28 Deine wahre Natur ist Satchidananda

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Deine wahre Natur ist Satchidananda – unendliches Sein, Wissen und Glückseligkeit. Frag: Wer bin ich, erkenn dein Selbst und sei frei – das ist die Essenz von Vedanta, von Jnana Yoga. Diese Erkenntnis hilft dir für Gelassenheit im Alltag: Du brauchst dich nicht zu ängstigen, du brauchst dich nicht zu ärgern: Deine wahre Natur ist unendliches Sein, unendliches Wissen, unendliche Glückseligkeit. In dieser 28. Folge des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast gibt dir Sukadev eine Reihe von Anregungen, damit du dir dessen bewusst wirst. Und am Ende eine kleine Übung, die du jederzeit wiederholen kannst: Erfahre dich selbst als Sat Chid Ananda: Dehne deine Bewusstheit in alle Richtungen aus (Sat). Steigere deine Bewusstheit, Achtsamkeit, Intensität des Erlebens im Hier und Jetzt (Chid). Genieße Freude und Liebe, die dabei entsteht (Ananda).

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Wer bin ich? Satchidananda Swarupoham. Bisher geht es hier hauptsächlich um Jnana Yoga. Das Grundprinzip ist: Frage, „wer bin ich“, erkenne dein Selbst und sei frei. Descartes Cartesius hatte gesagt: „Cogito ergo sum. Ich denke, also bin ich.“ Du kannst an allem zweifeln, alles kann Illusion sein, Sinne können täuschen, dein Geist kann täuschen, die Welt könnte ein Traum sein. Sie ist sicherlich nicht so, wie wir sie wahrnehmen. Auch das, was du von dir selbst wahrnimmst, kann Täuschung sein. So häufig sehen wir, dass andere sich bezüglich ihrer selbst täuschen, und auch du kannst der Täuschung unterliegen. Nach der Analyse der vergangenen Abschnitte kann man hinzufügen: Alles, was du wahrnimmst, bist du nicht, denn du bist der Wahrnehmende. Alles Wahrgenommene ist der Veränderung und auch dem Irrtum unterworfen. Nur an einem kannst du nicht zweifeln, nämlich dass es jemanden gibt, der zweifelt, der fragt: „Wer bin ich?“ Jemand muss der Wahrnehmende sein. Das ist auch der Schluss von Cartesuius: „Cogito ergo sum.“ Es muss jemanden geben, der denkt. Es muss jemanden geben, der zweifelt. Denn wenn es niemanden gäbe, der denkt und der zweifelt, dann könnte man auch nicht zweifeln.

Daher ist das erste, was du sagen kannst: Wer du wirklich bist, ist Sat. Du bist. Sat heißt Sein. Du bist Sein. Du kannst kein begrenztes Sein sein, denn sowie du eine Begrenzung des Seins bist, kannst du diese Begrenzung wahrnehmen. Wenn es eine räumliche Begrenzung gibt, kannst du diese räumliche Begrenzung wahrnehmen. Du kannst sie von oben wahrnehmen, von links wahrnehmen, von rechts wahrnehmen, von oben, von unten usw., also bist du etwas anderes als die Begrenzung. Es ist wichtig zu erkennen, du kannst nichts Wahrnehmbares sein und du kannst nichts Begrenztes sein. Daher bist du nicht irgendein Sein, sondern ein Seiendes, wie es oft in der Philosophie heißt, du bist absolutes Sein, also jenseits von Zeit, Raum und Bedingtheit. Auch Zeit. Angenommen, du würdest annehmen, du hättest ein zeitlich begrenztes Sein, dann könntest du beobachten, was vorher ist und was nachher ist. Daher, du bist absolutes Sein. Du kannst nicht begrenzt sein und du kannst auch nicht sterblich sein. Du bist absolutes Sein.

Du bist nicht aber einfach nur, das wäre Sat, sondern du bist auch Chid, du bist bewusstes Sein, du bist Bewusstsein. Denn es ist klar, du bist nicht irgendwie, sondern du bist dir bewusst. Du bist dir verschiedener Dinge bewusst und daher bist du Bewusstsein. Bewusstsein ist keine Eigenschaft von dir, sondern du bist Bewusstsein, denn das Ich ist nicht einfach nur und dann anschließend hat es eine Eigenschaft, die mal da ist und mal nicht da ist, mal stärker, mal weniger, sondern du musst Bewusstsein an sich sein. Angenommen, du könntest sagen, es gibt ein solches Bewusstsein, ein anderes Bewusstsein, dann könntest du wieder beobachten. Du könntest die Eigenschaften des Bewusstseins beobachten. Du könntest das Auftreten und das Abtreten des Bewusstseins beobachten. Du kannst aber nicht das, was beobachtbar ist, sein, du bist der Beobachter und dieser Beobachter ist sich bewusst. Daher musst du Bewusstsein sein und zwar absolutes Bewusstsein, Chid.

Der dritte Teil dessen, was du wirklich bist, Ananda, Freude, ist jetzt nicht nur logisch zu erschließen, sondern aus Erfahrung zu erschließen. Ananda, du bist Freude. Im Sanskrit sagt man auch: „Anandoham.“ Bei Yoga Vidya haben wir ein Lied, das heißt: „Anandoham Anandhoham Anandambrahmanandam. Ich bin Wonne, ich bin Wonne, die Wonne von Brahman, das bin ich.“ Brahman ist das Absolute. Woher weißt du, dass du Ananda bist? In dem Moment, wo du ganz Ich bist. Das klingt jetzt paradox. Man kann auch sagen, in dem Moment, wo du deiner wahren Natur bewusst bist, ist Ananda. In dem Moment, wo du dich nicht als begrenzt empfindest, sondern als unendlich. In dem Moment, wo du dich nicht der Veränderung unterworfen wahrnimmst, bist du voller Freude. Sowie du bei dir selbst bist, bist du Freude. Anandoham, das ist deine wahre Natur. Du bist nicht einfach ein Sein, du bist nicht einfach nur bewusst, du bist dabei nicht kalt, sondern du bist Ananda, Freude. Du fühlst dich auch dann bei dir selbst, wenn du voller Freude bist. Das ist nämlich der zweite Aspekt. Tief im Inneren hast du die Sehnsucht nach Freude. Du weißt, tief im Inneren, du bist rein und unendlich und unbegrenzt, unteilbare und nie endende Freude, deshalb bist du auch nie zufrieden mit irgendetwas, was weniger ist als unendliche, ewige Freude. Du bist also Satchidananda, Sein, Wissen und Glückseligkeit.

Eine kleine Übung, um dies zu erfahren: Um Sat zu erfahren, dehne dich aus nach allen Seiten. Du kannst das auch jetzt und in diesen Moment machen. Du dehnst deine Bewusstheit nach links aus. Spüre einfach nach links. Spüre nach rechts. Spüre nach vorne. Spüre nach hinten. Spüre nach unten. Spüre nach oben. Spüre in alle Richtungen. Spüre, du bist verbunden mit dem universellen Bewusstsein. Spüre, deine Bewusstheit hat keine Grenzen. Auch nur ein klein wenig davon zu spüren, ist etwas unglaublich Schönes. Der zweite Aspekt, Chid, Bewusstsein. Du bist unendliches Bewusstsein und das heißt, sowohl zeitlich als auch räumlich als auch von der Intensität her. Du kannst sagen, dein Alltagsbewusstsein ist wie die getrübte Form deiner wahren Bewusstheit. So ähnlich wie dein Seinsgefühl im Normalfall, eben Sein als begrenztes Sein, mit begrenzten Fähigkeiten, eben eine Reduzierung von dem ist, was du wirklich bist, sein. Du kannst auch deine Bewusstheit steigern, deine Achtsamkeit steigern, die Intensität deines Seins kannst du steigern. Auch das kannst du in diesem Moment tun. Du kannst ganz in die Gegenwart gehen. Du kannst ganz in das gehen, was jetzt ist. Und du kannst versuchen, mit jeder Faser deines Wesens das Jetzt wahrzunehmen. Probiere das ein paar Momente aus. Dehne dich in alle Richtungen aus und steigere deine Bewusstheit. Steigere deine Achtsamkeit. Nimm alles gleichzeitig wahr. Und selbst wenn du noch mit einem Teil deines Bewusstseins bei etwas bist, was du gerade zu tun hast, und auch wenn ein Teil deines Bewusstseins dich mit Gedanken beschäftigt, steigere deine Bewusstheit auf einer tieferen Ebene. Dehne dich aus auf einer tieferen Ebene. Fühle dich im Hier und Jetzt. Und während du ganz im Hier und Jetzt bist, sei dir bewusst, das ist voller Freude, voller Ananda. In dem Moment, wo deine Bewusstheit intensiver ist und unbedingt ist, also ohne sich auf etwas Begrenztes zu konzentrieren, in dem Moment bist du Ananda, unendliche Freude. Daher, Satchidananda Swarupoham, deine wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit. Fühle das nochmals. Dehne deine Bewusstheit aus. Steigere deine Bewusstheit. Fühle Verbundenheit mit allem im Hier und Jetzt.

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