Hatha-Yoga (10): Stellung des Kindes

Leiden Kinder schon vor der Geburt an Stress? Um das zu erfahren, messen Forscher aus Frankfurt neuerdings die Gehirnströme von Embryonen. Womöglich sind die kleinen Ungeborenen schon anfällig für Burnout-Symptome…

Nichts gegen wissenschaftliche Forschung. Aber einen Einblick in die Welt der Ungeborenen kann man auch ohne technischen Aufwand gewinnen. Zum Beispiel mit Hatha-Yoga. Man setze sich auf die Knie, beuge sich nach vorne, legen die Stirn auf den Boden (dabei verbindet sich ein wichtiger Chakra-Energie-Punkt mit der Erde) und entspanne die Arme neben dem Körper. Augen schließen, loslassen, tief atmen: Stellung des Kindes.

Das klingt einfach? Vielleicht. Die Qualitäten dieser Asana sollte man trotzdem nicht unterschätzen. „Hier begegnest du deinem tiefen Selbst und deinem Ursprung“, sagte einmal mein Yoga-Lehrer dazu.  „Fühl die Wärme und die Geborgenheit in der dunklen Stille deines Schoßes.“ Das ist nicht ganz so einfach, wenn derweil die Gedanken schon wieder wie wild gewordene Affen rasen. Man muss es ihnen nachsehen. Vermutlich ist es lange her, seit sie das letzte Mal die Kontrolle über Körper und Geist abgegeben haben. Was würden wir wohl wahrnehmen, wenn wir das genau jetzt könnten? Selbstvertrauen? Inneren Frieden? Dankbarkeit?

In der Stellung des Kindes erleben wir mit ein bisschen Glück und Geduld einen Moment vollkommener Geborgenheit und tiefen Vertrauens. In diesem Moment zählt nur noch das eigene Sein. Da ist nichts, das man noch tun, aufnehmen, umsetzen, kommentieren oder planen müsste. Dieser stille, dunkle, entspannte Augenblick gehört vollkommen unserem Selbst. Nur eine kleine Zwischenentspannung? Nein. Hier gehen wir leise und unauffällig einen wichtigen Schritt auf unserem persönlichen Yoga-Weg – dem Weg zum Selbst und unserem wahren Wesen. Koste die Stellung des Kindes also ruhigen Gewissens aus – entspannt und voll Vertrauen in die dunkle, stille und bergende Kraft von Mutter Erde. Die innere Stärke, die du hier gewinnst, wirst du auf dem weiteren (Yoga-)Weg bestimmt noch brauchen.

Dietlind Arndt lebt und arbeitet zur Zeit als Praktikantin bei Yoga Vidya in Bad Meinberg

Übrigens: Zum Lernen und Mitmachen gibt es Video-Anleitungen für die einzelnen Asanas. Yoga und Meditation Einführungsseminare bei Yoga Vidya werden bis zu 80 Prozent von den Krankenkassen übernommen.

2 Kommentare zu “Hatha-Yoga (10): Stellung des Kindes

  1. Das Wichtigste ist, dass du dich wohl fühlst. Die Stellung des Kindes ist ja eine entspannende Stellung. Es ist nicht notwendig, den Po auf die Fersen zu bekommen. Wenn du eine Variation gefunden hast, die für deinen Rücken entspannend ist und in der du dich geborgen fühlst, dass machst du es genau richtig!
    Auch die Stirn muss übrigens nicht auf dem Boden sein… Unter https://www.yoga-vidya.de/de/asana/kind.html findest du einige Beispiele für Variationen.
    Danke für das Feedback zum Newsletter. Solche Feedbacks ermutigen uns immer wieder, so viel Zeit und Energie da hinein zu geben.

    Alles Gute und weiter viel Freude beim Yoga!
    Liebe Grüße

  2. Hallo, ich praktiziere schon seit Jahren Yoga aber mit ist noch immer nicht gelungen, bei der Stellung des Kindes mit dem Po auf die Fersen zu kommen…….ich frage mich immer, ist es wichtiger/richtiger die Stirn auf den Boden zu bringen oder das Hinterteil?? Über eine Antwort würde ich mich freuen!
    Ausserdem wollte ich noch sagen, dass ich Euren Rundbrief ganz toll finde und schon viele Anregungen daraus entnommen habe!
    Herzliche Grüße aus dem heute sonnigen Frankfurt

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