kniender Stellung. Lass deine Arme locker an den Seiten hängen. Probiere zunächst die Knie und Beine zusammenzustellen. Falls notwendig gerne etwas auseinander geben.

kamelLehne dich zurück. Greife mit der rechten Hand die rechte Ferse, dann mit der linken Hand die linke Ferse. Wenn du in der Kamel Stellung angekommen bist, überdehne dich nicht. Spüre, wie sich die Körpervorderseite öffnet und du mehr und mehr in die Rückbeuge hinein entspannst.

Wenn noch Spielraum vorhanden ist, schiebe langsam deine Hüften nach vorne. Die Oberschenkel bleiben wenn möglich senkrecht. Gehe nur soweit mit Kopf und Wirbelsäule in die Rückbeuge wie für dich angenehm. Jetzt ganz zur Ruhe kommen und die Rückenmuskeln entspannen.

In der Endstellung angekommen werde innerlich ganz ruhig. Wenn du aus der Kamel Stellung kommst, löse erst eine Hand und dann die andere. Danach sollte als Gegenbewegung eine Vorwärtsbeuge erfolgen um die Anspannung im Rücken aufzulösen. Am besten Paschimottanasana oder Garbhasana.

Das Kamel lockert die Wirbel, hilft enorm gegen Rundrücken und unterstützt den Praktizierenden dort sitzende Muster aufzulösen. Eine Asana sollte stets das Gefühl von Befreiung zur Folge haben und nicht Schmerz oder einen gesteigerten Leistungswillen. In dem wird das Kamel üben, können wir das unreflektierte Trampeltier in uns kleiner werden lassen und mehr die Gelassenheit und Güte von einem Kamel entwickeln. Mehr zum Thema Kamel im Yoga Wiki. cb

 

 

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