Der Königsweg zur Gelassenheit, 111 Iss weniger Zucker – das hilft für ein gelasseneres Gemüt

Gelassenheit Entwickeln - Podcast für mehr Gelassenheit im Alltag

Zucker kommt in der Natur nicht in Reinform vor. Mensch mag Süßes – weil in der Steinzeit der süße Geschmack auf ein kalorienhaltiges Nahrungsmittel hingewiesen hat – das war früher wichtig. In Zeiten des Industriezuckers wird dieser natürliche Geschmack irre geleitet. Zucker – erhöht Blutzuckerspiegel – lässt Menschen erst sich besser fühlen, dann überdreht. Es kommt zur Überreaktion – Insulin wird ausgeschüttet. Blutzuckerspiegel sinkt – Mensch wird müde und bekommt Heißhunger auf Zucker. So führt Zuckerkonsum zu Stimmungsschwankungen. Sukadev spricht über 5 Strategien, wie du den Zuckerkonsum reduzieren kannst – und so mehr Gelassenheit erfahren kannst.

111. Folge des Yoga Vidya Gelassenheits-Podcast von und mit Sukadev Bretz, Gründer und Leiter von Yoga Vidya.

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Jetzt beginne ich den Teil über der Gelassenheit nicht zuträgliche Nahrungsmittel, heute besonders Zucker.  Zucker kommt in der Natur nicht in Reinform vor. Der Mensch mag Süsses – weil in der Steinzeit der süsse Geschmack auf ein kalorienhaltiges Nahrungsmittel hingewiesen hat – das war früher wichtig. Der Mensch brauchte Kalorien, der Mensch brauchte kalorienintensive Nahrungsmittel. Und so war Zucker wichtiger Geschmack, um etwas zu finden, was ihnen ausreichende Maße Energie gegeben hat.  Der Mensch war früher ja ein Lauftier, vermutlich gibt es kaum ein Lebewesen, das den ganzen Tag soviel gelaufen ist, wie der Mensch, ja sogar Pferde und Hunde sind nicht soviel gelaufen wie der typische Mensch in den früheren Nomadenkulturen. So brauchte der Mensch Energie. Und Süsses hat Kalorien am schnellsten zur Verfügung. Natürlich in Zeiten des Industriezuckers wird dieser natürliche Süssgeschmack irre geleitet. Heute können wir eben Zucker in Reinform zu uns nehmen. Heute gibt es diesen industriell hergestellten Zucker und der ist sehr energieintensiv.

Zucker erhöht dann den Blutzuckerspiegel – lässt den Mensch sich erst besser fühlen, und dann auch überdreht. Wenn du eine zuckerintensive Nahrung zu dir nimmst, also zum Beispiel eine Tafel Schokolade oder einen Kuchen,  dann fühlst du dich zuerst mal besser. Es kommt dann aber zur Überreaktion. Insulin wird ausgeschüttet, der Blutzuckerspiegel sinkt, er sinkt sogar unter das normale Maß hinaus. So wird der Mensch müde und bekommt wieder Heißhunger auf Zucker. So führt Zuckerkonsum zu Stimmungsschwankungen und langfristig gibt es natürlich auch die Gefahr von Diabetes und verschiedenen anderen mit Zucker in Verbindung stehenden Krankheiten.

Ich will jetzt aber hier nochmals vom Gelassenheitsstandpunkt aus sehen: Zucker kann dazu führen, dass du unruhig wirst, dass du ärgerlich wirst, dass du reizbar wirst, dass Ängste mehr stärker werden und  kann auch dazu führen, dass du in Trägheit und Antriebslosigkeit versinkst. Es ist es wert, einmal auszuprobieren, eine Weile ohne zuckerintensive Nahrungsmittel zu leben, was nicht heißt, dass du nicht mal ein kleines Stückchen nehmen kannst einer Süßigkeit, das wäre sicherlich unproblematisch, aber wenn du mehr nimmst, dann kommst du in diese Stimmungsschwankungen.

Ich hatte  schon in der vorherigen Podcastsendung gesagt, dass es Studien gibt, die zeigen, dass über die Hälfte der Kinder von ihrem ADS, ADHS  Syndrom, also Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom, Zappelphilipp-Syndrom, Konzentrationsunfähigkeitssyndrom geheilt werden könnten, wenn sie auf Zucker  verzichten  würden und auf Fleisch. Schon eine Reduzierung bringt sehr viel.

Jetzt angenommen, du kommst zu dem Schluss, dass du doch relativ viel Zuckernahrungsmittel zu dir nimmst, dass du relativ häufig isolierten Zucker zu dir nimmst über Süssigkeiten, über Zuckergetränke, über Kuchen, Schokolade, Gebäck usw., dann kannst du mittels vier Strategien den Zuckerkonsum vermeiden – also vier verschiedene  Strategien für unterschiedliche Menschen; beziehungsweise, es sind sogar fünf verschiedene Strategien. In meinem ursprünglichen Skript bin ich von vier ausgegangen, aber dann sind es fünf geworden.

Das Erste heißt: Vermindern.
Das Zweite heißt: Meiden.
Das Dritte heißt: Sublimieren.
Das Vierte heißt: Nahrungsmittel mit anderen Geschmack zu dir nehmen, andere Geschmacksrichtungen zu kultivieren.
Und das Fünfte: Süsses auf anderen Gebieten ins Leben bringen.

  1. Zunächst also  Vermindern: Wenn du weißt, dass gesunkener Blutzuckerspiegel Heißhunger auf Süsses gibt, dann kannst du schauen, wieviel Süsses ausreicht, damit du dich wieder gut fühlst. Manchmal reicht wenig aus. Du musst nur den übertriebenen Appetit widerstehen, nach einer Viertelstunde fühlst du dich gut ohne JoJo-Stimmungsschwankungen.  Zum Beispiel Menschen, die manchmal sehr konzertriert arbeiten müssen, also wo die geistigen Fähigkeiten stark gefordert sind, sie ihr Hirn sehr stark nutzen, die werden nach einer Weile feststellen, dass sie sich nicht mehr so gut konzentrieren können. Also der sinkende Zuckerspiegel im Blut mindert die Leistungsfähigkeit und das Hirn verzehrt schon eine Menge des Blutzuckers. Wenn du dann wenig  zu dir zu nimmst, zum Beispiel einen halbes Glas Apfelsaft oder eine Apfelsaftschorle oder ein gesundes Bonbon – es gibt ja auch in Restaurants, in Bioläden gibt es solche Natur-Bio-Bonbons – das kann dir helfen. Oder eine kleine Menge eines Gebäckes mit Zucker. Oder einfach auch ein Eßlöffel Ahornsirup. Das kann dir helfen, dass du dich nach einer Viertelstunde gut fühlst. Und du kannst ausprobieren, wieviel brauchst du, damit du dich wohlfühlst? Und wenn du nicht mehr isst, als das Minimum, vermeidest du den JoJo-Effekt und du wirst feststellen, dir geht es länger gut. Zusätzlich könntest du auch sagen, indem du Vollkorngetreide isst, hast du über einen längeren Zeitraum einen gleichmässigen Blutzuckerspiegel, also ein Vollkorngetreide Basis  als deine Grundkost hilft auch, dass du nicht so schnell Heißhunger auf Süsses hast.
  2. Ist Meiden: In manchen Fällen ist es am leichtesten, zuckergesüsste  Nahrungsmittel grundsätzlich zu meiden, grundsätzlich und gänzlich zu meiden. Bei manchen Menschen führt das Verzehren von einem Stück Schokolade zur fast unbeherrschbaren Gier, die ganze Tafel zu essen. Manchen Menschen fällt es leichter, gar nichts zu essen  als kontrolliert, also nicht überhaupt nichts zu essen, aber nichts Süsses zu essen, als kontrolliert zu essen. Du kannst auch überlegen, gibt es bestimmte Nahrungsmittel, wo es mir nicht möglich wäre, wenig zu essen. Wenn du feststellst, es gibt Nahrungsmittel, bei denen es dir schwer fällt, wenig zu essen, dann lass sie mal ganz weg und schau, ob dir das hilft.
  3. Prinzip: Sublimieren. Eines hatte ich vorher schon gesagt: Iss Vollkorngetreide, das hält den Blutzuckerspiegel über längeren Zeitraum konstant. Gerade morgens das Frühstück sollte reich an Vollkorngetreide sein und auch das Mittagessen. Dann kannst du den süssen Geschmack  auch umleiten. Iss Obst statt Schokolade, iss Trockenfrüchte, wie Rosinen, Feigen und Datteln statt Kuchen und Gebäck. Und wenn du eine Süssigkeit isst, dann lieber wenig, qualitativ hochwertig und mit Genuss.
  4. Strategie ist: Nahrungsmittel mit anderem Geschmack. Lerne andere Geschmäcker zu mögen. Zum Beispiel indische Gewürze, italienische Kräuter. Iss auch mal etwas Bitteres, und du kannst feststellen, auch das Bittere kann dir schmecken. Bringe Abwechselung in den Speiseplan, so reduziert sich die Fixierung auf Süsses. Manchmal kann Heißhunger auf Süsses auch ein Zeichen sein, dass dir etwas fehlt. Unter Vegetariern ist beispielsweise bekannt, dass der Verzehr von Tofu den Heißhunger auf Süsses reduziert. Du kannst dich auch fragen: was fehlt mir, dass ich soviel Süsses verzehren will? Das führt schon direkt zum
  5. Bringe Süsses in dein Leben, und zwar ohne Essen. Eventuell kompensierst du mit den Süssigkeiten etwas, was dir an Liebe fehlt. Eventuell kompensierst du Liebe über den Heißhunger an Süsses. Gehe liebevoll mit dir selbst um. Zeige anderen Menschen deine Liebe. Nimm die Liebe der anderen an. Für manche Menschen steht Süsses auch für die Liebe der Mutter und der Großmutter. Wenn du dich geborgen fühlst im Kosmos, wenn du dich sicher und beschützt fühlst, brauchst du vielleicht weniger Süsses. Und wenn du Zärtlichkeiten austauscht mit deinem Partner, brauchst du vielleicht auch weniger Süsses.

Bis zum nächsten Mal denke mal darüber nach: isst du zu viel Süsses, isst du zu viel Zucker? – und es ist nicht nur der Industriezucker in Supermarktschokolade, der da eine Rolle spielt, wenn du sehr viel Ahornsirup isst und sehr viel Honig, dann mag, kann das zu den gleichen Schwierigkeiten und Folgeproblemen führen. Wenn du nicht merkst, dass du zu viel Süsses isst, sondern nur mal ab und zu etwas und dann genussvoll, dann brauchst du dir dort keine Sorgen zu machen. Aber wenn du merkst, dass du doch relativ viel isst, dann schaue, welche dieser Strategien für dich funktionieren. Schaffst du es, den Süssigkeitskonsum so weit zu reduzieren, dass er seine Funktion erfüllt, den Blutzuckerspiegel zu erhöhen, oder ist es für dich besser die Süssigkeiten, oder zumindest manche Süssigkeiten vollständig zu vermeiden. Kannst du sublimieren? Ist das eine gute Strategie, Vollkorngetreide, Obst, Trockenfrüchte zu dir zu nehmen? Ist es vielleicht eine bessere Strategie, mehr Nahrungsmittel mit einem anderen Geschmack zu dir zu nehmen, zu lernen, andere Geschmäcker wirklich zu mögen? Oder kannst du Süsses in dein Leben bringen ohne Essen?

Ja, überlege bis zum nächsten Mal, und wenn du willst, schreib doch über deine Erfahrungen im Blog zu diesem Podcast oder auch im iTunes Kommentar zu diesem Podcast. Alles Gute und om Shanti. Mehr Informationen über Ernährung auch unter www.yoga-vidya.de – da kannst du auch in der Suchmaske oben rechts eingeben: Yoga Kochbuch und dann findest du auch ein Kochbuch mit vielen, guten Rezepten und weiteren Tipps für eine gesunde Ernährung für Gelassenheit.

1 Kommentar zu “Der Königsweg zur Gelassenheit, 111 Iss weniger Zucker – das hilft für ein gelasseneres Gemüt

  1. Eitel Sonnenschein

    Danke für diese Zusammenfassung. Der Nagel auf den Kopf – mein zähes Ringen mit dem allgegenwärtigen Zuckerchen begleitet mich schon eine Weile. Mir persönlich fällt die Nullnummer leichter als das jedes mal neu kontrolliert-kontrollierende Abwägen. Und jetzt nach einem Vierteljahr wieder ein (zum Glück nur kleiner) Rückfall in die klebrig-verkleisterten Zuckerwelten.
    HARI BOL

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