Die Bedeutung von Advent

Heute ist der 1. Advent. Das Wort Advent entstammt dem lateinischen „advenire“ und bedeutet soviel wie ‚Ankommen‘. „Adveniat“ heißt auch „Es/Er möge kommen“, „Adventus Domini“ bedeutet „Ankunft des Herrn“ und deutet auch darauf hin, dass der Begriff etwas mit der Ankunft, dem Besuch, der Anwesenheit von Amtsträgern, Königen und Kaisern im römischen Reich zu tun hatte.

Das Wort Advent wurde von Christen übernommen, um die Ankunft (Geburt) von Jesus Christus hervorzuheben. Advent ist demnach die Zeit vor Weihnachten, die dem Fest zur Geburt von Jesus Christus vorausgeht. Die Adventszeit kann zwischen 22 bis 28 Tage betragen, wobei es insgesamt vier Adventssonntage gibt. 

Advent in früheren Zeiten

In früheren Jahrhunderten war die Adventszeit eine Zeit der Besinnlichkeit und Einkehr. Mit dem Ende des Sommers war die Ernte eingebracht und vieles war erledigt. Man hatte im Alltag wieder mehr Ruhe. Zum Winter hin werden die Tage wieder kürzer, auf natürliche Weise geht der Geist vermehrt nach innen. So war die Vorweihnachtszeit insbesondere auch eine Zeit spiritueller Praktiken, der Askese, ja sogar des Fastens. Das Weihnachts-Fest rückte in dieser Zeit näher, wurde erwartungsvoll begrüßt und deswegen sehr intensiv erlebt. Während der Vorweihnachtszeit freute man sich daher bereits auf die bevorstehende Fülle der näher rückenden Fest-Tage. Deswegen sah man im Verzicht gleichfalls einen Weg zum Guten, hin zur Freude.

Inspirierende Aspekte einer sogenannten „Durststrecke“: 

Welche Vorteile kann eine Zeit der Entbehrungen, eine Dauer des Wartens und des Verzichts haben?

Nun, einerseits fällt die Freude besonders leicht, wenn man vorher Entbehrungen auf sich genommen hat. Freude wird sehr viel intensiver erfahren, wenn sie im Kontrast zu schwierigen Zeiten steht.

Den spirituellen Aspekten des Lebens öffnen sich viele Menschen erst oder insbesondere, wenn Leiden, Krankheit oder Verluste in ihr Leben treten. So wirken schwere Zeiten wie eine Art „Sprungbrett“, um sich spirituell zu entwickeln. Tiefe spirituelle Erfahrungen (Geburt des Christus-Bewusstseins) stellen sich oft erst nach einer Periode intensiver Bemühungen, der Dunkelheit und der Entsagung ein.

Damit einher geht auch ein Grundgedanke des Lebens: Auf die Nacht folgt der Tag, auf jede Dunkelheit folgt Licht. Dies ist ein großes Symbol der Hoffnung, das in der Zeit um Weihnachten herum viele Menschen bewegt.

Yoga und Advent

Welche Aspekte aus dem Yoga kann man mit der Adventszeit verbinden?

Spirituelle Entwicklung: Es gibt vier aufeinanderfolgende Advent-Sonntage. An jedem wird eine weitere Kerze angezündet, was eine spirituelle Entwicklung, einen Fortschritt, symbolisiert. Das Anzünden einer neuen Kerze steht dabei für die Öffnung eines weiteren Chakras (Energiezentrums). Wenn das vierte Chakra, das Herz-Chakra (Farbe: Blau), geöffnet ist, kann das Christus-Bewusstsein in unserem Innersten erkannt werden.

Kundalini-Shakti: Im Weihnachtsbaum kann man ein Symbol für die Erweckung der Kundalini, der göttlichen Kraft im Menschen sehen: Der Stamm symbolisiert die Sushumna (den Energie-Kanal in der Wirbelsäule), die Zweige die davon abzweigenden Energie-Kanäle (Nadis). Die Kerzen und der Christbaum-Schmuck symbolisieren spirituelle Erfahrungen, Kreativität, Liebe und andere geistige Fähigkeiten, die man erfahren kann, wenn die Kundalini bzw. das göttliche Bewusstsein erweckt ist.

Wie du die Adventzeit nutzen kannst:

  1. Bewusst als Phase der Einkehr, der Besinnung – im Gegensatz zu dem, was in der Gesellschaft heute üblich ist. Vielleicht sogar mit Kirchgängen, vielleicht mit mehr Yoga-Stunden, Besuchen in Yogazentren oder auf deine ganz eigene Weise
  2. Genieße ganz bewusst die sich vermehrenden Lichter und Dekorationen als eine äußere Symbolik für die schrittweise Öffnung der Chakras. Freue dich darüber, dass tiefe spirituelle Wahrheiten auch in der materiellen Welt so zum Ausdruck kommen.

 

Yoga Vidya wünscht dir eine lichtvolle Adventszeit mit vielen wertvollen Erkenntnissen und Vorfreude auf das bevorstehende Weihnachts-Fest, um zu dir selbst zu kommen und Zugang zu deiner inneren Quelle zu finden. Vielleicht möchtest du sogar einmal Weihnachten bei Yoga Vidya erleben? Im Ashram ist das Beisammensein und das gemeinsame Praktizieren von Yoga und Meditation besonders kraftvoll. Aber auch in der Zeit kurz vor und nach Weihnachten lohnt es sich, sich einen inspirierenden Ausgleich zum Alltag zu nehmen. Über unsere Seminarsuche oder als Individualgast findest du sicher ein passendes Angebot für dich.

Om Shanti

Vortrag von Sukadev zum 1. Advent:  

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6 Kommentare zu “Die Bedeutung von Advent

  1. Liebe Susanne,
    danke für den Hinweis.
    Liebe Grüße
    Om Shanti
    Dirk

  2. Sehr schöne besinnliche Worte zur Adventszeit. Mir ist aufgefallen, dass die Farbe des Herz-Chakras als Violett beschrieben wurde. Die Vorstellung gefällt mir sehr gut, allerdings lese ich bei Yoga Vidya, dass die Chakrafarbe des Herzens blau ist.
    Om shanti Susanne

  3. Es war eine wunderschöne Erklärung,gleichzeitig für mich besinnliche Minuten ! Wenn ich gewusst hätte, Weihnachten im Ashram verbringen zu dürfen, hätte ich es gern getan ! Ich habe im März meinen Mann verloren, es wäre sicher sehr besinnlich ……. Mit lieben Gruß Karin

  4. Reinart Gisela

    Vielen Dank für die schönen Worte zum 1. Advent.
    Auch ich wünsche Euch, daß Ihr im Licht und Frieden bleibt.
    Gisela

  5. Klaus Druzba

    Gerade hat mir meine Frau deine Botschaft zur Adventszeit vorgelesen
    Die Worte haben mich sehr beeindruckt. Vielen Dank dafür. Euch allen eine besinnliche Weihnachtszeit. Klaus

  6. Das habt ihr so wunderbar geschrieben. Vielen Dank! Euch allen eine gesegnete Adventszeit. Bleibt behütet.
    Diana

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