Ayurveda und das Gajananam Mantra

Am gerade zu Ende gegangenen Ayurveda Kongress hatte Sukadev ein Mantra rezitiert, das bei Yoga Vidya ausgebildeten Yogalehrern sehr vertraut sein wird, nämlich die Gajananam Stotra. Er sagte dazu auch ein paar Worte über die 5 Strophen dieses klassischen Mantras:

Gajananam kann für Ayurveda als Ganzes stehen:

  • Ganesha: Anfangen – es gilt einen guten Anfang zu machen. Ganesha steht auch für Heilung und den Beginn eines gesunden Lebens.
  • Shadanana: Weitermachen, auch wenn es mal schwieriger wird: Wenn man mit Anwendung von Ayurveda Behandlungen gesund geworden ist, bzw. begonnen hat, sich richtig gut zu fühlen weil man einen gesunden Lebensstil pflegt, wird man vielleicht etwas übermütig. Da gilt es, das Gesunde auch fortzuführen.
  • Saraswati: Kreativität, Weisheit:   Manchmal führen die „Standard-Ratschläge“ allein nicht weiter. Da ist Ayurveda sehr persönlich:  was für den einen gilt, gilt für den anderen nicht.   Ayurveda hat auch außergewöhnliche Ratschläge. Neben dem, wozu die moderne Wissenschaft Zugang hat, wie Massagen, alles Physiotherapeutische, Ernährung, Pflanzenheilkunde, Tagesablaufgestaltung, hat Ayurveda auch Aspekte, zu denen die moderne Wissenschaft keinen Zugang hat, wie z.B. Jyotish, Mantras, Edelsteine, Rituale, etc.    Saraswati ist aber auch Weisheit: Ayurveda ist zwar erst mal für die Gesundheit. Aber Ayurveda ist ganzheitlich, bezieht das Emotionale und geistige mit ein und auch das Spirituelle. Letztlich ist ein Charakteristikum des Menschen, dass er nach einem höheren Sinn strebt
  • Guru, Bitte um Führung: Vieles im Ayurveda ist dem Verstand zugänglich. Vieles kommt aber auch aus der Intuition. Und eine gute Massage ist immer auch Energie-Übertragung. Eine gute Konsultation beruht immer auf Intuition.Guru bezieht sich auf inneren Guru und äußeren Guru: Ayurveda ist auch Selbstheilung. Es heißt aber auch ein Sich-Anvertrauen an einen Therapeuten. Die Therapeuten-Klienten-Beziehung ist gerade im Ayurveda etwas Wichtiges, ja Heilendes. Wenn der Patient/Klient sich öffnet, können Heilwirkungen in besonderem Maße entstehen.
  • Narayani: Segen und Gnade der göttlichen Mutter: Nicht alles ist heilbar. Nicht alles ist in unseren Händen. Wir wachsen auch durch Leiden. Patienten, Therapeuten und alle die einen Ayurveda Lebensstil für Gesundheit und Lebensfreude pflegen, sollten sich immer wieder bewusst machen: Nicht alles ist machbar. Demut ist notwendig.

Hier kannst du das Gajananam, die Gajananam Stotra anhören – unten danach gleich der Text:

Hier das Gajananam in der wissenschaftlichen Transkription (IAST) mit den diakritischen Zeichen:

om om om
gajānanaṃ bhūta-gaṇādi-sevitaṃ
kapittha-jambū-phala-sāra-bhakṣitam
umā-sutaṃ śoka-vināśa-kāraṇam
namāmi vighneśvara-pāda-paṅka-jam

ṣaḍ-ānanaṃ kuṅkuma-rakta-varṇam
mahā-matiṃ divya-mayūra-vāhanam
rudrasya sūnuṃ sura-sainya-nāthaṃ
guhaṃ sadāhaṃ śaraṇaṃ prapadye

yā kundendu-tuṣāra-hāra-dhavalā yā śubhra-vastrāvṛtā
yā vīṇā-vara-daṇḍa-maṇḍita-karā yā śveta-padmāsanā
yā brahmācyuta-śaṅkara-prabhṛtibhir devaiḥ sadā pūjitā
sā māṃ pātu sarasvatī bhagavatī niḥśeṣa-jāḍyāpahā

om namaḥ śivāya gurave sac-cid-ānanda-mūrtaye
niṣ-prapañcāya śāntāya śrī śivānandāya te namaḥ
(śrī viṣṇu-devānandāya te namaḥ)

om sarva-maṅgala-māṅgalye
śive sarvārtha-sādhike /
śaraṇye tryambake gauri
nārāyaṇi namo’stu te //
[nārāyaṇi namo’stu te]

 

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