Albert Schweitzers Ehrfurcht vor dem Leben

http://albert-schweitzer-stiftung.de/aktuell/albert-schweitzers-ehrfurcht-vor-dem-leben. Ganz gleich wann und wo der Name »Albert Schweitzer« auch fällt: Ist den Hörern und Lesern der berühmte Philosoph, Theologe, Musiker und Arzt nicht gänzlich unbekannt, so wissen viele von ihnen auch heute noch – rund 47 Jahre nach Schweitzers Tod -, seinen Namen auf Anhieb mit vor allem zwei Begriffen zu verbinden – »Ehrfurcht vor dem Leben« und »Lambaréné«. Doch welche Bedeutung kann diesen beiden Begriffen eigentlich abseits der bloßen Verbindung zu dem berühmten Namen Schweitzers beigemessen werden? Wer sich in Albert Schweitzers Leben und Werk einarbeitet, der wird schnell feststellen: Die »Ehrfurcht vor dem Leben« war für ihn – entgegen manch heutiger Verwendung des Begriffs – nicht einfach nur eine Art schnell dahergesagtes Lebensmotto, das die eigene Einstellung zur Welt möglichst treffend ausdrücken sollte.

Andererseits war sie für ihn aber auch kein rein akademisches, philosophisch tief begründetes Konzept der Ethik. Doch was war sie für ihn dann? Lapidar könnte man in einer ersten Annäherung wie folgt antworten: Sie war für ihn untrennbar und zugleich ein so tief und so weitreichend wie noch nie durchdachtes Konzept der Ethik und ein darauf gründendes Lebensmotto, wobei letzteres jedoch weitaus mehr leistete, als die eigene Einstellung zur Welt allein mit Worten zu beschreiben. Ein »Mehr«, das entscheidend ist, und das vor allem dann in den Blick gerät, wenn »Lambaréné« stärker ins Sichtfeld rückt.
Albert Schweitzer im »Gedächtnis der Afrikaner«

Im Jahr 1986 begann sich Walter Munz, ein ehemaliger ärztlicher Sevaka Schweitzers in dessen Spital in Lambaréné, der kurz vor Schweitzers Tod zum ärztlichen Leiter des Spitals ernannt wurde, verstärkt zu fragen, welche Erinnerungen eigentlich die Menschen an Albert Schweitzer hatten, denen der »Grand Docteur« (der »große Arzt«) in nahezu beispielloser Weise mehr als die Hälfte seines Lebens aufopferungsvoll helfend gewidmet hatte. Als Ergebnis einer mehrjährigen Beschäftigung mit dieser Frage, erschien schließlich im Jahr 1991 Munz’ Buch »Albert Schweitzer im Gedächtnis der Afrikaner und in meiner Erinnerung«*, aus dem im Folgenden einige bedeutende Passagen zitiert werden sollen. Bedeutend vor allem deshalb, weil darüber Albert Schweitzers Auffassung der »Ehrfurcht vor dem Leben« sehr klar weiter in den Blick gerät.
»Die Tiere sind eure Brüder und Schwestern«

Bereits im Jahr 1986 traf Walter Munz an einem späten Abend auf Tonda Emil, den ehemaligen Nachtwächter auf dem Weg ins Dorf der Leprakranken, das zum Spital gehörte. Als Munz während des Aufeinandertreffens damit begann, eine Wand voller Nachtfalter, Gottesanbeterinnen, Käferchen und Mücken mit seiner Taschenlampe anzuleuchten und genauer zu betrachten, ergab sich folgende Konversation:
»’Tonda, hast du die vielen Tiere gesehen, wie schön sie sind?’ ‘Den Dreck da? Schlecht ist das! Morgen früh muss ich die ganze Wand abwaschen, damit sie wieder sauber ist.’ ‘Aber das ist kein Dreck! Schau, wie zart die Flügelchen sind mit ihren Farben und die schönen Fühler und die Beine.’ ‘Ich sehe nicht, dass das schön sein soll.’ ‘Komm nur Tonda, schau genau hin.’« Erst nach einer Weile stieß Tonda, wie Walter Munz berichtet, »einen heiseren, unartikulierten und langen Schrei aus: ‘Oh, jetzt sehe ich, dass du die gleiche Familie bist mit dem Grand Docteur. Du hast das gleiche Blut. Auch er hat uns gesagt: Die Tiere sind eure Brüder und Schwestern. Er hat gesagt, dass sogar die Mücke, die mich in den Arm sticht, meine Schwester ist, und sie müsse stechen, um zu essen. Die Mücke kann nicht anders. Und er hat gesagt, sogar die Ameisen, die über unseren Weg ihre Straße machen, sind unsere Brüder. Wir durften sie nicht zerstampfen, sondern mussten darüberspringen oder warten, bis die Ameisen weg waren. Oh, der Grand Docteur! Er sagte, dass auch die Bäume unsere Brüder sind, und das Unkraut auch. Beim Jäten durften wir nicht einfach mit dem Buschmesser das Unkraut von der Wurzel abhauen, nein, wir mussten es mit der Wurzel langsam aus der Erde ziehen und dorthin bringen, wo es vielleicht weiterwachsen konnte, weit weg vom Garten. – Das haben wir aber nicht immer getan.«
»Er pflegte alle […], sogar die Tiere und die Pflanzen«

Ein sehr eindruckvolles Gespräch führte Walter Munz auch mit Massandi Joseph, der jahrzehntelang als Koch im Spital gerabeitet hatte und der mit zunehmender Begeisterung Folgendes über den Grand Docteur erzählte: »Er pflegte alle – die Akele, die Galoa, die Mitsogho, die Fang [verschiedende Volksstämme im heutigen Gabun]… Er hat uns alle gepflegt, sogar die Katholiken, sogar die Protestanten und die Heiden, die Schwarzen und die Weißen, sogar die Tiere und die Pflanzen. Er machte keinen Unterschied! […] Der Grand Docteur schlug keine Mücke tot. Er sagte, die Mücke ist von Gott gemacht, alle Dinge hat Gott hervorgebracht, sogar die Pflanzen des Waldes, sogar das Stachelschwein – es kommt aus dem Wald heraus und es geht in den Wald zurück – wir müssen es lassen. – Eines Tages kam der Doktor aus seinem Haus. Ich sah eine Mücke auf seiner Schulter und schlug auf sie. Der Doktor sagte: Halt, was machst du da? Du schlägst die Mücke tot, aber du – von was lebst du? Du isst, du trinkst. Schau, die arme Mücke kam auch nur zum Essen zu mir.«

Und weiter: »Eines Tages begegnete Schweitzer dem Schreiner von Monsieur Foing in Atadie und seinem Buben. Dieser hatte einen jungen Vogel in der Hand. Der Grand Docteur stellte sich vor die beiden hin und wandte sich an den Vater: ‘Wer ist der Vater dieses Knaben?’ ‘Ich habe ihn in die Welt gesetzt.’ ‘Dann gehört der Knabe also dir?’ ‘Ja.’ ‘Gut. Jetzt kommt ein Fremder, der nimmt dein Kind, geht weg mit ihm und lässt dich allein. Bist du dann zufrieden?’ ‘Nein.’ ‘Und wie geht es jetzt dem Vogelvater? Er hatte ein Kind. Dann kam dein Sohn und hat es ihm weggenommen. Jetzt weint der Vogelvater nach seinem Kind. Ist das gut?’«

Und schließlich: »Man brachte oft lebende Tiere ins Spital zum Verkaufen: kleine Krokodile mit zusammengebundenen Schnauzen, Schimpansenkinder ihrer getöten Mütter, große Wasserschildkröten, Antilopen mit verschnürten Beinen, Stachelschweine, Schuppentiere und viele andere. Wenn diese Tiere wieder gesund waren, wollte der Doktor ihnen immer wieder die Freiheit schenken. […] Er hat sogar Pflanzen behandelt. Vor vielen Jahren hat der Blitz in diesen Mangobaum geschlagen und einen der zwei Stämme dicht über ihrer Teilung getroffen und geknickt. Das Regenwasser drang dann ins Holz und ließ es faulen. Da hat der Grand Docteur zu mir gesagt: Massandi, der Mangobaum bei den Antilopen ist krank, wir müssen ihn pflegen. Ich holte die Leiter, und Schweitzer stieg hinauf und verband die Wunde am Baum. Er schüttete zuerst etwas Erde auf das Holz und goß dann eine Kappe aus Zement darüber und formte sie gut mit den Händen.«
Lambaréné: »die Improvisation« der Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben

Wie Walter Munz in seinem Buch berichtet, bezeichnete Albert Schweitzer sein Spital einmal selbst als »die Improvisation seiner Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben«. Eine Improvisation, mit der er herausfinden wollte, »ob eine friedliche Gemeinschaft aller Kreatur auf der Erde möglich sei, ob die Ehrfurcht vor dem Leben eine tragfähige Grundlage sei und ob sie sich bewähre in der Wirklichkeit mit allen ihren Nöten und Freuden.«

Tonda Emils und Massandi Josephs Aussagen zeigen in Ansätzen deutlich: Seinem Anspruch, in Lambaréné seine in zahlreichen Schriften theoretisch begründete Ethik in die Praxis umzusetzen, scheint Albert Schweitzer wohl weitestgehend gerecht geworden zu sein. Mit seinem Ansatz, sich einem jeden Leben – ob menschlich, ganz gleich welcher kultureller oder religiöser Prägung, ob tierlich oder pflanzlich – hilfreich zu widmen und zwischen den verschiedenen Leben keinen Wertunterschied sehen zu wollen, gelang Schweitzer die praktische Umsetzung einer Ethik, die er als »ins Grenzenlose erweiterte Verantwortung gegen alles, was lebt«, verstanden wissen wollte. Kein Gradmesser, wie etwa die unterschiedliche Leidensfähigkeit von verschiedenen Leben, bestimmte sein Handeln, sondern die mit der bekannten Formel »Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will« verewigte Erkenntnis, dass das eigene Leben sich in seiner Existenz- und Entfaltungsberechtigung in keiner Weise von anderen Leben unterscheidet. Nur dann, wenn alles Leben ins Zentrum einer praktisch zu verwirklichenden Ethik gerückt wird, kann gewährleistet werden, dass auch wirklich einem jeden Leben prinzipiell die gleichen Daseinsrechte zugestanden werden und die gleiche Hilfe zukommen kann.
»…jeder kann sein Lambaréné haben«

Deutlich wird nun abschließend auch, worin das oben angesprochene »Mehr« in Schweitzers Auffassung der »Ehrfurcht vor dem Leben« hauptsächlich begründet liegt: in einem handlungspraktischen Ansatz der alltäglichen Zuwendung an jedes hilfsbedürftige Leben, mit dem Ziel, es zu erhalten und so gut es geht zu fördern. Die »Ehrfurcht vor dem Leben« erscheint damit auch heute noch als unverzichtbarer ethischer Ansatz, um gegenwärtigem Übel und auch der Zukunft entschieden und verantwortungsvoll entgegentreten zu können. Je mehr Menschen sich dazu entscheiden, Albert Schweitzer zumindest ein Stück weit – und bei Bedarf keinesfalls kritiklos – auf dem von ihm eingeschlagenen Weg zu folgen, desto wahrscheinlicher wird es, dass durch das eigene vorbildhafte verantwortungsvolle Handeln wieder ein Stück mehr friedliche Gesinnung in die Welt getragen und der oft vorherrschenden Gedankenlosigkeit vieler Menschen vorgebeugt wird. Dass es dazu nicht zwingend notwendig ist, nach Afrika zu reisen und ein Spital zu gründen, betonte schon Albert Schweitzer mit den Worten: »Es gibt nicht nur ein Lambaréné, jeder kann sein Lambaréné haben.«

* Walter Munz, Albert Schweitzer im Gedächtnis der Afrikaner und in meiner Erinnerung (Bern/Stuttgart 1991), herausgegeben vom Schweizer Hilfsverein für das Albert-Schweitzer-Spital in Lambaréné und u.a. hier bestellbar.

Wenn Sie wissen möchten, welche Möglichkeiten es zum Handeln für Sie im Bereich des Tierschutzes gibt, dann besuchen Sie doch einfach mal unsere aktiv werden-Seite.

http://albert-schweitzer-stiftung.de/tierschutz-helfen/aktiv-werden

1 Kommentar zu “Albert Schweitzers Ehrfurcht vor dem Leben

  1. 🙂 Das ist eine wichtige und sehr gute Seite für alle die Tiere in ihrer Familie haben.
    Satyadevi hatte diesen Link ins Yoga Vidya Forum gestellt
    http://mein.yoga-vidya.de/forum/topics/ein-veganer-hund-und-unsere-vegane-katze-daya

    http://www.vebu.de/gesundheit/vegetarische-hunde-und-katzennahrung/
    http://www.alles-vegetarisch.de/Tiernahrung–Fuer-die-Katze,cat-69

    Vegetarische Hunde- und Katzenernährung

    Die Wahrheit über Tiernahrung

    Wenn Sie Ihre Haustiere bisher mit kommerziellem Tierfutter ernährten, haben Sie möglicherweise deren Gesundheit gefährdet. Die Herstellung von Fertigfuttermitteln für Tiere wird in Deutschland durch das Gesetz zur Neuordnung des Lebens- und Futtermittelrechts und das Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz geregelt. Demnach dürfen zwar für die Herstellung von Heimtierfutter nur tierische Nebenprodukte verwendet werden, die auch für den Menschen genusstauglich sind, doch spätestens seit den Gammelfleischskandalen wissen wir Alle, zu was die Fleischindustrie fähig ist. Und Sie können uns glauben: Bei der Verarbeitung von Fleisch, das für Tierfutter bestimmt ist, geht es noch viel unzuverlässiger zu.
    Wer kann ausschließen, dass sich konventionelles Tierfutter nicht aus zerkleinerten Tierteilen zusammensetzt, das von den Fleischbeschauern als ungeeignet für den menschlichen Verzehr erachtet wurde? Viele Futtermittelfirmen produzieren weltweit und in jedem Land gelten andere Gesetze. So kommt oft Fleisch von Tieren ins Futter, die unter eine der vier Kategorien – tot, sterbenskrank, von einer Krankheit befallen oder körperbehindert – fallen. Viele dieser Tiere sind an Infektionen und anderen Krankheiten gestorben. Die meisten Tierfutter enthalten die gleichen Hormone, Pestizide und Antibiotika, die man auch in kommerziellen Fleischprodukten für Menschen findet. Sollten Sie sich also Gedanken über die Gesundheit Ihres Haustieres und über die Grausamkeiten der Fleischindustrie machen, dann ist die Zeit reif, vom Kauf fleischlicher Tiernahrung Abstand zu nehmen.

    Denn wenn Sie Ihr Tier mit konventionellem Tierfutter ernähren, unterstützen Sie die Fleischindustrie, die jährlich ca. 570 Millionen leidensfähige Kühe, Kälber, Schafe, Schweine oder Hühner allein in Deutschland grausam schlachtet und zerlegt. So werden jährlich über 6,9 Millionen Tonnen Fleisch erzeugt, wovon 2 Millionen Tonnen „Schlachtabfall“ für die Tiernahrung verarbeitet werden.

    Viele Vegetarier und Veganer ernähren ihre Haustiere mit gesunder, fleischloser Kost. Ein bemerkenswertes Beispiel ist das von Bramble, einem 27 Jahre alten Border-Collie, dessen vegane Ernährung aus Reis, Linsen und biologisch angebautem Gemüse ihm 2002 einen Eintrag in das Guiness Buch der Rekorde als der älteste lebende Hund der Welt einbrachte (1). Studien haben bewiesen, dass die im Zusammenhang mit dem Fleischverzehr zu sehenden Leiden der Menschen, wie z.B. Allergien, Krebs, Nieren-, Herz- und Knochenprobleme, auch viele Tiere befallen. Tiernahrung wurde auch während der Zeit des Rinderwahnsinns oder Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) zurückgerufen, aufgeschreckt durch die Gefahr, dass verseuchtes Fleisch zu Futter verarbeitet werden würde (2).

    Die Nährwert-Bedürfnisse von Hunden und Katzen können durch eine vegane Ernährung und bestimmte Ergänzungen leicht befriedigt werden. James Peden, der Autor von „Vegetarische Hunde-und Katzenernährung“, hat Vegepet-Zusätze entwickelt, mit denen vegetarische und vegane Rezepte für Hund und Katze angereichert werden können. Sie sind ausgeglichen in ihren Nährwerten, und es gibt sie auch in speziellen Ausführungen für Katzenkinder und Welpen sowie für säugende Katzen und Hündinnen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile zahlreiche Futtermittelfirmen, die vegetarisches Alleinfutter – ob als Trocken- oder Nassfutter – anbieten.

    Mancher mag sich wohl fragen, ob es grausam ist, auf Fleisch bei der Hunde- und Katzenernährung zu verzichten. Tiere in der freien Wildbahn ernähren sich aber üblicherweise auch von einer Menge Grünzeug. Übrigens müssten Sie ihnen ganze Mäuse oder Vögel servieren oder ihnen erlauben, für sich selbst jagen zu gehen, um ihnen das Fleisch zu geben, das sie von Natur aus essen würden. Diese Option wäre unfair gegenüber heimischen Arten von Vögeln und anderen Kleintieren, da domestizierte Katzen und Hunde aus der Nahrungskette entfernt wurden und Vorteile besitzen, die wilden, freilebenden Tieren fehlen. Hunde und Katzen, die vegetarisch oder vegan leben, genießen sowohl ihr Futter als auch ihre gute Gesundheit. Auch aus ethischer Sicht entspricht ein vegetarisches Futter der Tierrechts-Philosophie.

    Wichtige Zusatzstoffe
    Die Herstellung von Hundefutter ist einfach, da Hunde – wie Menschen – Allesfresser mit einem normalerweise gesunden Appetit sind. Rezepte für vegetarische und vegane Hunde sind mit dem VegedogTM Zusatz von James Pedens Firma‚ Harbingers of a New Age erhältlich. Es ist wichtig, die Vorgaben sorgfältig zu beachten. Falls Sie die Zutaten ändern, gehen Sie sicher, dass Sie dadurch das Gleichgewicht der Nährstoffe nicht stören. Erhält ein Hund zu wenig Protein, Kalzium oder Vitamin D, könnte dadurch seine Gesundheit gefährdet werden.

    Außerdem benötigen manche Hunde eine Aminosäure namens L-Carnitin, mit der kommerzielle Hundefutter nicht generell angereichert werden und die auch in hausgemachter Hundenahrung unzureichend vorhanden sein kann. Ein Mangel an diesem Nährstoff kann eine linksseitige Herzerweiterung (Kardio-myopathie) hervorrufen, eine ernsthafte Krankheit, bei der das Herz groß und schlaff wird und seine Funktion nicht mehr länger wahrnehmen kann. Dieses Leiden befällt im allgemeinen Hunde mittleren Alters, die aufgrund ihrer Rasse, Größe, ihrer individuellen genetischen Veranlagung oder aufgrund ihrer Ernährung einen Mangel an L-Carnitin aufweisen. Ein L-Carnitin-Zusatz ist bei Ihren örtlichen Apotheken erhältlich.

    Katzen sind gewöhnlich wählerischer als Hunde, und ihre ernährungsbedingten Bedürfnisse sind komplizierter. Katzen brauchen eine beachtliche Menge an Vitamin A, das für die Produktion von Karotin wichtig ist. Ungenügende Mengen davon können einen Hörverlust, Haut- und Knochenprobleme sowie Probleme des Verdauungssystems und der Fortpflanzungsorgane hervorrufen. Katzen brauchen unbedingt Taurin. Eine Katze, der Taurin fehlt, kann ihre Sehkraft verlieren und Herzprobleme bekommen. Kommerzielle Tierfutterhersteller reichern ihr Futter oft mit Taurin an, das aus Mollusken gewonnen wird. James Peden hat pflanzliche Quellen sowohl für die Gewinnung von Taurin als auch für die von Arachidonsäure, einem weiteren wesentlichen Nährstoff für Katzen, gefunden. Er entwickelte daraus die von Vegetariern anerkannten Zusätze Vegecat und Vegekit, mit denen die Rezepte in seinem Buch einfach angereichert werden können. Diese Rezepte sind wohl zurzeit der gesündeste Weg, Katzen vegan zu füttern.

    Hunde und Katzen, die nur gekochte oder verarbeitete Nahrung zu sich nehmen, profitieren von Verdauungsenzymen, die der Nahrung zugesetzt wurden. Diese sind in Tierbedarfskatalogen und Naturkostläden erhältlich. Jegliches rohes Gemüse in der Nahrung von Hunden sollte gerieben oder durch eine Küchenmaschine bearbeitet werden, um die Verdaulichkeit zu fördern.

    Folgende Firmen vertreiben vegetarisches/ veganes Hundefutter:
    (Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)

    veganbasics GmbH
    Möwenberg, 24340 Altenhof
    Fon 04351 73 98 80, Fax 04351 79 98 81
    http://www.veganbasics.com/
    info@veganbasics.de

    Produkte für ein besseres Leben
    Regina Schmitz
    Tel: 02224-76207
    http://www.ein-besseres-leben.de

    Radix Vegan Versand
    Werinherstraße 48, 81541 München.
    radixversand@yahoo.de
    http://www.radixversand.de

    Trocken- und Nassfertigfutter:
    (Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)

    Ami-Dog
    Yarrah Dog Food Vegetarian
    Benevo Dog
    Natural Life Vegetarian Dog Formula
    Ropo Dog Vegi Croq
    Vets for Pets
    Petino
    Bento Kronen Regular Vegetalis
    Pitti Boris Vegetarische Vollkost-Croc
    Benevo DUO
    BIOPUR
    Vegusto Dog
    Natural Life Vegetarian Dog Formula

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    Viele Einkaufstipps für Hunde- und Katzenfutter finden Sie hier im vegetarischen Internet Magazin vegetarisch-einkaufen.de.
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    Sollten Sie sich dazu entschließen, Ihr eigenes vegetarisches Hunde- oder Katzenfutter herzustellen, empfehlen wir Ihnen, „Vegetarische Hunde- und Katzenernährung“ zu lesen um sicherzugehen, dass Sie die Bedürfnisse von Hunden und Katzen in Bezug auf ihre Nährstoffe richtig erkannt haben. Das Buch enthält mehrere Rezepte und hilfreiche Hinweise. Sie können es online im VEBU-Shop bestellen. Im Buchhandel ist es ebenfalls erhältlich: ISBN 3-926914-40-8.
    Diese Information erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

    Anpassungsphase
    Um den Übergang zu einer vegetarischen oder veganen Ernährung zu erleichtern, mischen Sie am besten das vegetarische Futter unter das, was sie normalerweise füttern. Ändern Sie das Mischungsverhältnis stufenweise, bis gar kein Fleisch mehr dabei ist. Für den Fall, dass Sie bei Ihrem Haustier auf Widerstand stoßen, überreden Sie es, indem Sie Soja-Drink, Nährhefe, Spirulina, vorübergehend eine Extraportion Öl, Tomatensauce, strukturiertes Pflanzeneiweiß oder andere Gewürze untermischen und das Futter warm servieren. (Die meisten Hunde lieben Spaghetti!) Viele Katzen mögen Nährhefe und Melonenstückchen, die meisten aber pürierte Kichererbsen und vegane Burger. Falls Ihre Haustiere süchtig nach Futter aus dem Supermarkt sind, kann es eine Weile dauern, bis sie sich umgestellt haben.

    Nachdem Hunde und Katzen auf eine vegetarische Ernährung umgestellt wurden, beobachten Sie sie gut um sicherzugehen, dass sie ihre neue Diät vertragen, besonders wenn sie noch Welpen oder Kätzchen sind. Schauen Sie nach chronischen Magen-Darm- und Hautproblemen und beachten Sie jegliche neuen Gesundheitsprobleme. Die Gesundheit vieler Hunde und Katzen verbessert sich durch eine vegetarische Ernährung, aber gelegentlich mag ein Tier nicht gedeihen, so benutzen sie Ihren gesunden Menschenverstand, sollte dies vorkommen.

    Quellen:
    (1) „27-jähriger veganer Collie könnte ältester Hund der Welt sein“, Abaova, 29. August 2002
    (2) Steve Mitchell, „FDA könnte Tierfutter wegen Rinderwahnsinn zurückrufen“, United Press International, 24. Dezember 2003

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